Pflanzendoktor: Diagnose Grauschimmel (Botrytis)

Krankheit

Der Pilz Botrytis cinerea ist ein Schwächeparasit, der mit Vorliebe auf geschwächten oder absterbenden Pflanzenteilen wächst. Daher werden überdüngte Pflanzen mit ihrem weichen Gewebe leicht ein Opfer des Grauschimmels. Er befällt aber auch gesunde Pflanzen.
Auf den trockenen Faulstellen wächst nur bei feuchter Witterung der typische Pilzrasen, der die Sporen bildet. An Blütenblättern macht sich der Pilz manchmal durch ausgeblichene, blassbraune Flecken mit dunklem Rand bemerkbar. Stehen die Pflanzen sehr dicht, kann sich der Pilz schnell ausbreiten. Im Gegensatz zu vielen anderen Pilzen keimen die Sporen des Grauschimmels sehr gut, wenn es kalt, aber feucht ist.
Der Erreger des Grauschimmels kann im Weinbau durchaus nützlich sein. Er durchwächst die Haut reifer Beeren und macht sie porös, sodass bei trockener Witterung das Wasser der Beeren verdunstet und hoch konzentrierten Zucker zurücklässt. Diese "edelfaulen" Trauben werden zu Beerenauslese-Weinen verarbeitet. Befällt der Pilz noch unreife Beeren, beträgt der Ernteausfall jedoch bis zu 100 Prozent.

Maßnahmen

Hat sich der Grauschimmel breit gemacht, müssen zuerst alle abgestorbenen und befallenen Pflanzenteile entfernt und vernichtet werden. Die Pflanzen dürfen anschließend nicht zu dicht stehen. Chemische Mittel zeigen keine überzeugende Wirkung, sind aber auch meist nicht erforderlich.