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Tulpen: leuchtende Frühlingsboten

Tulpen begeistern mit der richtigen Pflege jahrelang, richtig inszeniert werden sie zur tollen Deko, die sogar kopfüber und verdreht noch eine fabelhafte Figur macht. Die Blütezeit der Tulpen geht bis in Mai, und das mit so viel Energie wie kaum eine andere Pflanze.
Tulpen-Cocktail: Tulpen aus dem Topf nehmen, Zwiebeln abspülen und in ein Glas setzen. Nur so viel Wasser einfüllen, dass die Wurzeln gerade bedeckt sind.

Der Frühling gehört den Tulpen. Wunderbar geformt und brillant gefärbt, stellen die Blüten der Tulpe annähernd alles in den Schatten, was der Club der Frühlingsblüher sonst zu bieten hat. Und mit Tulpen in der Vase holen Sie sich schon mitten im Winter den Frühling ins Haus.

Tulpen: vom Spekulationsobjekt zur Schönheit für jedermann

Wie keine andere Frühlingsblume haben Tulpen den Menschen den Kopf verdreht und viele ihrer Liebhaber in den Ruin getrieben – im 17. Jahrhundert waren Tulpen eine kaum bezahlbare Kostbarkeit. Die ersten kamen Ende des 16. Jahrhunderts in die Niederlande und waren für die Menschen der damaligen Zeit absolut exotische Blumen. Kaum einer konnte sich die damals sehr teuren Zwiebeln der Tulpen leisten – so wurden Tulpen schnell zu einem Statussymbol.

Tulpen pflegen


Standort: Wichtig ist ein sonniger Standort. Im Halbschatten lässt die Blühfreude nach dem ersten Jahr deutlich nach.

Boden: Tulpenzwiebeln fangen bei Staunässe leicht an zu faulen. Schwere Böden vor dem Legen der Zwiebeln im Herbst gründlich lockern und etwas Sand oder groben Kies mit ins Pflanzloch geben, damit das Wasser versickert

Pflanztiefe: Für Tulpen gilt als Faustregel die zwei- bis dreifache Zwiebelhöhe

Achtung, Wühlmäuse: Tulpenzwiebeln sind bei Wühlmäusen eine beliebte Knabberei. Gitterkörbe aus Plastik bieten Platz für mehrere Zwiebeln und halten die Nager fern. Legt man zusätzlich ein Vlies darüber, können sie auch von oben nicht gefressen werden.

Tipp: Die schönsten Blüten-Effekte im Beet erzielt man, wenn die Tulpenzwieln in lockeren Gruppen von fünf bis zehn Stück gepflanzt werden.

Ein Vermögen für eine Tulpe

Manche Zwiebeln wechselten im 17. Jahrhundert für atemberaubende Summen ihren Besitzer. Die wohl berühmtesten und inzwischen ausgestorbene Rembrandt-Tulpen waren die ‘Semper Augustus’. Sie waren 1637 – kurz vor dem Zusammenbruch des Tulpen-Markts – wegen ihres besonderen Aussehens mit 10.000 Gulden pro Zwiebel die teuersten Tulpen, die es jemals gab. Für den Gegenwert bekam man ein Grachtenhaus in Amsterdam. Der Markt für Tulpen wurde überstrapaziert, bis die “Tulpenblase” schließlich 1673 platzte.

Tulpen mit fedrigen Formen oder geflammten Blüten wirken besonders frisch und knackig. Durstig sind sie alle in der Vase, also gut anschneiden und regelmäßig Wasser nachfüllen.

Die Faszination für Tulpen blieb aber, so dass es heute unzählige Arten und Sorten gibt – die zum Glück für alle Gartenfans erschwinglich sind. Tulpen werden je nach Art zwischen 10 und 75 cm hoch und gehören zu den Liliengewächsen. An den heutigen Tulpen-Sorten ist meistens die Tulipa gesneriana beteiligt. Tulpen lieben sonnige Plätze und durchlässige Böden.

Tulpen im Garten

Im Beet brauchen Tulpen einen sonnigen Platz. Die Tulpenzwiebeln werden im Herbst rund zehn Zentimeter tief eingesetzt. Ein Trick lässt die Tulpen schön natürlich aussehen: Zwiebeln verschiedener Sorten in einem Eimer mischen, dann wahllos ins Beet werfen und dort einbuddeln, wo sie gelandet sind. Tulpen bilden immer wieder frische Knollen, aus denen sie im Folgejahr die Kraft für neue Blüten schöpfen.

Etwas Dünger vor Beginn der Blütezeit sorgt für viele leuchtende Blüten.

Tulpen nach der Blüte

Schneiden Sie die Blätter nach der Blüte auf keinen Fall sofort ab, sondern warten Sie so lange, bis das Laub vollkommen gelb geworden ist. Erst dann hat die Tulpen-Zwiebel genügend Reservestoffe fürs nächste Frühjahr gesammelt. Wollen Sie in einem Beet, in dem jetzt noch viele Tulpen blühen, Sommerblumen pflanzen? Dann graben Sie die Tulpen vorsichtig samt Blättern und Zwiebeln aus. Bis zum Herbst lagert man sie trocken und kühl in einer Obstkiste. Die Zwiebeln nach Sorten und Farben sortieren und kennzeichnen, damit man im Herbst verlässlich die Frühlingsbeete planen kann.

Tulpenzwiebeln werden im Herbst gepflanzt. Einige Züchtungen sind empfindlich und wollen jedes Jahr ausgegraben und neu gepflanzt werden.

Tulpen ausgraben oder nicht?

Es ist nicht unbedingt nötig, dass Sie Tulpen nach der Blüte ausgraben. Die Mühe machen sich ohnehin nur die Wenigsten. Pflanzen Sie aber möglichst langlebige Tulpen (s. unten), die reichlich Tochterzwiebeln bilden. Viele Ziersorten Tulpen lassen sich gut mit Stauden wie Pfingstrosen oder vielen Bodendecken kombinieren, die sowie erst später austreiben. Wichtig ist, dass der Boden im Sommer nicht zu feucht ist, denn sonst faulen die Tulpen und kommen und kommen nicht wieder.

Langlebige Tulpen

Haben Sie sich nicht auch schon einmal gefragt, wo im Frühling die Unmengen Tulpen bleiben, die Sie im Herbst als Zwiebel gepflanzt haben? Selbst wenn ein paar Zwiebeln einem nassen Winter oder dem Appetit der Wühlmäuse zum Opfer gefallen sind, müssten doch viel mehr Blüten zu sehen sein! Der Grund dafür liegt auch nicht in mangelnder Pflege – viele Züchtungen sind einfach kurzlebig. Sie blühen nur eine Saison und vermehren sich nicht über Tochterzwiebeln. Doch es gibt auch langlebige Tulpensorten: Sie können jahrelang Freude machen.

Zu den ausdauernden Tulpen gehören z.B. viele Darwin-Tulpen, die Viridiflora-Tulpen (die mit dem grünen Strich auf der Blüte), die Forsteriana-, Greigii-Tulpen und die Botanischen Tulpen.

Langlebige Sorten sind z.B.

- ‘Ballerina’ (Orange-Rot)
- ‘China Pink’ (Pink)
- ‘Couleur Cardinal’ Rot)
- ‘Formosa’ (Gelb-Grün)
- ‘Hamilton’ (Gelb, gefranst)
- ‘Golden Apeldoorn’ (Gelb)
- ‘Orange Emperor’ (Orange)
- ‘Oxford’ (Rot mit gelbem Boden)
- ‘Peach Blossom’ (Rosa gefüllt)
- ‘Peach Impression’ (Rosa)
- ‘Pink Impression’ (Rosa)
- ‘Spring Green’ (Weiß-Grün)
- ‘Queen of the Night’ (Dunkelrot)
- White Triumphator’ (Weiß)

Tulpen im Topf

Wollen Sie im Frühjahr blühende Tulpen auf Terrasse oder Balkon präsentieren, müssen die Zwiebeln zwischen September und November in Töpfe gepflanzt werden. Diese den Winter über kühl, aber frostfrei aufstellen, ab März draußen verteilen – und dem ersten Grün der Tulpen vom Fenster aus entgegenfiebern. Das gelingt aber nur, wenn die Erde im Topf nicht dauernd nass ist.

Tulpen sind dankbare Vasenblumen.

Tulpen: Vasenspektakel

Lange bevor die allerersten Tulpen aus dem Boden brechen, stapeln sich bündelweise knospige Tulpen auf den Tischen der Wochenmärkte – verlockend wie bunte Zuckerware. Völlig unmöglich, an den Tulpen vorbeizugehen! Im Gegenteil, am liebsten würden wir gleich zehn Bund Tulpen auf einmal mitnehmen. Denn schon nach einer Nacht im warmen Zimmer entfalten die Tulpen ihre volle Pracht. Nun können wir dabei zuschauen, wie die Blüten sich allmählich öffnen und die Tulpen ihre steife Haltung verlieren. Denn Stängel der Tulpen wachsen in der Vase weiter – bis sie sich lässig über deren Rand beugen. Wer das nicht möchte, sticht die Tulpen direkt unterhalb der Blütenböden mit einer Nadel ein. Dann wachsen die Tulpen nicht weiter.

Ob knallig oder pastell, Tulpen verbreuten mit ihren frischen Farben einfach gute Laune.

Tulpen: anti aging in der Vase?

In der Regel sind es Mikroorganismen im Wasser, die den Schnittblumen in der Vase zu schaffen machen. Um Tulpen in der Vase länger frisch zu halten, sollten Sie das Wasser häufiger wechseln. Stellen Sie die Tulpen am besten in eine Glasvase, die Sie nur zu einem Drittel füllen. Wenn die Tulpen das meiste Wasser verbraucht haben, füllen Sie frisches nach. So können sich Mikroorganismen im Tulpenwasser gar nicht erst vermehren. Frischhaltemittel vom Floristen sind eine Alternative, da diese antibakterielle Substanzen enthalten.

Nahrung, etwa in Form von einer Prise Zucker, brauchen Tulpen und auch andere Vasenblumen nicht. Dieser ist nur ein Leckerbissen für Bakterien, und die Tulpen welken schneller. Die oft empfohlene Kupfermünze im Wasser der Tulpen hilft auch nicht. Kupfer wirkt zwar antibakteriell, aber das dauert. Bis dahin sind die Tulpen längst auf natürlichem Weg verwelkt.