Kübelpflanzen: Stars der Saison

Kübelpflanzen pflanzen, pflegen und überwintern - mit diesen Tipps werden Oleander, Agapanthus und andere Kübelpflanzen im Handumdrehen auf der Terrasse oder dem Balkon heimisch.
Blühende Bougainvillee

Die Bougainvillee begeistert an sonnigen Standorten mit ihren leuchtenden Farben.

In diesem Artikel
Beim Kauf von Kübelpflanzen drauf achten
Die drei beliebtesten Kübelpflanzen
Die richtige Erde für Kübelpflanzen
Kübelpflanzen pflegen
Kübelpflanzen umtopfen
Saisonstart der Kübelpflanzen
Pflege im Winterquartier
Kübelpflanzen: ab ins Freie!
Kübelpflanzen überwintern
Die richtige Temperatur für Kübelpflanzen im Winterquartier
Gehölze als Kübelpflanzen
kuebelpflanzen

Kübelpflanzen wie die Engelstrompeten verfallen im Sommer in einen Blütenrausch.

Kübelpflanzen verbreiten pure Urlaubsstimmung, spenden Schatten oder schützen als Sichtschutz vor neugierigen Blicken. Streng genommen ist natürlich jede Pflanze in einem größeren Pflanzgefäß eine Kübelpflanze. Man meint damit aber in der Regel Pflanzen aus mediterranen oder subtropischen Ländern, die bei uns nicht winterhart sind. Das sind nur frostfeste Stauden oder heimische Gehölze, die Sie auch in Kübel pflanzen können.

Beim Kauf von Kübelpflanzen drauf achten

Kübelpflanzen sollten einen kräftigen, gut verzweigten Wuchs haben, sattgrüne Blätter und einen reichen Blütenansatz. Außerdem keinerlei Anzeichen von Krankheits- und Schädlingsbefall wie Fraß- oder Saugspuren an den Blättern zeigen. Achten Sie auch darauf, dass der Wurzelballen gut durchwurzelt ist. Dafür können Sie den Topf im Geschäft ruhig einmal abziehen.

Die Wurzeln sollten außen am Ballen zu sehen sein, wenn man die Pflanze austopft. Fragen Sie nach den Namen der Pflanzen, falls sie kein Etikett haben, damit sie später bei Bedarf die Standort- und Pflegeansprüche nachschlagen können. Wer sehr viele Kübelpflanzen auf dem Balkon haben möchte, sollte auch an das Gewicht der Pflanzen denken. Denn Erde, Töpfe und Wasser können sehr schwer werden.

Die drei beliebtesten Kübelpflanzen

Schmucklilie (Agapanthus):

agapanthus

Blüte:
Juli bis September, in Weiß sowie in Violett- und Blautönen.

Pflege: 
Im Sommer einmal pro Woche flüssig düngen, Verblühtes kappen.

Vermehrung: 
Große Pflanzen nach der Blüte teilen.

Überwintern:
Immergrüne hell und kühl bei 5 bis 10 Grad, Gießen nicht vergessen; laubeinziehende Arten in dunklen, kühlen Räumen (z.B. Keller, Garage).

Engelstrompete (Brugmansia):

engelstrompete

Standort:
sonniger, vor starkem Wind geschützter Platz.

Blüte: 
Juni bis Oktober, in Weiß, Gelb und Rottönen.

Pflege: 
Regelmäßig wässern und düngen, am besten mit jedem Gießen schwach düngen.

Vermehrung: 
Stecklinge im August.

Überwintern: 
kühl bei 5 bis 10 Grad. Bei dunkler Überwinterung fallen die Blätter ab. Die Pflanzen möglichst zeitig hell aufstellen, damit sie bis Mai wieder Blätter haben.

Oleander (Nerium oleander):

oleander

Standort:
volle Sonne, durchlässige und nährstoffreiche Erde.

Blüte: 
Juli bis September, in Weiß sowie in Violett- und Blautönen.

Pflege: 
Wurzelballen gleichmäßig feucht halten, sonst gibt’s gelbe Blätter.
Alte, verkahlte Triebe an der Basis abschneiden. Bei sommerlicher Hitze immer Wasser im Untersetzer stehen lassen.

Vermehrung: 
Stecklinge im Sommer.

Überwintern: 
Hell bei 2 bis 10 °C, verträgt Frost bis -5 °C.

Noch mehr Oleander-Tipps.

Die richtige Erde für Kübelpflanzen

Den Pflanzen Halt geben, Wasser und Dünger aufnehmen, speichern und bei Bedarf wieder abgeben und dabei immer schön locker bleiben: Die Erde im Kübel muss Schwerstarbeit leisten und ist der einzige Wasserspeicher für die Kübelpflanzen, und das während der ganzen Saison. Normale Gartenerde ist damit überfordert und sackt schon nach Wochen in sich zusammen. Ideal ist spezielle Kübelpflanzenerde aus dem Fachhandel.

Wer viele Kübelpflanzen hat, kann sich die Erde auch selber mischen, und zwar aus je einem Drittel Komposterde, Gartenerde mit Lehm und Rindenhumus aus dem Gartencenter. Dazu kommen noch pro Liter Erde zwei Gramm eines mineralischen Volldüngers.

kuebelpflanze-lantana

Wandelröschen (Lantana camera) blühen vom Mai bis zum ersten Frost. Auf Weiße Fliegen achten, die sich gerne unter den Blättern einnisten!

Kübelpflanzen pflegen

Die Wichtigste Pflege ist eine ausreichende Wasser und Nährstoffversorgung. Klingt banal, vor allem große Kübelpflanzen sind im Sommer aber so durstig, dass Sie oft mehrmals am Tag gießen müssen. Daher darf der Kübel nicht zu klein, denn mehr Erde bedeutet einen größeren Wasserspeicher. Bei Wind können hohe Kübelpflanzen umfallen, stellen sie diese daher etwas geschützt auf oder binden Sie am Balkongitter oder dem Regenfallrohr an. Ist das nicht möglich, legen Sie große Steine um den Kübel.

Kübelpflanzen hassen Staunässe und Wasser im Übertopf. Eine Ausnahme ist Oleander, der an heißen Tagen stehendes Wasser im Untersetzer liebt. “Den Kopf im Feuer und die Füße im Wasser”, sagt der Gärtner.

Wer bis in den Spätsommer ein buntes Blütenmeer genießen möchte, sollte Verwelktes laufend herausschneiden. Die Pflanzen stecken sonst ihre ganze Energie in die angesetzten Samen, anstatt weiter in neue Blüten zu investieren.

Kübelpflanzen umtopfen

Umgetopft wird im Frühjahr, bevor die Pflanzen ins Freie dürfen. Sind die Kübelpflanze schon sehr groß und größere Kübel schwer zu bekommen, entfernen Sie die oberste Erdschicht und füllen Sie frische Blumenerde nach. Vier bis fünf Wochen nach dem Umtopfen werden Kübelpflanzen gedüngt, am besten mit einem Langzeitdünger, so dass die Pflanzen dann im Mai durchstarten können. An warmen Vorfrühlingstagen dürfen die Kübelpflanzen dann schon mal an einen geschützten Platz nach draußen, müssen aber unbedingt abends wieder ins Haus oder frostsicher stehen.

kuebelpflanzen_balkon

Kübelpflanzen verwandeln jeden Balkon in ein Pflanzenparadies.

Saisonstart der Kübelpflanzen

Holen Sie Ihre Kübelpflanzen Anfang April sanft aus dem Winterschlaf und stellen Sie kühl überwinterte Kübelpflanzen etwas wärmer, damit sie austreiben können. Denn holt man Kübelpflanzen zu spät aus dem Winterquartier, dauert es im Sommer ewig, bis sie blühen. Dunkel überwinterte Kübelpflanzen dürfen jetzt ins helle Treppenhaus oder in die Diele.

Ältere Kübelpflanzen sind meist groß und schwer. Für den Transport aus dem Winterquartier auf die Terrasse eignen sich Sackkarren mit Ballon- oder Schlauchreifen. Achten Sie darauf, dass diese ein Ventil haben, mit dem Sie den Luftdruck variieren können. Wird der Luftdruck abgesenkt, rollen die Reifen weitaus leichter über Hindernisse hinweg.

kuebelpflanzen-bewaesserung

Wer seine Kübelpflanzen nicht selber gießen will, installiert eine automatische Bewässerung (z.B. Gardena).

Pflege im Winterquartier

Häufig strecken Kübelpflanzen noch im Winterquartier dünne, hellgrüne Triebe zum Licht. Da diese brüchig und weich sind, bieten sie Schädlingen ideale Eintrittspforten. Schneiden Sie deshalb alle Triebe auf 3 bis 5 Augen zurück. Damit Geranien (Pelargonien) und Fuchsien Ende April wieder kräftig austreiben und im Sommer üppig blühen, müssen sie rechtzeitig vor dem Ausräumen zurückgeschnitten und von krankem, welkem Laub befreit werden.

kuebelpflanzen_obst

Kübelpflanzen bieten vor allem Blühpflanzen Platz, aber auch kleinen Obstgehölzen.

Wenn Sie im Herbst nicht dazu gekommen sind, wird es nun höchste Zeit für eine gründliche Reinigung Ihrer Terrakottatöpfe. Moos, Algen und Kalk müssen nicht nur aus optischen Gründen entfernt werden. Die Reinigung verhindert auch, dass sich möglicherweise anhaftende Krankheitserreger ausbreiten. Mit einer Drahtbürste, warmem Wasser und ein wenig Spülmittel rücken Sie dem Belag zu Leibe. Spülen Sie mehrmals mit klarem Wasser nach und lassen Sie die Töpfe dann trocknen.

Kübelpflanzen: ab ins Freie!

Stellen Sie Kübelpflanzen möglichst früh ins Freie, damit blühen sie auch früher. Halten Sie aber bis zu den Eisheiligen immer noch ein Schutzvlies bereit, falls es doch noch einmal frostig wird. Aber Vorsicht: Kübelpflanzen können einen regelrechten Schock bekommen, wenn sie direkt der prallen Sonne ausgesetzt werden. Stellen Sie die Kübel besser erst einmal bei bewölktem Wetter nach draußen oder in den Schatten. Nach einigen Tagen haben die Blätter ein stärkeres Abschlussgewebe gebildet, und die Pflanzen kommen an ihren endgültigen Standort.

dipladenia

Die Dipladenia liebt sonnige Standorte, aber möglichst keine direkte Mittagssonne.

Kübelpflanzen überwintern

Die subtropischen Kübelpflanzen müssen vor den ersten Herbstfrösten in ein frostfreies Winterquartier gebracht werden. Dort möchten die Pflanzen in der Regel trocken, hell und kühl (zwischen +2 °C und +10 °C) stehen. Das gilt auch für mediterrane Palmen wie die Dattelpalme.

Ideal sind kühle Wintergärten, Kellerräume mit großen Fenstern oder Treppenaufgänge. Laubabwerfende Arten können auch dunkler überwintert werden. Pflanzen im Winterquartier dürfen nur sehr sparsam gegossen werden, wenn der Ballen ganz ausgetrocknet ist. Dabei gilt: Je dunkler die Pflanzen stehen, desto trockener sollte der Ballen sein.

Tropische Pflanzen wie Bananen und viele Palmen sind empfindlicher und werden nach der Devise “lieber zu früh als zu spät” eingeräumt. Diese Pflanzen werden bei 15°C und hell überwintert.

agavenblatt

Achtung, hoher Pieksfaktor: Platzieren Sie Agaven nicht direkt an einen Durchgang.

Manche Pflanzen, wie beispielsweise Agaven, haben kräftige Stacheln, an denen man sich übel verletzen kann. Um das zu verhindern, stecken Sie vor dem Transport einfach Weinkorken auf die Spitzen. Pflanzen mit dornigen Trieben wie Citrusgewächse verpacken Sie für den Transport mit Jute.

Die richtige Temperatur für Kübelpflanzen im Winterquartier

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Generell gilt, je dunkler das Winterquartier ist, umso kühler sollte es sein.

Ist es im Winterquartier zu warm, werden die Pflanzen anfällig für Schädlinge und treiben schon im Winter mit langen, dünnen Trieben aus. Stehen die Kübelpflanzen kühl, sollten sie auch sparsamer gießen.

Überwinterung bei 2 bis 12 °C:

- Schönmalve
- Akazie
- Strauchmargerite
- Erdbeerbaum (Arbutus)
- Aukube
- Zylinderputzer
- Kamelie
- Hammerstrauch
- Zitrusgewächse
- Engelstrompete
- Korallenstrauch
- Eucalyptus-Arten
- Fuchsien
- Jasmin
- Lorbeer
- Oleander
- Oliven
- Bleiwurz
- Feige
- Granatapfel

Überwinterung bei ca. 15 °C:

- Bougainvillea
- Zierbanane
- Hibiscus
- Palisander
- Großblättrige Thunbergie
- Fischschwanzpalme
- Zwergdattelpalme
- Cherimoya
- Papaya
- Kaffeestrauch
- Passionsfrucht

Gehölze als Kübelpflanzen

Obst im Kübel? das geht! Wenn Sie Zwergapfel oder besonders schlanke Säulenapfel pflanzen, brauchen Sie nicht auf die eigene Ernte zu verzichten und auch keine Leiter. Der Clou: Ein Obstbaum besteht aus zwei Individuen: die Veredlungsunterlage stellt das Wurzelwerk zur Verfügung, die Edelsorte die Krone mit den Früchten. Die Unterlage bestimmt die Größe des Baumes. Je schwächer sie wächst, desto kleiner bleibt der ganze Baum.

Bei den sogenannten “Ballerinas” handelt es sich um Obstbäume, die anders als die Zwergbäume keine Krone im eigentlichen Sinne bilden. Diese speziellen Edelsorten treiben kaum Seitenäste, blühen und fruchten nah am Stamm und werden daher kaum breiter als etwa 40 cm. Sie werden auch Säulenäpfel oder Schnuräpfel genannt. Im Gegensatz zu anderen Obstbaumformen brauchen sie kaum geschnitten zu werden. Zu lang gewordene Seitenäste werden auf 2 bis 3 Seitenknospen eingekürzt – das genügt.

Blumenstrauß der Woche