Die Dose von heute
Während Anfang 2006 die Deutsche Umwelthilfe, einige Monate nach Einführung des Dosenpfands, noch frohlockte: "Die Getränkedose ist mausetot!", gibt es heute unzählige Getränke in Dosen. Bier, Limonade, Energy-Drinks, Kaffee-Shakes, Sekt mit prominenten Werbeträgern wie Paris Hilton. Die Getränkedose ist wieder schick.
Im Laufe ihrer 75 Lebensjahre hat sich die Dose verändert: Sie wurde leichter, einfacher in der Handhabung und tatsächlich auch besser in ihrer Umweltbilanz. Heute wiegt eine 33-cl-Dose aus Weißblech etwas mehr als 20 Gramm, aus Aluminum nur 10 Gramm. Die Dosenwände sind mit 0,097 Millimetern sogar dünner als ein menschliches Haar. Und Dosenhersteller rühmen sich mit einer besonders guten Bilanz der Dose in Sachen Recycling: Ohne Qualitätsverlust könne die Dose immer wieder verwertet werden, die Verwendung des recycelten Materials spare gegenüber der Herstellung mit Neumaterial bis zu 95 Prozent Enregie. Die bessere Ökobilanz hat das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, IFEU, in einer Untersuchung bestätigt. Demnach lagen Aluminium-Dosen, die recycelt werden, ökologisch gleich auf mit Glas-Mehrwegflaschen.
In Zukunft soll die Dose mehr können, als "nur" Getränke zu servieren. Vor fast zwei Jahren kam die erste wiederverschließbare Getränkedose auf den Markt, ganz neu sind Dosen, die dank spezieller Lacke deutlich machen, wann sie im Kühlschrank die ideale Trinktemperatur erreicht haben. Geplant sind Dosen, die bei Bedarf Duftaromen abgeben, gestochen scharfe Aufdrucke zeigen und dank eingearbeiteter Technik mit den Handys der potentiellen Käufer kommunizieren können. Dann würde uns die Getränkedose im Supermarkt mit einer leuchtenden Aufschrift auf der Dosenwand persönlich begrüßen.