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Bartiris: in den Farben des Regenbogens

Von April bis Juni betritt die Bart­iris die Freiluftbühne. Gestylt mit Rüschen, Samt und Seide, inszeniert sie eine spektakuläre Performance.

Bartiris: Brombeerrot, Pflaumenblau, je ein Schuss Braun, Gelb und Weiß ergießen sich wie eine Kaskade über die Blütenblätter von 'Incentive'.

Bartiris: leuchtende Farbtupfer
Stolz aufgerichtet trägt die Bartiris ihre aufregenden Blüten, die in den schönsten Farben des Regenbogens schillern. Mal großartig elegant in magischem Blau, mal überwältigend bescheiden in stillem Apricot. Glatt, gewellt, mit feiner Zeichnung oder edler Marmorierung. Immer verwöhnt uns die Bartiris mit einem Hauch von Luxus. Einen Bart trägt die Bartiris tatsächlich, und zwar in der Mitte der herabhängenden Blütenblätter – ein puscheliger Landeplatz für bestäubende Insekten, die dem lieblichen Duft folgen.

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Bartiris: eine Großfamilie
Die Gattung der Iris, bärtige und bartlose, umfasst über 300 Arten und tausende von Sorten. Sie wachsen in der Wüs­te Afghanistans, bevölkern unsere Flussufer oder die Berge Chinas. Im alten Ägypten symbolisierte sie Majes­tät und Würde, die Florentiner erkoren sie zur Wappenblume der Stadt, und die Parfümindustrie begehrt sie wegen des Veilchendufts der ätherischen Öle im Wurzelstock.

Der Bart einer Bartiris leuchtet oft in flammenden Farben.

Ein echter Weltstar seit Jahrtausenden. Im 19. Jahrhundert trieben in Europa vor allem Franzosen die Züchtung prächtiger Gartenformen der Bartiris (Iris-Barbata-Hybriden) voran. Vorreiter ist die Familie Cayeux, die sich seit 1892 der Iris widmet. Heldinnen der Bartiris sind die 70 Zentimeter hoch wachsenden Elatior-Hybriden, die ab Mitte Mai blühen. Die kleinere Schwester, Iris Barbata-Media, beginnt schon Ende April, und die Kleinste, Iris Barbata-Nana, Anfang April.

In zahlreichen Farben zeigt die Bartiris ihre Pracht, sogar in Schwarz. Für die Vase schneidet man Bartiris in knospigem Zustand

Bartiris: praktische Tipps
Elegant füllen die drei Bartiris-Beautys so die Lücke zwischen Tulpen und den ers­ten Rosen – und sind ganz pflegeleicht. Gepflanzt werden Bartiris zwischen Juli und Oktober in sonniger, trockener Lage in normale Gartenerde. Nässe oder zu viel Stickstoff vertragen sie nicht. Die Wurzelstöcke setzt man flach ein, bedeckt sie nur wenig mit Erde und drückt sie fest an. Bis zum Frost müssen sie Wurzeln bilden können. Alle drei bis vier Jahre Pflanze aufnehmen, teilen und die Wurzelstücke an anderer Stelle einsetzen.

Fotos: Janne Peters