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Nistkasten: Eigenheim für Vögel

Nistkästen sind praktisch und eine echte Deko. Wir haben Tipps zur Auswahl, zum Bauen und zum Aufhängen von Nistkästen.

Wohnungssuche ist nicht nur bei Menschen ein Thema, auch Vögel suchen oft vergeblich eine Bleibe. Greifen Sie den Tieren daher mit einem Nistkasten unter die Flügel, damit bekommen Vögel ein Zuhause.

Ein Nistkasten ersetzt natürliche Baumhöhlen und Mauerspalten, die Höhlenbrüter wie z.B. Meisen als Kinderstube nutzen. Je nach Wetter ziehen die Vögel im Nistkasten jährlich ein bis zwei Bruten groß. Für ihren Nistkasten erbringen die Vögel sogar eine Gegenleistung – sie vertilgen Raupen und anderen Schädlinge. Dabei sind sie so eifrig, dass Sie im Garten oft auf Pflanzenschutzmittel verzichten können.

Ein Nistkasten bietet Vögeln ein Zuhause und ist oft eine Zierde für den Garten.

Nistkästen aufhängen

Ein Nistkasten hängt idealerweise im Schatten oder Halbschatten in 2 bis 3 Meter Höhe und mit dem Einflugloch nach Südosten. Wenn sich der Kasten leicht nach vorne neigt, kann kein Regenwasser ins Einflugloch fließen. Sind Katzen oder Marder im Garten, sollte der Nistkasten frei hängen oder an einer Mauer befestigt sein. An Bäumen machen um den Stamm gelegte Manschetten aus Metall oder Plastik den Nistkasten katzensicher. Auch ein Röckchen aus Bambusstäben oder Reisig direkt am Stamm hält Räuber vom Nistkasten fern.

Auch Vögel wollen Privatsphäre. Ein Nistkasten sollte gut 7 - 10 m Abstand zu einem weiteren Nistkasten für die selbe Vogelart haben. Ausnahme ist ein Nistkasten für Stare oder Spatzen, denen eine enge Nachbarschaft nichts ausmacht.

Nistkästen kaufen

Ein schlichter Holzkasten reicht natürlich als Nistkasten, aber auch Piepmätze wollen stilbewusst wohnen. Daher gibt es inzwischen auch Nistkästen, die glatt als Designerstück oder Kunstwerk durchgehen. Das Angebot reicht von kleinen Fachwerkhäusern bis hin zu Porzellan-Villen.

Ein frei hängender Nistkasten ist für Katzen schwer zu erreichen. Foto: Brigitte Römling

Wann hängt man Nistkästen auf?

Hängen Sie einen Nistkasten am besten im Herbst oder Winter auf – spätestens aber im März, damit auch Nachzügler noch eine Wohnung finden können. Im Winter nutzen selbst die hartgesottenen Outdoor-Profis wie Meisen oder Kleiner den Nistkasten gerne mal als warmen Schlafplatz. Oft übernachten sogar mehrere Vögel gleichzeitig in einem Nistkasten und kuscheln sich in kalten Nächten aneinander.

Wenn Sie im Winter ein Futterhaus neben dem Nistkasten aufstellen, finden sich die Vögel schon mal zu einer Wohnungsbesichtigung ein.

Sie bestimmen, wer in den Nistkasten einzieht

Mit dem Durchmesser des Einfluglochs legen Sie fest, welcher Vogel im Nistkasten wohnen soll.


26 -28 mm: Kleinmeisen wie Blaumeise, Sumpfmeise, Tannenmeise oder Haubenmeise


30 -32 mm: Kohlmeise, Feldsperling und Kleiber


36 mm: Haussperling, Trauerschnäpper


42-50 mm: Star, der Boden sollte 20 x 20 cm groß sein.


Oval: Gartenrotschwänze lieben Einfluglöcher, die gut 4,8 cm hoch und 3,2 cm breit sind.

Ein Nistkasten für Stare braucht eine größere Grundfläche als ein Nistkasten für Meisen oder Sperlinge.

Tipp: Wenn Sie einen Nistkasten für Stare in einen Kirschbaum hängen, gönnt sich die Vogelfamilie zwar einige Kirschen, sie verteidigen den Baum mit dem Nistkasten aber vehement gegen andere Vögel, so dass größere Plünderungen ausbleiben und für Sie auch noch Kirschen übrig bleiben.

Nistkasten für Rotkehlchen & Co: beim Halbhöhlen-Nistkasten (z.B. Schwedenstil Garten) ist die Vorderseite zur Hälfte offen. Foto: Brigitte Römling

Neben einem Nistkasten für Höhlenbrüter gibt es auch Halbhöhlen-Nistkästen, bei denen die halbe Vorderfront offen ist. So ein Nistkasten ist für Rotkehlchen, Grauschnäpper, Amseln oder auch Bachstelzen gedacht, die in dichtem Gebüsch nisten. Bei so einem Nistkasten ist es ganz besonders wichtig, dass er katzensicher aufgehängt ist.

Um Vögel anzulocken, reicht es nicht, einfach einen Nistkasten aufzuhängen und zu warten. Auch der Garten sollte vogelgerecht gestaltet sein und viele Sträucher, Gräser und heimische Stauden sowie im Sommer eine Wasserstelle haben. Dann wird der Nistkasten gerne angenomen.

Nistkasten bauen

Um einen Nistkasten zu bauen, muss man kein Heimwerker-Freak sein. Nehmen Sie für den Nistkasten Fichten- oder Tannenholzbretter und lassen diese am besten gleich im Baumarkt sägen. Bauen Sie den Nistkasten nur aus unbehandeltem Holz.

Können Katzen den Nistkasten erreichen, sollten Sie noch ein kurzes Kunststoffrohr mit gleichem Durchmesser auf das Einflugloch vom Nistkasten setzen. So können Katzen und Marder nicht mit der Pfote in den Nistkasten langen.
Baupläne für einen Nistkasten finden Sie im Internet, z.B. auf den Seiten des NABU.

Bei einem selbst gebauten Nistkasten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Text: Thomas Heß