Der richtige Umgang mit Wespen Besser als ihr Ruf

Süße Säfte ziehen sie magisch an, sie umschwirren die Gäste und setzen sich dann mit Vorliebe auf den Apfelkuchen: Haben Wespen einmal den Kaffeetisch entdeckt, wird es schnell ungemütlich! Aber dennoch sind Wespen keine stechwütigen Amokläufer! Überhaupt fliegen nur zwei der in Deutschland vorkommenden Wespen auf Süßigkeiten und gelten bei vielen als gefährlich, nämlich die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Sie können stechen, aber nur als Verteidigung, wenn sie sich angegriffen oder bedroht fühlen.
Hornissen gehören zu den Wespen und sind als angriffslustig und brutal verschrien. Ebenfalls zu Unrecht! Die großen Insekten haben nur etwa so viel Gift wie Bienen, ein Stich schmerzt nur wegen der Größe der Tiere so! Hornissen vertilgen Schadinsekten. Und zwar in einem Ausmaß, das jede Meisenfamilie blass aussehen lässt: Ein Hornissenvolk verputzt so viel Schadinsekten wie 5 oder 6 Meisenfamilien.

So klappt's mit den Wespen bei Kaffee und Kuchen

0kuchen
Decken Sie den Kuchen und andere Süßspeisen vorbeugend ab und achten darauf, dass keine Wespe in die Getränke fällt. Ein tiefer Blick ins Glas ist angesagt, mit Strohhalmen gehen Sie auf Nummer sicher. Das gilt besonders für Kinder. Schlagen Sie nicht nach den Tieren, auch wenn es manchmal schwer fällt und sich die Wespen in vermeintlich böser Absicht nähern. Wespen reagieren sauer auf wildes Herumfuchteln und lassen sich auch nicht verscheuchen, sie kommen wieder!
Starten Sie Ablenkungsmanöver und stellen Sie in 5-10 Meter abseits des Sitzplatzes eine Schale mit Zuckerwasser auf, an der sich die Tiere dann nach Herzenslust tummeln können. Das hält die meisten Tiere vom Kuchen fern.
Wespenfallen (z.B. von Neudorff) werden mit Cola oder anderen süßen Säften gefüllt, in die die Tiere hineinfallen und ertrinken. Die Falle ist für Schmetterlinge ungefährlich. Mischen Sie etwas Essig bei, damit Bienen und Hummeln nicht angelockt werden. Wischen Sie nach dem Essen den Mund Ihrer Kinder ab, damit auch nach dem Essen keine Wespen angelockt werden.
Nelkenöl oder mit Gewürznelken gespickte Zitronenscheiben auf dem Tisch schrecken Wespen ab. Dann sollte allerdings zusätzlich immer noch Zuckerwasser zum Ausweichen in der Nähe stehen.

Sichere Obsternte

0obst
Sammeln Sie überreifes Fallobst rechtzeitig vom Boden, bevor sich Wespen hineinfressen und dann womöglich übersehen werden - denn auf sie treten wird als Provokation verstanden und mit Stichen bestraft!
Wie auch am Kaffeetisch ist beim Pflücken aufmerksames Beobachten wichtig, damit man nicht aus Versehen eine am Obst knabbernde Wespe mit den Fingern einklemmt. Bleiben Sie vor allem ruhig, wenn Sie auf der Leiter stehen und sich Wespen nähern. Die haben es nicht auf Sie, sondern auf süßes Obst abgesehen!

Wespennester

0nest
Die Deutsche Wespe baut geschlossene Nester, bei denen man keine Waben sieht. Nur wenn ihnen der direkte Zugang nach Hause versperrt wird, werden Wespen aggressiv. Nur wenn Wespennester eine potenzielle Gefahr darstellen, dürfen sie entfernt werden! Der beste Zeitpunkt ist im Winter, wenn das Nest leer steht. Nur die Königin überwintert und gründet im nächsten Jahr ein neues Volk an einem anderen Ort. Achten Sie im nächsten Frühjahr nur darauf, ob wieder Wespen einziehen wollen. Neben der Saft-Falle von Neudorff hat sich bei akuter Gefährdung auch der "Blattanex Wespenschaum" von Bayer bewährt.

Und wenn's doch passiert ist?

0stich
Im Vergleich mit einem Bienenstich hat ein Wespenstich etwas Gutes: Man muss den Stachel nicht entfernen! Auch wenn der Stich weh tut, er ist für Nicht-Allergiker harmlos. Auf jeden Fall sollte die Einstichstelle gesäubert werden, Wasser und Seife reichen meist. Wenn man Stelle mit dem Einstich ruhig hält, kann man die Schwellung klein halten. Aufgelegte Eiswürfel oder Zwiebelstückchen lindern den Schmerz.

Schwebfliegen: Völlig stachellos

0schweb
Schwebfliegen sind absolut harmlos, sie lieben es nur, gefährlich auszusehen und halten sich mit ihrem Wespen-Look die Fressfeinde vom Leib. Den Fliegen fehlt die typische Wespentaille und ihre Streifen gehen mehr ins dunkel-gelb bis orange.
Schwebfliegen sind nützlich: Ihre Larven haben es auf Blattläuse abgesehen, die Erwachsenen leben von Pollen und Nektar.