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Gartenteich

Gartenteich – Anlegen, Tipps zur Pflege und Algenbekämpfung: Richtig angelegt und bepflanzt, ist ein Gartenteich so pflegeleicht wie ein Beet und Algen machen kaum Probleme.

Gartenteiche sind eine absolute Oase der Ruhe, die an sonnigen Tagen geradezu zum Verweilen einladen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Garten groß oder klein ist, ein Gartenteich passt überall hin, sogar auf die Terrasse.

Naturteich oder Wasserbecken? Wer einen Gartenteich anlegen will, wird über die Vielfalt der Möglichkeiten überrascht sein. Neben persönlichen Vorlieben beeinflussen auch der Stil des Gartens und seine vorrangige Nutzung die Gestaltung eines Gartenteiches.

Naturliebhaber werden sich für einen Gartenteich mit geschwungenem Ufer und einer großen Vielfalt an Pflanzen entscheiden, in der auch heimische Tiere einen Lebensraum finden. Dieser Teichtyp lässt sich in das Gesamtbild von Landhaus- oder Naturgärten leichter einbetten als ein eckiges Becken.

Formaler Gartenteich mit Sumpfdotterblumen am Rand. Das schmale Becken hat einem Rand aus Kantholz. Foto: E. Borkowski
Formaler Gartenteich mit Sumpfdotterblumen am Rand. Das schmale Becken hat einem Rand aus Kantholz. Foto: E. Borkowski

Wie sollte ein Gartenteich beschaffen sein?

Ein formaler Zierteich besticht durch seine architektonische Form, durch Eleganz und klare Linien. Pflanzen werden sparsam, aber effektvoll eingesetzt. Im Vordergrund steht ein repräsentatives Aussehen, das neben einem Sitzplatz die gewünschte Aufmerksamkeit erhält.

Die Größe vom Gartenteich bestimmt den Pflegeaufwand und richtet sich nach persönlichen Vorlieben, der Gartengröße und nach der geplanten Nutzung.

Gartenteich: wie hoch ist der Pflegeaufwand?

Pflanzen abschneiden, Blätter abfischen oder Algen bekämpfen –  je größer ein Gartenteich ist, desto weniger Pflege braucht er, da sich mit der Zeit ein Gleichgewicht zwischen Wachstum und Abbau von Pflanzen einstellt.. Ab einer Wasserfläche von 20 qm sind naturnahe Gartenteiche pflegeleicht wie Staudenbeete  - rechnen Sie je also nach Teichgröße mit 1-2 Stunden Pflege pro Woche.

Pflanzen abschneiden, Blätter abfischen oder Algen bekämpfen –  je größer ein Gartenteich ist, desto weniger Pflege braucht er, da sich mit der Zeit ein Gleichgewicht zwischen Wachstum und Abbau von Pflanzen einstellt.. Ab einer Wasserfläche von 20 qm sind naturnahe Gartenteiche pflegeleicht wie Staudenbeete  - rechnen Sie je also nach Teichgröße mit 1-2 Stunden Pflege pro Woche.

In formalen Gartenteichen mit spärlicher Bepflanzung müssen Sie nicht mit wuchernden Pflanzen kämpfen, dafür aber vermehrt auf Algen achten. Das gilt auch bei hohem Fischbesatz, da die Ausscheidungen der Fische und unverbrauchtes Futter wie Dünger wirken.

Da auf einen ausgedehnten Ufersaum verzichtet werden kann und ein formaler Gartenteich direkt mit einem Sitzplatz abschließen kann, nimmt er wenig Platz ein und ist somit auch eine Lösung für kleine Gärten. Geometrische Gartenteiche sind meist aus Kunststoff oder Beton. Letzteres ist zwar kostspieliger, hat aber den Vorteil, dass der Sockel zur Sitzmauer hochgezogen werden kann.

Entspannen, fit bleiben und Natur erleben - der Freizeitwert eines Schwimmteichs ist enorm. Foto: BGL
Entspannen, fit bleiben und Natur erleben - der Freizeitwert eines Schwimmteichs ist enorm. Foto: BGL

Ein Schwimmteich vereint Naturerlebnis, Optik und Badespaß. Für so einen Gartenteich sollte man mindestens 60 qm einplanen. Eine große, mit Schilf und Schwertlilien bepflanzte Reinigungszone macht es möglich, morgens und nach Feierabend in weichem, chlorfreiem Wasser zu baden. Wenn die Entscheidung für einen Teichtyp gefallen ist, kann die Planung ins Detail gehen.

Wo lege ich meinen Gartenteich am besten an? Da man den Gartenteich später natürlich nicht einfach versetzen kann, sollte der Standort gut geplant werden. Ein Gartenteich sollte gut einsehbar sein, damit Sie die Tier- und Pflanzenwelt auch sehen und spielende Kinder im Blick haben. Wenn allerdings kleine Kinder im Garten spielen, sollten Sie den Gartenteich sicher einzäunen oder im Zweifelsfall lieber noch ein paar Jahre warten, bis die Kinder größer sind!

Haben Kinder zum Garten Zutritt, sollten Sie den Gartenteich sicher einzäunen oder ganz auf ihn verzichten.
Haben Kinder zum Garten Zutritt, sollten Sie den Gartenteich sicher einzäunen oder ganz auf ihn verzichten.

Planen Sie einen Gartenteich nicht direkt unter Bäumen, das Falllaub begräbt sonst den ganzen Gartenteich unter sich, die Wurzeln können die Teichfolie durchbohren. Schatten lässt Pflanzen im Gartenteich außerdem nur vor sich hin mickern, sechs Stunden Sonne gelten für einen Gartenteich als ideal.

In vier Schritten zum Traumteich:

Einen Gartenteich planen

- der Gartenteich sollte gut sechs Stunden Sonne bekommen
- ein Platz unter oder direkt neben Bäumen ist für den Gartenteich schlecht
- spielen kleine Kinder im Garten, sollten Sie mit den Gartenteich noch warten
- Mücken sind im Gartenteich kein Problem
- der Gartenteich sollte vom Sitzplatz gut zu sehen sein

Materialien für Gartenteiche

- Fertigbecken aus Kunststoff sind robuster als Folie, aber unflexibel
- ein Gartenteich aus Folie lässt jede Menge Gestaltungsspielraum
- unter die Folie muss Vlies als Schutzschicht
- Gartenteiche aus Beton sind robust, aber teuer und praktisch nie wieder abzubauen

Den Gartenteich anlegen

- den Umriss des Gartenteiches vor dem Graben mit einem Seil markieren
- auch ein kleiner Gartenteich sollte 70 cm tief sein
- planen Sie unbedingt unterschiedlich tiefe Wasserzonen für die Pflanzen
- die Kapillarsperre am Rand nicht vergessen

Pflanzen für Gartenteiche

- die Seerose bekommt die tiefste Stelle im Gartenteich
- keine gedüngte Erde nehmen
- Unterwasserpflanzen sorgen für Sauerstoff im Gartenteich
- Sumpfpflanzen sind gute Verstecke für Tiere
- die Pflanztiefe ist immer der Abstand zwischen Triebansatz und Wasseroberfläche. Wenn Sie Pflanzkörbe verwenden, müssen Sie deren Höhe von der Teichtiefe abziehen.

Große Naturteiche werden mit Teichfolie abgedichtet.
Große Naturteiche werden mit Teichfolie abgedichtet.

Wer seinen Gartenteich mit Folie auskleidet, kann die Form selbst bestimmen. Sogar geometrische Formen können nach Maß nahezu faltenfrei geschweißt werden. Besonders für große Wassergärten ist die Abdichtung mit Folie von Vorteil. Für einen Gartenteich unter 10 qm Wasserfläche reicht eine 0,5 mm dicke Folie, bei größeren Teichen mit einer Wassertiefe bis 150 cm sollte die Folie 1 mm, bei mehr als 150 cm Tiefe 1,5 mm stark sein.

Kein Gartenteich ohne Seerosen, die es für so gut wie alle Teichgrößen und -tiefen gibt. Hier blüht 'Maurice Laydeker'.
Kein Gartenteich ohne Seerosen, die es für so gut wie alle Teichgrößen und -tiefen gibt. Hier blüht 'Maurice Laydeker'.

Die Sumpfzone geht von 0–10 cm Wassertiefe, die Flachwasserzone von 20–40 cm die und die Tiefwasserzone über 60 cm. Die Tiefwasserzone im Gartenteich sollte nicht mehr als die Hälfte der Fläche einnehmen. Auch kleine Gartenteiche sollten 60 – 70 cm tief sein, auch wenn die Ufer dann steiler abfallen. Zum Bepflanzen steiler Wände gibt es spezielle Pflanztaschen aus Jute.

Modellieren Sie die Terrassen der jeweiligen Wasserzone als flache Mulden, damit die Pflanzen nicht nach unten rutschen.

Los geht's: den Gartenteich anlegen

Ist der Umriss für den Gartenteich mit Hölzchen und einer Schnur markiert, heben Sie den Boden aus und entfernen alle spitzen Steine und Wurzeln. Als Schutz für die Folie polstern Sie den Boden mit Vlies oder auch alten Teppichen. Bei sehr steinigem Boden polstert man die Mulde vorher mit einer 5 bis 10 cm dicken Sandschicht aus. Dann wird die Folie für den Gartenteich verlegt. Diese ist ab 1 mm Stärke so robust, dass Sie getrost, wenn auch vorsichtig, auf sie treten können.

Der Gartenboden darf nicht mit dem Wasser des Gartenteiches in Kontakt kommen, weil er es sonst wie ein Schwamm aus dem Teich heraussaugt. Stellen Sie deshalb den Rand der Folie senkrecht und kaschieren Sie ihn zwischen Steinen oder Kies.

Gartenteich: die Bepflanzung

Schön bepflanzt ist jeder Gartenteich eine Oase der Ruhe, die an lauen Sommerabenden und an sonnigen Wochenenden zum Entspannen einlädt. Aber nur richtig bepflanzt, wird das Wasser im Gartenteich schön klar bleiben.

Sie können den Boden im Gartenteich entweder komplett mit Erde bedecken und die Pflanzen direkt hineinpflanzen oder diese in speziellen Gitterkörbe aus Kunststoff in den Gartenteich setzen. Solche Gitterkörbe im Gartenteich halten allerdings keine wuchernde Pflanzen wie Simsen oder Rohrkolben im Zaum. Es dauert nur etwas länger, bis diese ins Freie kommen und den Gartenteich erobern.

Bei einem Gartenteich mit üppiger Randbepflanzung und Natursteinen am Rand ist die Folie völlig unsichtbar - und Tiere können sich gut verstecken. Foto: T. Römling.
Bei einem Gartenteich mit üppiger Randbepflanzung und Natursteinen am Rand ist die Folie völlig unsichtbar - und Tiere können sich gut verstecken. Foto: T. Römling.

Bepflanzen Sie den Gartenteich so, dass noch gut ein Drittel der Wasserfläche frei bleibt. In kleineren Teichen mit bis zu 80 cm Tiefe sollten Sie auf Fische verzichten.

Natürlich dürfen Seerosen in keinem Gartenteich fehlen, für jede Teichgröße gibt es passende Sorten. Es gibt fertige Teichpflanzenerde zu kaufen, Lehmboden aus dem Garten ohne Wurzelreste tut es aber ebenso. Nur Kompost und gedüngte Erde ist für den Gartenteich absolut tabu.

Vorsicht mit diesen Pflanzen im kleinen Gartenteich

Wasserpest (Elodea canadensis), Tannenwedel (Hippuris vulgaris), Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), Krebsschere (Stratiotes aloides), Starkwüchsige Seerosen (z. B. Nymphaea ‘Gladstoniana’), Seekanne (Nymphoides peltata), Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea), Schilf (Phragmites australis), Simse (Scirpus), Igelkolben (Sparganium) und Rohrkolben (Typha).

Licht setzt den Gartenteich auch nach Einbruch der Dunkelheit stimmungsvoll in Szene.
Licht setzt den Gartenteich auch nach Einbruch der Dunkelheit stimmungsvoll in Szene.

Hier gilt: Raus mit allem, was nicht in den Gartenteich gehört: Faulende Pflanzenstängel, altes Laub, Pollen und Fischkot sind die Ursache für zu viele Nährstoffe und zu wenig Sauerstoff im Teichwasser. Die Folge: Das Wasser wird trübe und der Gartenteich „kippt um“. Daher sollten Sie Fadenalgen vom Teichrand abkratzen, welke Blätter aus dem Wasser fischen und wuchernde Pflanzen im Zaum halten. Wenn sich Fadenalgen im Gartenteich zu stark vermehren, kann man sie mit einem Stock wie Spaghetti aufwickeln und so aus dem Wasser ziehen.

Auch Seerosen brauchen Dünger: ein schmales Rohr bis in den Seerosenkorb stecken, einen Düngekegel hineinstecken und ihn mit einer Stange in die Erde drücken.
Auch Seerosen brauchen Dünger: ein schmales Rohr bis in den Seerosenkorb stecken, einen Düngekegel hineinstecken und ihn mit einer Stange in die Erde drücken.

Damit sich Frosch & Co auch dauerhaft im Gartenteich wohl fühlen, muss dieser mindestens 70 cm tief sein und verschiedene Zonen mit unterschiedlichen Wassertiefen haben. Nur so können auch verschiedene Pflanzenarten im Teich wachsen, zwischen denen sich die Tiere verstecken können. Flache Uferzonen ermöglichen den Tieren zudem einen bequemen Ein- und Ausstieg in den Gartenteich und sind beliebte Badestrände für Vögel. Nackte Ufer formaler Betonteiche sind für Tiere dagegen völlig uninteressant.

Frösche stellen sich mit der Zeit von selbst am Gartenteich ein.
Frösche stellen sich mit der Zeit von selbst am Gartenteich ein.

Unterwasserpflanzen wie Tausendblatt oder Laichkraut sorgen für Sauerstoff im Gartenteich, bieten Tieren Verstecke und hemmen gleichzeitig den Algenwuchs, da sie diesen die Nährstoffe vor der Nase wegschnappen. Frei im Wasser schwimmende Pflanzen wie Wassernuss, Froschbiss oder Krebsscheren erfüllen den gleichen Zweck – und bilden sogar noch leuchtend weiße Blüten.

Am Ufer bieten großblättrige Pflanzen wie Funkien, Geranium oder Heuchera Fröschen und Kröten Schatten und sorgen auch im Sommer für luftfeuchte Ruhezonen. Abgestorbenes Holz in Ufernähe bietet den Tieren ebenfalls Schutz und beherbergt viele Krabbeltiere, die für Frösche reine Leckerbissen sind. Ideal sind dekorative Baumwurzeln oder Rindenstücke großer Bäume.

Gartengeräte gibt es nicht nur für Beete und Bäume, sondern machen auch die Pflege vom Gartenteich zum Kinderspiel. Sie brauchen für den Gartenteich eine Gartenschere, eine Teleskop-Astschere und einen Kescher, mit dem Sie alles abfischen, was an der Oberfläche schwimmt. Auch Fische lassen sich damit problemlos umsetzen und Fadenalgen und Laub entfernen, die sonst Fäulnis im Gartenteich verursachen kann. Die Stiellänge der meisten Kescher lassen sich in der Länge einstellen. Um wuchernde Pflanzen zu entfernen, nehmen Sie eine stumpfe Harke oder einen stabilen Haken am Stiel.

Text: Thomas Heß