Neulich waren mal wieder Freunde ĂŒber Nacht bei uns; Das ist grundsĂ€tzlich auch gar kein Thema, da wir ein nettes GĂ€stezimmer mit ausziehbarem GĂ€stebett haben. Und auf dem haben bisher noch alle gut geschlafen. Nein, das Problem liegt ganz woanders. NĂ€mlich darin, dass wir zwar ein GĂ€stezimmer, aber weder Vorrats- noch Abstellkammer haben, in dem sich BĂŒgelbrett, WĂ€schespinne, Staubsauger und all die anderen praktischen, aber optisch wenig erbaulichen GerĂ€tschaften verstauen lassen. Also wurden sie bisher in eine Ecke des Raumes verbannt, den wir im Alltag kaum bewohnen: dem GĂ€stezimmer. Wenn dann allerdings GĂ€ste zu Besuch waren und bei uns ĂŒbernachteten, bestraften uns einige von ihnen fĂŒr eben diesen Umstand mit einem leicht pikierten Blick.
Also startete ich vor ein paar Wochen mein kleines Do-it-yourself-Projekt. Und zwar sollte der ganze Plunder in der besagten Ecke hinter einer dekorativen, tapezierten Trennwand verschwinden. Das Praktische daran: Niemand muss aufrÀumen.
DafĂŒr nehme man:
1. eine deckenhohe Tischlerplatte in 50 cm Breite (entspricht der Breite einer durchschnittlichen Tapetenbahn), wobei etwas Spiel (ca. 2-3 cm) gelassen werden sollte, um sie gut anbringen zu können und etwaige Höhenunterschiede durch schiefe Böden oder Decken (in Altbauten eigentlich die Regel) tolerieren zu können. Wichtig: Die Tischlerplatte sollte mindestens 19 mm dick sein, damit Sie sich nach dem Tapezieren nicht verzieht!

Tapete "Birds Stone"
2. eine dekorative Tapete, die gut zur sonstigen Einrichtung des Zimmers passt. Meine Tapete mit den Vögeln und Schmetterlingen heiĂt “Pavilion Birds Stone“, zu haben u.a. bei der TapetenAgentur (www.tapetenagentur.de).
Wer allerdings keine ganze Rolle, sondern nur 3 bis 4 Meter benötigt, kann die Tapete auch meterweise ĂŒber den Werkstattladen von Birgit Holzapfel in Hamburg Ottensen bestellen, inklusive sehr netter Beratung (www.holzapfel-design.de).
3. Zwei Winkelleisten in Buche (z.B. 25×25 mm) aus dem Baumarkt und einen Topf Acryllack (bei mir in WeiĂ).
4. Kleister, KleisterbĂŒrste, Schrauben und DĂŒbel.

Die Trennwand ist unter der Decke mit einer Winkelleiste verschraubt
So gehtÂŽs:
Das Ganze ist denkbar einfach: Zuerst werden die beiden Winkelleisten unter die Decke und auf den Boden geschraubt (oder geklebt). Wer die Leisten naturbelassen will, lĂ€sst sie unbehandelt. Ich wollte sie in WeiĂ, also habe ich sie vorher lackiert. AnschlieĂend werden RĂŒckseite und Seite der Tischlerplatte lackiert (bei mir wieder in WeiĂ). Wenn der Lack getrocknet ist, gehtÂŽs ans Tapezieren: Das ist der schwierigste Teil des Ganzen, da man sehr sauber arbeiten muss, um Blasen und ĂŒberstehende RĂ€nder zu vermeiden. Also nehmen Sie sich dafĂŒr viel Zeit!

So siehtÂŽs dahinter aus
Nach dem Tapezieren ist der beste Zeitpunkt fĂŒr einen Kaffee, denn der Kleister sollte komplett ausgetrocknet sein, bevor es weiter geht. Zu guter Letzt wird die Platte dann oben und unten an die Winkelleisten gesetzt und an diese von hinten festgeschraubt. Fertig!
Wer noch eine Garderobenstange einsetzen möchte, kann sich im Baumarkt ein Rundholz besorgen und entsprechend zusÀgen, so dass es zwischen Wand und Trennwand passt und dort verschraubt wird.
Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Raum sieht viel ordentlicher aus als vorher. Und unsere GĂ€ste haben endlich wieder das GefĂŒhl, willkommen zu sein.

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