Oleander (Nerium oleander)

Alles über Standort, Pflege, Vermehrung und Krankheiten: Wissenswertes über Oleander und wertvolle Pflegetipps.
Oleander (Nerium oleander)

Pflanzenfamilie

Apocynaceae (Hundsgiftgewächse)

Allgemein

Wer schon einmal im Mittelmeerraum Urlaub gemacht hat, der hat sicher auch schon die verschwenderisch blühenden Oleandersträucher bewundert. Eine solche Blütenpracht werden Sie bei uns aber nur in sonnenreichen Sommern sehen. Rosa, rot, weiß, violett oder auch gelb, einfach oder gefüllt - aus der ursprünglichen rosaroten Art wurden eine ganze Reihe verschiedener Sorten kultiviert. Es gibt sogar eine - Variegata genannt -, die Blätter mit weißen oder gelblichen Rändern hat. Als Jungpflanze hat ein Oleander noch weiche, biegsame Triebe. Später dann, wenn er auch beachtliche Ausmaße erreichen kann (denken Sie an den notwendigen Platz für den Kübel!), werden sie holzig. Der Oleander ist ein richtiges Sonnenkind. Je schöner der Sommer, desto mehr Blüten bekommt er. In einem verregneten Jahr dagegen setzt er oft nur Knospen an; die Blüten öffnen sich nicht, sondern fallen vorher ab.

Arten

Zwar gibt es in den Mittelmeerländern und auch in Asien mehrere Nerium-Arten. Die Topfpflanze ist aber immer Nerium oleander. Davon allerdings gibt es verschiedene Sorten. Am kräftigsten, am regenfestesten, am größten sind die einfachen, rosablühenden Oleanderpflanzen.

Standort

Im Sommer fühlt sich der Oleander auf der Terrasse oder dem Balkon am wohlsten. Da er sogar schwache Nachtfröste verträgt, kann er schon im April nach draußen und braucht erst im Oktober wieder ins Haus. Suchen Sie den sonnigsten Platz, den Sie haben. Das gilt auch für Pflanzen, die das ganze Jahr über im Zimmer oder Wintergarten stehen. Problematisch wird's im Herbst und Winter. Von Anfang Oktober bis zum März muss die Pflanze hell und sehr kühl stehen. Die Temperatur sollte nicht über 10 Grad liegen.

Pflege

Der Oleander ist eine ganz besonders durstige Pflanze. Im Sommer darf sogar immer etwas Wasser im Untersatz stehen. Im Winter allerdings wird weniger gegossen. Aber auch dann darf die Erde nie austrocknen.
Von April an wird jede Woche einmal Flüssigdünger gegeben. Aber nur bis August, danach sollten die Triebe ausreifen. Wenn Sie im Frühjahr umtopfen (bei jungen Pflanzen jährlich, bei älteren nur noch alle paar Jahre), dann nehmen Sie Plastikcontainer oder Holzkübel. Tontöpfe verdunsten zu viel Wasser.

Vermehrung

Üblich ist die Vermehrung durch Kopfstecklinge. Denken Sie aber beim Schneiden daran, dass der Oleander giftig ist. Ziehen Sie Handschuhe an. Wer sich Stecklinge aus dem Urlaub mitbringt, sollte sie in Plastiktüten transportieren. Im Sommer bekommen die Triebspitzen sogar schon im Wasser Wurzeln.

Krankheiten und Schädlinge

Wenn sich beim Oleander die Knospen nicht öffnen, kann schlechtes Sommerwetter schuld sein. Räumen Sie ihn mit Knospen ein; sie öffnen sich im nächsten Jahr. Sieht ein Oleander im Frühjahr schlecht aus, kann ein zu dunkler Winterplatz daran schuld sein. Aber er erholt sich wieder. Bei zu warmer Überwinterung treten leicht Schädlinge auf, vor allem Schild- und Wollläuse. Sie werden nach den üblichen Methoden bekämpft. Wenn im Sommer die Blätter schlapp herunterhängen, haben Sie wahrscheinlich zu wenig gegossen. Der Oleander braucht sehr viel Wasser. Blasse Blätter sind Zeichen für zu wenig Dünger.

Extratipp

Wichtig für Balkon- und Terrassenbesitzer: Ungefüllte Oleandersorten sind regenfester als gefüllt blühende.

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