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Fuchsien: aufgereiht zur Blütenkette

Fuchsien treten gerne im Ensemble auf. Doch wer sich die filigranen Feenblüten genau ansieht, ist sofort bezaubert von ihrer atemberaubenden Vielfalt und den lebendigen Farben, die den ganzen Sommer lang begeistern.

Fuchsien sehen wie tanzende Ballerinen mit Rüschenkleidern aus.

Natürlich ist es bei Fuchsien Liebe. Wenn auch eine auf den zweiten Blick. Für den großen Paukenschlag sind Fuchsien nicht zu haben. Dafür sind Rosen zuständig und Orchideen – auffällige Solistinnen, die alle Blicke auf sich ziehen. Bei Fuchsien läuft das anders. Schon deshalb, weil sie in Gruppen auftreten, ganz so, als wollten sie sich hinter den jeweils anderen verbergen.

Man muss genau hinschauen, um die Schönheit der filigranen Blüten zu erkennen. Dann aber bezaubern Fuchsien mit ihrem Farbenspiel, den perfekten Formen, ihrer Anmut und Exotik – eine echte kleine Prinzessin auf der Terrasse. Der sichtbarste Vorzug der Fuchsien ist ihre fast unglaubliche Vielfalt. Als habe die Natur testen wollen, wie viele Töne zwischen Rot, Blau, Rosa, Violett und Weiß liegen, überraschen sie mit den tollsten Farbkombinationen.

Fuchsien über Fuchsien: oben von links nach rechts: ‘Chang’, Fuchsia fulgens ‘Grandiflora Rubra’, ‘Hinnerike’, ‘Powder Puff’, ‘Major Heaphy’, ‘Mood Indigo’, ‘Gruß aus dem Bodetal’, ‘Royal Purple’. Unten, von links: 'Nicis Findling', 'Coquet Bell', 'Elfriede Ott', Fuchsia magellanica 'Pumila', Fuchsia magellanica 'Gracilis', 'Deltas Parade'.

Fuchsien sind Mitbringsel aus der neuen Welt
Ähnlich die Formen: Da sind gefüllte, halb gefüllte und ungefüllte Blüten, gerüschte, röhrenförmige, Kelche und Glocken.Neben Fuchsien mit hängenden Blüten gibt es aufrecht Blühende, nur sind sie etwas weniger populär. Die ursprüngliche Heimat der Fuchsien lag überwiegend in den peruanischen Anden. Entdeckt wurde sie erstmals 1695 von dem reisenden Mönch Charles Plumier auf Santa Domingo, der heutigen Dominikanischen Republik. Er benannte sie nach einem berühmten Botaniker des 16. Jahrhunderts, Leonhart Fuchs.

Im 19. Jahrhundert brachten dann Naturforscher von ihren Reisen durch Mittel- und Südamerika immer wieder neue und unbekannte Arten der Nachtkerzengewächse nach Europa mit. Schnell wurden Fuchsien zu einer Favoritin der Züchter in England, Frankreich und Deutschland. 1850 waren bereits mehr als 500 Arten und Sorten bekannt. Heute gibt es tausende – unmöglich, alle zu erfassen. Wie groß ihre Faszination ist, zeigt die Existenz spezieller Fuchsien-Gesellschaften in vielen europäischen Ländern: Hier treffen sich die Verehrer der Fuchsien zu inspirativem Austausch.

Fuchsien lieben halbschattige bis schattige Plätze.

Fuchsien im Garten
Trotz ihrer grazilen Struktur sind Fuchsien recht pflegeleicht. Den ganzen Sommer über schmücken sie in Kübeln und Töpfen Balkone und Terrassen. Fuchsia magellanica lässt sich sogar in den Garten pflanzen, wenn man sie über Winter ca. 20 Zentimeter dick mit Laub oder Nadeln abdeckt. In der Natur wachsen Fuchsien oft am Waldrand in humusreichem Boden. Ideale Standorte sind daher die halbsonnige Ost- und Westseite des Hauses. An der Südseite lieben nur die ‘Triphylla’-Hybriden das Sonnenbad. Ansonsten gilt: Je gefüllter und größer Fuchsien blühen, desto geschützter mag der Standort sein.

Fuchsien: praktische Tipps
Fuchsien müssen gleichmäßig feucht gehalten und regelmäßig gedüngt werden, all die vielen Blätter und Blüten wollen ernährt sein. Wird der Wurzelballen zu trocken, droht eine Blühpause. Auch Übergießen ist fatal, weil es Sauerstoff verdrängt. Als Erde mögen in Töpfen kultivierte Fuchsien ein Torf-Ton-Gemisch, in schwerer Gartenerde schillern allerdings die Farben oft kräftiger. Und daran kann man sich immer wieder freuen: an so viel künstlerischer Fantasie der Natur bis ins verborgenste Detail.