Wintergärten zu Hause - Pflanzenauswahl und Pflege

Nur mit den geeigneten Pflanzen und der richtigen Pflege wird ein Wintergarten zum Pflanzenparadies.

Die Standortansprüche der Pflanzen müssen auf die Temperaturen im Wintergarten abgestimmt sein. Damit verhindert man, dass der Wintergarten mit der Zeit zu einem Sammelbecken für zu groß gewordene Pflanzen verkommt. 

Verschiedene Wintergartentypen

Kühl, temperiert und warm: Je nachdem wie stark geheizt wird, fühlen sich in Wintergärten ganz unterschiedliche Pflanzen wohl. Ganzjährig mollig warm, mäßig temperiert oder im Winter kalt. Kühle Wintergärten werden im Winter nur so eben frostfrei gehalten, temperierte Wintergärten auf gut 10 °C geheizt und in warmen Wintergärten fällt die Temperatur nie unter 18 °C.

Tropische Pflanzen bekommen schon bei Temperaturen unter 5 °C einen Kälteschock, während mediterrane Kübelpflanzen wie Oleander oder Olivenbäume auch einige Minusgrade locker wegstecken. Besonders in warmen Wintergärten sind Schädlinge unvermeidlich, denn sie können sich das ganze Jahr über vermehren.

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Oleander gehört zu den beliebtesten Mittelmeerpflanzen überhaupt. Foto: Shutterstock

Pflanzen für kühle Wintergärten

Viele beliebte Mittelmeerpflanzen wie der Oleander kommen in dauerhaft beheizten Glasanbauten nicht zurecht. Sie benötigen im Winter eine Ruhezeit mit Temperaturen unter 10 Grad, sonst erschöpfen sie sich mit den Jahren. Im Sommer wollen die mediterranen Schönheiten jedoch Wärme tanken. Der kalte Wintergarten ist daher perfekt für Pflanzen, die klimatische Wechselbäder bevorzugen: Wenn im Sommer durch die Scheiben das Sonnenlicht mit voller Kraft scheint, wird es heiß. Im Winter liegen die Temperaturen um den Nullpunkt, kurzfristig sogar darunter.

Subtropische Pflanzen für temperierte Wintergärten

Der temperierte Wintergarten ist im Prinzip ein Kompromiss und hat die größte Pflanzenauswahl, fast alle auch als Zimmerpflanzen bekannte Pflanzen kommen in Frage. Kühle Nachttemperaturen ermöglichen mediterranen Pflanzen die nötige Winterruhe, Vertreter aus dem warmen Wintergarten gedeihen ebenfalls, wenn die Temperaturen nicht unter 10 Grad fallen. Der temperierte Wintergarten ist der artenreichste überhaupt. Im Winter herrschen dort milde Temperaturen zwischen 5 und maximal 15 Grad.

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Große Pflanzen nicht direkt vor das Fenster stellen, damit sie die anderen Pflanzen nicht in den Schatten stellen. Foto: Krines Wintergarten

Im Sommer sorgen Lüftung und Schattierung dafür, dass die Temperaturen kaum über 25 Grad ansteigen und genügend Luftfeuchtigkeit verbleibt. Viele Arten aus Südamerika und Südafrika, beispielsweise die Paradiesvogelblume, mögen gerade dieses Klima. Aber auch Pflanzen aus dem kalten können im temperierten Wintergarten gut wachsen, sofern sie wie zum Beispiel der Zylinderputzer im Sommer mit dem gedrosselten Lichtangebot klar kommen.

Pflanzen für warme Wintergärten

Sommer ohne Ende: Im beheizten Wintergarten ist es immer wohlig warm und meist viel heller als in den anderen Räumen des Hauses. Die Temperatur sinkt rund ums Jahr nicht unter 18 Grad. Wo sich der Mensch wohl fühlt, gefällt es auch zahlreichen Pflanzen. Tropische Arten wie Bougainvillea und Hibiskus wachsen bei reichlich Licht und Wärme ganzjährig und blühen sogar während des Winters. Zudem sorgt eine hohe Luftfeuchtigkeit, idealerweise um 80 Prozent, für gutes Wachstum. Heizungsluft hat oft nur 30 bis 50 Prozent. Besprühen Sie die Blätter daher regelmäßig mit kalkarmem Wasser und stellen Sie große Schalen mit Wasser zum Verdunsten auf.

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Bananenblüten kann man nur in warmen Wintergärten bewundern. Foto: Shutterstock

Schmucke Blätter vom Baumfarn oder Elefantenohr und üppige Blüten von Kerzenstrauch, Zieringwer oder Goldähre sorgen ganzjährig für eine Dschungelatmosphäre. Besondere Highlights sind tropische Nutzpflanzen wie Mangos, Guaven oder Acerolakirsche.

Pflege der Pflanzen im Wintergarten

Die Blätter fallen? Kein Grund zur Sorge. Wenn Ihre neuen Pflanzen in den ersten Wochen nach dem Kauf die Blätter verlieren, ist das normal. Die Pflanzen brauchen eine gewisse Zeit, um sich zu akklimatisieren. In unseren Breitengraden werfen Bäume und Sträucher das Laub im Rhythmus der Jahreszeiten ab. Auch die tropischen Pflanzen erneuern ihre Blätter, jedoch nicht alle auf einmal, sondern über das ganze Jahr verteilt. Etwas Laubfall ist also bei Pflanzen tropischer Herkunft kein Grund zur Sorge.

Leider bleiben auch Pflanzen im Wintergarten nicht von Schädlingen verschont. Eine regelmäßige Kontrolle ist wichtig, denn je früher der Schädlingsbefall erkannt wird, desto leichter ist die Bekämpfung. Untersuchen Sie ab und zu die Pflanzen auf Krankheitssymptome und besonders die jungen Pflanzenteile und Blattunterseiten auf Schädlinge. Denn oft vermehren sie sich unbemerkt auf einzelnen Pflanzen und überschwemmen von dort die ganze Wohnung. Deformierte Blätter sind ein Hinweis auf Schädlinge, die meist mit bloßem Auge zu erkennen sind.

Es sind jedoch nicht gleich Schädlinge am Werk, wenn sich die Blätter verfärben. Pflegefehler, ein falscher Standort oder auch Mangel an Nährstoffen täuschen oft Schädlingsbefall vor. Welkt die ganze Pflanze, überprüfen Sie zunächst, ob Wasser im Untersetzer steht. Gießen Sie ggf. das Wasser ab.

Gießfehler machen den Pflanzen ohnehin am meisten zu schaffen: Gegossen wird, wenn das Substrat abgetrocknet ist. Obwohl alle Pflanzen Wasser brauchen, tut man oft zu viel des Guten. Der Wasserbedarf richtet sich nach der Jahreszeit, der Pflanzenart, der Pflanzen- und Topfgröße sowie dem Standort. Im Winter wird sparsamer gegossen als in der Wachstumsperiode, große Pflanzgefäße mit viel Substrat speichern mehr Wasser als kleine, in denen sich fast nur noch Wurzeln befinden.

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