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Clematis: Aufsteiger der Saison

Mit zarten Ranken und strahlenden Blütensternen verzaubern Clematis den sommerlichen Garten – und sind dabei so vielfältig wie kaum eine andere Pflanze.
Welch ein Wandel: In den sechziger und siebziger Jahren waren es nur etwa ein halbes Dutzend großblütiger Clematis-Sorten, die an fächerförmigen Wandspalieren ihr Leben fristeten.

Relaxen im Blütenrausch: mit dabei sind Clematis 'Arctic Queen' (weiß gefüllt), 'Margaret Hunt' (blass-iolett) und 'Petit Faucon' (blauviolett) sowie Rosen und Astilben.

Inzwischen gibt es Tausende von farbenfrohen, üppig blühenden Züchtungen, die im Garten unglaublich vielseitig sind. So kaschieren Clematis, auch Waldreben genannt, zum Beispiel als Bodendecker kahle Stellen im Beet, fallen als Blütenwasserfall über Mauern und Treppenränder oder beranken außer allerlei Rankgestellen auch Bäume oder sogar alte Baumstümpfe. In Kombination mit Rosen lässt sich der Blütensegen noch verdoppeln und auch auf dem Balkon kann man sich an Clematis im Topf wochenlang freuen.

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Ob Blüten im Frühjahr, im Sommer oder sogar im Spätsommer: Clematis sorgen die ganze Saison über für tolle Blüten. Zu den späten Sorten gehören etwa die samtrote ‘Ernest Markham’ oder die lilafarbene ‘Justa’, deren Flor bis zum Oktober andauert.

Clematis und Rosen sind ein echtes Traumpaar. Hier kuschelt die Clematis 'Ville de Lyon' mit den Kletterrosen 'Coral Dawn' und ‘'New Dawn'.

Bestens für Anfänger geeignet sind die Italienischen Waldreben (Clematis viticella). Sie sind frosthart, gesund und sehr reich blühend. Krankheiten, wie die gefürchtete Klematiswelke, kommen bei den Italienern nur selten vor. In der Regel werden sie zwei bis vier Meter hoch und blühen bis September. Die Sorte ‘Polish Spirit’ zeigt ihre dunkles Violett bis Oktober.

Vielseitige Clematis

Clematis sind langlebig, manche können sogar siebzig Jahre und älter werden. Eine Bodenmüdigkeit wie bei Rosen gibt es bei richtigem Standort mit ausreichend feuchtem Boden und regelmäßiger Düngung nicht. Überhaupt ist der Standort entscheidend für Wachstum und Blütensegen: Clematis mögen es halbschattig bis sonnig und nährstoffreichen, durchlässigen Boden. Der sollte im Wurzelbereich beschattet sein, damit er nicht so leicht austrocknet. Ausgesprochen sonnige, heiße Plätze, etwa an der Südwand, sind für Clematis nicht geeignet!

Clematis: 'Piilu' ist reich mit handtellergroßen Blüten behangen. Foto: Janne Peters

Clematis: immer neue Sorten

Viele neue Sorten kommen aus England zu uns, und seit einigen Jahren bereichern auch zahlreiche robuste und reich blühende Züchtungen aus Estland und Litauen das Sortiment. Die Herkunft der Sorten ist häufig an den Namen zu erkennen, zum Beispiel ‘Prince Charles’ (England), ‘Hanaguruma’ (Japan) oder ‘Justa’ (Baltikum).

Clematis liebt halbschattige Standorte.

Die Farbpalette der Blüten mit ihren weißen, rosa und blauvioletten Tönen harmoniert wunderbar mit Rosen. Beide Gartenstars blühen um die Wette, ohne einander Konkurrenz zu machen. Schwach wachsende Clematis sind gute Partner für Strauchrosen, Sorten mit längeren Trieben lassen sich gut mit Kletterrosen kombinieren. Für die Kombination Rose und Clematis eignen sich vor allem die Sorten aus der Schnittgruppe 3 (s. unten). Sie werden im Spätherbst bis auf etwa 30 cm zurückgeschnitten, treiben dann im Frühjahr von der Basis wieder aus und erklimmen dann das Geäst der Rosen.

Gerne stehen Clematis an stabilen Rosenbögen Spalier.

Clematis beim Fachmann kaufen

Clematis kauft man am besten in gutsortierten Gartenbaumschulen oder Spezialgärtnereien. Dort bekommen Anfänger robuste, blütenreiche Sorten genannt und Sammler finden ausgefallene Raritäten. Achten Sie beim Kauf auf gesunde Triebe und Blätter ohne Knicke oder Welkesymptome. Wer zur Blütezeit kauft, hat auch gleich den richtigen Eindruck von der Blütenfarbe.

Clematis 'Franziska Maria' (gefüllt) und 'Romantika'. Beide Sorten blühen im Mai/Juni und noch einmal im August/September. Mit ihren rund zwei Meter langen Geschnitten wird nach den Regeln für Schnittgruppe 2.

Clematis im Topf

Sollen Clematis im Kübel wachsen, wählen Sie einen möglichst hohen Pflanztopf mit mindestens 20 l Volumen. Setzen Sie die Pflanze tief ein, sodass der Erdballen etwa 7 cm unter die Oberfläche kommt. Auf eine gute Drainage im Topf achten. Geben Sie der Clematis einen sonnigen, aber nicht zu heißen Standort und versorgen Sie die Pflanzen im Frühjahr mit Langzeitdünger für Blütenpflanzen.

Perfekte Standorte für Clematis

Kopf in der Sonne, Fuß im Schatten – das sind die besten Voraussetzungen für fast alle Clematis-Sorten. Nur Clematis texensis und Clematis tangutica vertragen volle Sonne. Der Boden sollte tiefgründig und nährstoffreich sein. Um den Wurzelbereich zu beschatten, genügt eine Schicht aus mehreren Zentimetern Rindenmulch oder Kies, oder Sie pflanzen Stauden oder Sommerblumen als Sonnenschirm davor. Pflanzzeit für Clematis ist das ganz Jahr über, ideal jedoch von August bis Oktober. Pflanzen Sie die Klematis so tief, dass ein bis zwei Augenpaare (Blattansätze) mit in die Erde kommen. In den Aushub etwas Kompost oder organischen Dünger mischen und wieder einfüllen. Danach gut angießen.

Richtiger Schnitt, viele Blüten - der richtige Schnittzeitpunkt von Clematis ist von Art zu Art unterschiedlich.

Clematis schneiden

Clematis teilt man je nach Art und Blütezeit in unterschiedliche Schnittgruppen ein: Clematis der Schnittgruppe 1 sind die Frühjahrsblüher wie Clematis montana, Clematis alpina oder Clematis montana. Da diese Arten und Sorten ihre Knospen schon im Spätsommer und Herbst des Vorjahrs anlegen, würde ein Rückschnitt im Winter alle Blüten vernichten. Kürzen Sie deshalb nur bei älteren Pflanzen, die zu groß geworden sind, direkt nach der April-Blüte einzelne Triebe ein und lichten Sie stark verschlungene Partien aus. Totes Holz wird ganz entfernt.

Clematis der Schnittgruppe 2 sind die im Frühsommerblüher blühenden großblumen Hybriden wie ‘Alabast’, ‘Dr. Ruppel’, ‘Duchess of Edinburgh’, ‘Fireworks’, ‘H.F. Young’, ‘Katharina’, ‘Königskind’ oder ‘Lasurstern’. Kürzen Sie nur die Hälfte aller Triebe um ein Drittel ein, um möglichst viele Triebe des letzten Sommers zu erhalten.

Zur Schnittgruppe 3 gehören die im Hochsommer und Herbst blühenden Clematis wie die Italienische Waldrebe (Clematis viticella), Clematis. flammula, Clematis florida, Clematis integrifolia, Clematis orientalis, Clematis potaninii, Clematis rehderiana, Clematis texensis und Clematis vitalba. Jährlich im November/Dezember alle Triebe kräftig schneiden, bis auf 20 bis 50 cm über dem Boden.

Ein Seil dient Clematis als Sprungbrett in Baumkronen.

Besondere Gartendeko: Clematis in Bäumen

Bäume, in deren Krone eine Clematis blüht, sind echte Hingucker. Pflanzt man die Clematis direkt an den Stamm, bekommen sie nur wenig Licht. Mithilfe eines Seils kann man die Triebe in die äußere Baumkrone lenken. Pflanzen Sie die Clematis mitsamt eines Eimers, dessen Boden Sie vorher entfernt haben. Dann entziehen ihr die Baumwurzeln nicht das Wasser. Vor allem zu Beginn regelmäßig und ausgiebig gießen. Als Kletterkünstler eignen sich vor allem Sorten von Clematis vitalba und Clematis montana.

Clematis-Welke

Plötzlich werden die Blätter braun und hängen schlaff herab: Die von verschiedenen Schadpilzen ausgelöste Welke bedroht besonders die Sorten mit großen Blüten. Befallene Pflanzen sofort bis ins gesunden Holz zurückschneiden. Meist treiben sie an der Basis neu aus. Das Schnittgut unbedingt in den Müll geben, nicht auf den Kompost!

Stauden-Clematis

Auf den ersten Blick sehen die zarten Pflanzen nicht anders aus als die kletternden Clematis mit ihren verholzenden Trieben. Doch die oberirdischen Pflanzenteile der Staudenklematis sterben im Herbst vollständig ab. Man schneidet sie dann direkt über dem Boden ab. Im Frühjahr treiben die Pflanzen noch vor den Rosen aus und blühen von Juni an. Niedrige Staudenclematis wachsen bis zu 80 cm hoch, brauchen nur selten eine Stütze und werden daher wie ganz gewöhnliche Beetstauden gepflanzt. Bei den höheren Züchtungen werden die Triebe etwa 1,5 bis 2 m lang. Je nach Sorte eignen sie sich als Bodendecker oder Kübelpflanze, begrünen Zäune oder wachsen romantisch in das Geäst der Strauchrosen.

Zur Gruppe der Staudenclematis gehören verschiedene botanische Arten wie Clematis integrifolia oder Clematis jouiniana. Alle sind absolut winterhart, blühen oft den ganzen Sommer über unermüdlich und können enorm vielseitig eingesetzt werden. Manche duften sogar.