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Balkonpflanzen

Balkonpflanzen - Tipps zur Auswahl und Pflege. Richtig ausgesucht machen Balkonpflanzen den Balkon wohnlich. Pflanzen bieten Sichtschutz, sind pflegeleicht und manche mögen's sogar schattig.

Balkonpflanzen werden im Handel als “Beet- und Balkonpflanzen” angeboten, gemeint sind Saisonpflanzen wie z.B. Geranien, Lobelien oder Fuchsien, von denen viele Arten sogar mehrjährig sind und frostfrei im Keller überwintern können. Balkonpflanzen überzeugen nicht nur im Topf oder Kübel, sondern lassen sich auch gut als Blumendeko arrangieren.

Balkonpflanzen versprechen Blüten, Sichtschutz und gute Laune!
Balkonpflanzen versprechen Blüten, Sichtschutz und gute Laune!

Tipps zum Kauf von Balkonpflanzen

Wer Balkonpflanzen sorgfältig aussucht spart sich später viel Ärger. Ob schattig oder sonnig, kaufen Sie nur solche Pflanzen, deren Standortansprüche Sie auch erfüllen können und die von ihrer Wuchshöhe her zum Balkon passen. Kletternde Balkonpflanzen sind übrigens auch ideale Schattenspender: Wicken oder Schwarzäugige Susanne ranken in großen Kübeln an Gittern hoch und bilden ein dichtes Blätterdach. Wichtig: viel gießen!

Kaum sind die langen Frostperioden überstanden, bieten Gartencenter Balkonpflanzen in Hülle und Fülle an. Fast jedes Jahr gibt es neue Sorten, oft sogar komplett neue Arten. Greifen Sie ruhig zu, wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches gefällt. Notieren Sie sich aber gleich vor Ort auf einem Block Namen und Standortansprüche der Pflanzen, damit Sie ihnen später einen geeigneten Platz geben können.

Auf Schädlinge achten

Hände weg von Pflanzen mit gelben Blättern oder ausgetrocknetem Wurzelballen, das deutet auf schlechte Pflege im Laden hin, die Pflanzen sind geschwächt und bleiben besser stehen. Balkonpflanzen mit vielen Knospen und gut durchwurzeltem, feuchtem Erdballen sind die beste Garantie für lange Blühfreude. Außerdem sollten die Triebe frei von offensichtlichen Beschädigungen und Schädlingen sein.

Schauen Sie den Balkonpflanzen ruhig unter die Blätter, sitzen dort Läuse & Co., bleiben die Pflanzen gleich stehen. Schildläuse nuckeln auch an den Trieben und entlang der Blattadern, man erkennt sie an braunen, leicht erhabenen Flecken.

Balkonpflanzen wie Löwenmäulchen, Geranien und Petunien sind in weißen Kästen gut und dekorativ aufgehoben. Foto: Anke Schütz
Balkonpflanzen wie Löwenmäulchen, Geranien und Petunien sind in weißen Kästen gut und dekorativ aufgehoben. Foto: Anke Schütz

Tipp: Nach dem Kauf sollten Sie die Pflanzen möglichst bald in größere Töpfe oder Kästen setzen und sie noch nicht in die pralle Sonne stellen. In den kleinen Verkaufstöpfen trocknen Balkonpflanzen sonst leicht aus und nehmen dauerhaft Schaden.

Auch wenn es bis Mitte Mai noch Frost geben kann, den die meisten Balkonpflanzen nicht vertragen, sollten Sie frühzeitig zugreifen und die Pflanzen dann lieber bei möglichen Spätfrösten abdecken. Das Dilemma: Kauft man Pflanzen erst im Mai, sind die besten oft schon ausverkauft.

Balkonpflanzen auf sonnigen Südbalkonen

Liegt der Balkon vor der Südseite des Hauses, heizt die Mittagssonne ihn gnadenlos auf. Ohne Sonnenschutz droht der eigenen Haut ebenso wie vielen Balkonpflanzen ein kräftiger Sonnenbrand. Mit praller Sonne und ohne spezielle Wasserspeicherkästen kommen fast nur Balkonpflanzen wie Sukkulenten oder Echeverien zurecht. Weil sie in ihren dickfleischigen Blättern Wasser speichern, können sie auch längere Trockenzeiten überbrücken.

Ein Sonnenschutz tut auch Balkonpflanzen gut. Damit er nicht weg weht, brauchen Sonnenschirme und Sonnensegel ausreichend Halt. Foto: K. Eulenburg.
Ein Sonnenschutz tut auch Balkonpflanzen gut. Damit er nicht weg weht, brauchen Sonnenschirme und Sonnensegel ausreichend Halt. Foto: K. Eulenburg.

Bei ausreichender Wasserversorgung bilden Balkonpflanzen wie Geranien, Zauberglöckchen oder Petunien meterlange Triebe, die aus der Ferne wie bunte Blütenwasserfälle aussehen. Für solch eine Leistung wollen Balkonpflanzen natürlich wöchentlich einen Happen Flüssigdünger und bei Hitze stets feuchte Erde.

Wer seine Balkonpflanzen nicht zweimal täglich gießen will, pflanzt sie in große Gefäße oder gleich in Wasserspeicherkästen für Balkonpflanzen. Diese haben einen Tank, aus dem sich die Pflanzen nach Bedarf bedienen können. Die Erde speichert noch mehr Wasser, wenn Sie spezielles Granulat untermischen.

Geeignete Balkonpflanzen für sonnige Standorte

- Geranien (Pelargonium zonale und P. peltatum): hängende und stehende Arten

- Petunien (Petunia): reichlich Gießen und Düngen

- Zauberglöckchen (Calbrachoa): oft als Minipetunien angeboten. Verwelkte Blüten werden einfach überwachsen

- Kapmargerite (Osteospermum): Blüten öffnen sich nur bei Sonne

- Gold-Zweizahn (Bidens): sehr wüchsig, überhängende Triebe

- Husarenknöpfchen (Sanvitalia procumbens): bildet dichte Blütenteppiche, die Blüten sehen wie kleine Sonnenblumen aus

- Portulakröschen (Portulaca grandiflora): kräftige Blütenfarben, verträgt Trockenheit

- Vanilleblume (Heliotropium arborescens): violette Blüten mit Vanilleduft

- Blaues Gänseblümchen (Brachycome multifida): sehr reich blühend, ideal für Blumenampeln

- Zinnie (Zinnia elegans): mit ihren weichen Blättern eine sehr durstige Pflanze

Balkonpflanzen im Schatten: wo wenig Licht hinkommt, wirft sich Laurentia in Schale.
Balkonpflanzen im Schatten: wo wenig Licht hinkommt, wirft sich Laurentia in Schale.

Balkonpflanzen für schattige Nordbalkone

Auch wo die Sonne nur wenige Stunden am Tag hinkommt, gedeihen viele Balkonpflanzen. Weiße Gefäße reflektieren das Licht und hellen so dunkle Ecken weiter auf. Pflanzen mit panaschierten oder mehrfarbigen Blättern peppen auch dunkle Ecken auf, und natürlich müssen Sie auch auf Blüten nicht verzichten. Fuchsien zum Beispiel fühlen sich im Schatten sogar wohler als in der Sonne, weil ihre Blätter dort schnell verbrennen.

- Begonien (Begonia): die Knollen ab Februar im Haus vortreiben

- Fuchsien (Fuchsia): bei ausreichender Wasserversorgung auf für die Sonne geeignet

- Fleißige Lieschen (Impatiens walleriana): kühler Standort, direkte Sonne vermeiden

- Edellieschen (Impatiens): leuchtende Farben, Verblühtes entfernen

- Schneeflockenblume (Sutera diffusus, früher Bacopa) : kommt im Schatten gut zurecht, hat aber weniger Blüten als an sonnigen Plätzen

- Hortensie (Hydrangea): große Blütendolden, hoher Wasserbedarf

Balkonpflanzen für Ost- und Westbalkone:

Ein Ost- oder Westbalkon ist für Pflanzen ideal, dort ist es hell und die pralle Mittagssonne macht keine Probleme. Pflanzen für den Schatten wachsen auf einem Ost- oder Westbalkon ebenfalls.

- Ziertabak (Nicatiana x sanderae): zarter Duft in den Abendstunden

- Männertreu (Lobelia): satt blaue Blüten, Ende Juli kräftig stutzen

- Leberbalsam (Ageratum houstonianum): reichlich gießen

- Fächerblume (Scaevola): selbstreinigende Blüten

- Studentenblume (Tagetes): leuchtende Blüten in feurigen Farben

Setzen Sie Balkonpflanzen nur in hochwertige Blumenerde, das macht sich bezahlt!
Setzen Sie Balkonpflanzen nur in hochwertige Blumenerde, das macht sich bezahlt!

Welche Erde für Balkonpflanzen?

In ihren engen Töpfen und Kästen sind Balkonpflanzen ganz besonders auf gutes Substrat angewiesen. Denn Wasser und Nährstoffe aufnehmen, sie festhalten und wieder abgeben und dabei auch noch schön locker bleiben – das Substrat leistet Schwerstarbeit. Daher sollten Sie nur hochwertige Markenprodukte kaufen, die auch in längeren Regenperioden nicht vernässen und in sich zusammensacken.

Substrate für Balkonpflanzen sind bereits fertig gedüngt. Es gibt sogar welche, die neben einem Startdünger auch Langzeitdünger enthalten, den Sie auch separat in die Erde einarbeiten können. Nachdüngen müssen Sie dann erst nach vier bis sechs Wochen, wenn der Dünger verbraucht ist. Dafür nehmen Sie Flüssigdünger, denn Sie dann nach Herstellerangaben alle ein bis zwei Wochen ins Gießwasser mischen.

Wie viele Balkonpflanzen passen in einen Kasten?

Pro Meter Balkonkasten können Sie mit sieben Pflanzen rechnen, die Sie in hochwertige Erde setzen. Wichtig: Gönnen Sie überwinternden Balkonpflanzen jedes Jahr im Frühling frische Erde, die alte aus dem Vorjahr ist ausgelaugt und kann vernässen.

Kein Platz für Balkonpflanzen? Hängen Sie Töpfe mit Petunien und anderen Pflanzen doch mit hübschen Bändern an eine sonnige Wand.
Kein Platz für Balkonpflanzen? Hängen Sie Töpfe mit Petunien und anderen Pflanzen doch mit hübschen Bändern an eine sonnige Wand.

Die richtigen Gefäße für Balkonpflanzen

Die Auswahl an Töpfen für Balkonpflanzen ist ebenso groß wie der Unterschied in Preis und Qualität. In kostspieliger Terrakotta aus Impruneta sehen Balkonpflanzen natürlich wunderschön aus, Billigheimer kosten wenig, sind aber oftmals ebenso wenig winterfest. Leichte Kunststofftöpfe in Steinoptik sehen mittlerweile täuschend echt aus, fallen bei Wind aber leicht um, wenn man sie mit hohen Balkonpflanzen bestückt.

Blühende Ideen mit Balkonpflanzen

Wir haben tolle Pflanzenkombinationen mit Sommerblumen für Sie in Szene gesetzt – exotisch, elegant, klassisch oder mit ländlichem Charme. Nachmachen unbedingt erwünscht!

Balkonpflanzen pflegen

Damit Balkonpflanzen keine Samen bilden und ihnen nicht die Kraft für neue Blüten ausgeht, muss Verblühtes regelmäßig ausgeputzt werden. Das überredet die Balkonpflanzen zur Knospenbildung. Die welken Blütenstände von großblütigen Balkonpflanzen wie Geranien lassen sich mit den Fingern leicht ausbrechen. Bei Pflanzen mit weichen Blütenstielen wie bei Margeriten schneidet man Verblühtes mit der Schere ab.

Balkonpflanzen zum Naschen: Auch in kälteren Gebieten wachsen Weinreben wie Vitis 'Regent' in Töpfen.
Balkonpflanzen zum Naschen: Auch in kälteren Gebieten wachsen Weinreben wie Vitis 'Regent' in Töpfen.

Balkonpflanzen sind ganz schöne Schluckspechte. Mit einer Brause kann man gezielt und ausreichend wässern. Töpfe mit hängenden Pflanzen erreicht man mühelos mit langen Gießstäben. Manchmal reicht für solche Balkonpflanzen auch schon die klassische Gießkanne mit verlängertem Ausgießer. Bei Pflanzen, die an heißen Sommertagen auszutrocknen drohen, hilft nur das Tauchbad im Eimer.

Winterharte Balkonpflanzen

Auch viele winterharte Stauden eignen sich für einen Standort im Schatten. Dazu gehören Bergenien, Farne und besonders die Funkien, deren dekorative Blätter je nach Sorte blau bereift, frischgrün, weiß  oder gelb gerandet sind. Einen Platz im Kübel verdienen auch Hortensien und Rhododendren. Diese schattenverträglichen Gehölze können zwei Jahre lang im gleichen Topf stehen, bevor man sie mit frischer Erde für Balkonpflanzen in einen größeren setzen sollte.

Balkonpflanzen: es müssen nicht immer Klassiker sein

Neben Klassikern wie Geranien & Co. geben aromatische Tomaten, pralle Paprika oder duftende Kräuter hervorragende Balkonpflanzen ab. Balkongemüse ist nicht nur lecker, sondern machtsogar den blühenden Balkonpflanzen Konkurrenz: das sattgrüne Laub und die leuchtende Früchte sind ebenso ein Blickfang wie die Blüten anderer Balkonpflanzen.

Und mit schönen Übertopfen gestylt, macht Balkongemüse eine richtig gute Figur. Mangold hat je nach Sorte weiße, rote oder leuchtend gelbe Stiele, Kartoffeln haben große, rein weiße Blüten. Als Balkonpflanzen wachsen beide in großen Eimern oder Kübeln.

Hohe Balkonpflanzen wie Gräser sorgen für Sichtschutz.
Hohe Balkonpflanzen wie Gräser sorgen für Sichtschutz.

Wenn neugierige Einblicke oder wenig attraktive Ausblicke stören, sind kletternde Balkonpflanzen eine ideale Lösung. Sie wachsen in Kübeln mit integriertem Rankgitter, blühen unermüdlich und werden dicht wie eine Mauer. Neben den Balkonpflanzen gibt es natürlich auch noch die klassischen Lösungen wie Paravents oder Holzwände.

Text: Thomas Hess; Fotos: Anke Schütz

Sichtschutz mit Balkonpflanzen