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Lilie: stolze Geisha

Lilie - Pflanzenportrait und Tipps. Die Sonne geht auf! Vor rund 200 Jahren kam die Lilie aus Japan und verwöhnt nun mit magischen Farben und Mustern unsere Gärten.

Als Trendscout würde man den Entdecker der Lilie wohl heute bezeichnen. Zu seiner Zeit, vor knapp 200 Jahren, galt Philipp Franz von Siebold als Naturforscher: Angespornt von den Wünschen reicher Europäer, die mit ihren Gärten prunken wollten, graste er die Wälder und Schluchten Japans nach unbekannten Schönheiten ab und fand dabei die Lilie.

Lilienblüte
Satte Farben und ein oft intensiver Duft: Lilien begeistern im Topf, in der Vase und im Gartenbeet.

Lilie: japanische Schönheit
En vogue war früher nicht nur die Lilie, sondern alles, was aus dem Land der aufgehenden Sonne kam – weil es selten und kostbar war. Das asiatische Kaiserreich hatte sich seit 1639 gegen den europäischen Expansionsdrang abgeschottet, kaum ein Pflänzchen gelangte in Richtung Westen. Naturforscher Siebold aber hatte beste Verbindungen und brachte als extravaganten Blumenschatz die Lilie mit, und zwar die Prachtlilie (Lilium speciosum). Europa war entzückt. Die Reichen hatten mit der Lilie eine neue Luxusblume und die Züchter Nachschub für Kreuzungen mit anderen Lilien.

Anfang des 20. Jahrhunderts schafften es die Lilienzüchter, die europäische, asiatische und amerikanische Lilie zu einer Fülle gartentauglicher Sorten zu vereinen – die Lilie wurde populär. In Rot-, Gelb- und Weißtönen, mit getupften oder gestreiften Blütenblättern, die sich zu Trichtern formen oder so aufrollen, dass sie einem Turban ähneln, leuchten heute viele Sorten der Lilie heute von Juni bis August in den Gärten.

Lilie: praktische Tipps
Eine Lilie will Sonne im Gesicht, Schatten am Fuß und leicht saure, nährstoffreiche Erde. Gepflanzt werden die Zwiebelblumen im Herbst, wichtig ist guter Wasserabzug. Deshalb den Boden gut auflockern und den Grund des Pflanzlochs mit Sand ausstreuen.