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Vogelhaus: Snackbar für Fink, Meise & Co

Rustikal oder Designerstück: Ein Vogelhaus ist natürlich vor allem ein Spaß für Groß und Klein, richtig aufgestellt und mit passendem Futter aber für Vögel überlebenswichtig.

Meisen, Kleiber, Gimpel, Finken, Spechte, Spatzen und viele andere Vögel beleben den winterlichen Garten. Deckt man ihnen in einem Vogelhaus den Tisch, kann man sie ganz aus der Nähe beobachten. Dazu ist ein Vogelhaus natürlich auch eine tolle Gartendeko

Fangen Sie mit dem Füttern im Vogelhaus rechtzeitig an, damit die Vögel bei Frost sofort wissen, wo sie sich satt fressen können. Ein Zaunkönig, der mit seinen 20 Gramm locker in einem Standardbrief verschickt werden könnte, verhungert z.B. schnell, wenn er bei Frost nicht genug Futter bekommt und vor einem leeren Vogelhaus steht.

Vogelhaus: Darauf sollten Sie achten

Das Futter im Vogelhaus muss unbedingt trocken bleiben, sonst kann es verderben. Nicht jedes Vogelhaus, das im Handel angeboten wird, ist dafür auch brauchbar. Manche haben ein derart kleines Dach, dass das Futter bei Wind einfach aus dem Vogelhaus herauswirbelt oder Regenwasser und Schnee eindringen können.

Vogelhaus in der Schwebe: halbe Kokosnuss-Schalen werden mit ein paar Fichtenzweigen zu dekorativen Futterplätzen.
Vogelhaus in der Schwebe: halbe Kokosnuss-Schalen werden mit ein paar Fichtenzweigen zu dekorativen Futterplätzen.

Mit Silo-Vogelhäusern verhindern Sie, dass sich Kot mit den Körnern vermischt und dadurch Krankheiten verbreitet werden. Bei so einem Vogelhaus ist das Futter in einem geschlossenen Behälter und rutscht bei Bedarf durch eine Öffnung am Boden nach, so dass die Vögel nicht im Futter herumspringen.

Vogelhaus selber machen

Schon wenig Aufwand lässt sich ein Vogelhaus selber machen. Entweder mit Brettern aus dem Baumarkt oder auch ganz preiswert aus Kokosnuss-Schalen. So ein Futterhaus eignet sich dann auch für den Balkon und ist eine tolle Deko für den Winter.

Der richtige Standort für Ihr Vogelhaus

Es gibt keine verbindlichen Regeln, wo ein Vogelhaus zu stehen hat. Einen Platz nahe am Haus nimmt das Gros der Vögel genauso an wie einen Standort “in der Wildnis”. Natürlich werden scheue Vögel nicht unbedingt ein Vogelhaus am Haus besuchen.

Vogelhaus auf die Schnelle: Der Kranz aus biegsamen Zweigen dient Meisen als Landebahn, um an den Futterknödel zu gelangen. Foto: Kramp & Gölling
Vogelhaus auf die Schnelle: Der Kranz aus biegsamen Zweigen dient Meisen als Landebahn, um an den Futterknödel zu gelangen. Foto: Kramp & Gölling

Generell sollte ein Vogelhaus nicht in der Nähe großer Scheiben sein, denn die Vögel nehmen das Spiegelbild des Gartens in der Scheibe wahr, verwechseln es mit der Wirklichkeit und fliegen gegen die Glasscheibe. Aufgeklebte Raubvogel-Silhouetten bremsen die Vögel übrigens nicht. Damit das Vogelhaus nicht zum Futterplatz für streunende Katzen wird, sollte es in gefährdeten Gärten auf einer zwei Meter hohen, glatten Stange stehen.

Vogelhaus: so geht’s ohne Zank und Streit

Wer kennt das nicht: Fette Amseln oder Tauben blockieren beharrlich das Vogelhaus und vertreiben mit aller Macht andere Vögel. Dabei ziehen Meisen und Finken oft den Kürzeren. Aber auch die recht kleinen Rotkehlchen gegen oft aggressiv zu Werke, wenn sie ihr Futter im Vogelhaus von anderen Vögeln bedroht sehen. Um Kabbeleien am Vogelhaus von vornherein auszuschließen, verteilen Sie die Körner gleich auf mehrere Orte.

Rotkehlchen gehören zu den häufigen Gästen am Vogelhaus.
Rotkehlchen gehören zu den häufigen Gästen am Vogelhaus.

Finken fressen am liebsten auf dem Boden, die akrobatischen Meisen bevorzugen ein frei hängendes Vogelhaus. Dort sind sie vor temperamentvollen Artgenossen sicher, die sich nicht auf schwankendem Boden halten können. Meisen ist bereits mit Meisenknödeln oder frei hängenden Futterautomaten geholfen.

Vogelhaus: Schnabel auf zum Körnerschmaus

Mit Sonnenblumenkernen und Fertigmischungen aus dem Handel sind Sie immer auf der richtigen Seite. Rotkehlchen, Zaunkönige, Schwanzmeisen und andere Vögel mit zarten Schnäbeln werden schnell Stammgäste in Ihrem Vogelhaus, wenn Sie ihnen Weichfutter aus Haferflocken anbieten. So genannte Weichfresser, also Amseln, Drosseln oder Stare, fressen dazu noch gern getrocknete Beeren, gehackte Nüsse oder Rosinen. Ein sehr preiswertes Futter für ein Vogelhaus sind schlichte, ungesalzene Haferflocken aus dem Supermarkt.

Bunter Gast am Vogelhaus: Eichelhäher mögen Körner und Rosinen.
Bunter Gast am Vogelhaus: Eichelhäher mögen Körner und Rosinen.

Auch Eichelhäher kommen in ländlichen Gegenden gerne ans Vogelhaus, um nach Nüssen, Eicheln und Meisenknödeln zu suchen. Um diesen hübschen Vogel zu beobachten, muss man geduldig sein. Denn sobald er einen Schatten am Fenster sieht, sucht er das Weite.
Bei dem Gedanken an Mehlwürmer im Vogelhaus mag den meisten Menschen der Appetit vergehen, aber Meisen und Rotkehlchen fliegen total darauf. Die schmecken ihnen sogar so gut, dass die Vögel nach einiger Zeit handzahm werden.

Text: Thomas Heß