Schluss mit Gartenirrtümern!

Müssen Sträucher im Herbst geschnitten werden, damit sie im Frühjahr blühen? Färben rostige Nägel Hortensienblüten blau? Und ist rote Beete wirklich immer rot? Gartenexperte Michael Breckwoldt setzt in seinem neuen Buch den Gartenirrtümern ein Ende.Irrtum 1: Sträucher werden zum Jahresende geschnitten
Richtig ist: Der richtige Zeitpunkt des Schneidens hängt von der Blütezeit ab. Sträucher, die im Frühjahr blühen, tragen die Blütenknospen vom Vorjahr, da sie im Sommer noch die Gelegenheit zum Treiben hatten. Ein Schnitt im Winter des Vorjahres würde dem Strauch also die Blütenpracht nehmen. Es gilt: Frühjahrsblüher erst nach der Blüte im neuen Jahr schneiden. Pflanzen, die hingegen erst im Sommer blühen, schaffen es nicht mehr, ihre Blüten bis zum Winter in Knospen umzuwandeln. Daher wird bei ihnen das alte Holz im nächsten Frühjahr gekürzt.

Irrtum 2: Bäume müssen im Winter geschnitten werden

Richtig ist: Für viele Bäume ist der Baumschnitt in der kalten Jahreszeite nicht zu empfehlen. Damit Bäume gegen Verletzungen gewappnet sind, benötigen sie Reservestoffe, um Wunden abzuschotten. Diese fehlen ihnen im Winter jedoch, da sich die Bäume dann in einer Ruhephase befinden. Somit würden „Wunden“ austrocknen und es Sporen und Keimen erlauben, sich in Schlupflöchern einzunisten. Idealerweise werden Bäume in der Vegetationszeit von April bis Juni geschnitten.
Schluss mit Gartenirrtümern!
Strahlend blaue Hortensienblüten: Eisen- und Aluminium-Ionen sorgen für die Farbpracht.

Irrtum 3: Rostige Nägel machen Hortensienblüten blau

Richtig ist: Die Blaufärbung der Blüten entsteht durch Einwirken von Aluminium und Eisen auf die Blüte. Entscheidend ist jedoch der pH-Wert des Bodens. Nur in einer sauren Umgebung nehmen die Pflanzen die im Boden gelösten Eisen- und Aluminium-Teilchen auf. Rostige Nägel haben hingegen herzlich wenig mit der Blütenfarbe zu tun.

Irrtum 4: Rote Bete ist immer rot

Richtig ist: Das beliebte Gemüse muss nicht immer rot sein. Alte Arten wachsen zum Beispiel nicht unbedingt im üblichen Burgundrot. So gibt es in Indien die weit verbreitete weiße Form der Roten Bete. Eine in unseren Breiten wachsende Variante ist die Sorte „Albina Vereduna“.
Schluss mit Gartenirrtümern!
Olivenbäume wachsen nicht nur in südlichen Regionen. Auch in Deutschland können die Bäume den Winter überstehen.

Irrtum 5: Olivenbäume gedeihen nur in mediterranem Klima

Richtig ist: Olivenbäume überstehen Frostschäden bis knapp in den zweistelligen Bereich. Der unterirdische Teil der Pflanze, die Wurzelballen, dürfen allerdings nicht frieren. Wer also hierzulande einen Olivenbaum pflanzen möchte, sollte dafür sorgen, dass der Frost nicht tief in den Boden dringt. Am besten deckt man den Boden rund um die Pflanze mit Laub ab. Übrigens: Einige Regionen Deutschlands befinden sich in der Winterhärtezone 8. Das Hauptanbaugebiet für Oliven um Pisa liegt sogar in der Winterhärtezone 9.

Irrtum 6: Frisch eingetopfte Pflanzen müssen feucht sein

Richtig ist: Nach dem Umtopfen müssen die Pflanzen einmal ordentlich gegossen werden. Doch dann sollte man die Pflanzen lieber stehen lassen. Ein gewisser Mangel an Wasser regt das Wachstum an. Wenn keine Feuchtigkeit mehr vorhanden ist, fangen die Wurzelhärchen auf der Suche nach Wasser an, in alle Richtungen zu treiben und saugen so gleichzeitig auch Dünger und Nährstoffe auf.
Das kleine Lexikon der Gartenirrtümer ist ein Buch für alle Garten-, Balkon- und Terrassenbesitzer. Es  verbindet nützliche Tipps, Anekdoten und Kulturgeschichtliches auf unterhaltsame Weise miteinander. Jedes der 68 Kapitel bildet stets den aktuellen Stand der Wissenschaft ab.

Das kleine Lexikon der Gartenirrtümer

Preis: 14,95 Euro
Autor: Michael Breckwoldt
ISBN: 9783821865164
Verlag: Eichborn
www.eichborn.de
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