Wildpflanzen sind viel mehr als nur lästiges Unkraut. Es gibt so viele Arten, die nicht nur schön sind, sondern sogar heilende Wirkung haben und zudem essbar sind.
Von wegen bloß Unkraut!
Wildpflanzen sind spontan und wachsen fast überall, sie haben meist tolle Blüten und sind oft randvoll mit gesunden Inhaltsstoffen. Zugegeben, auch viele hartnäckige Unkräuter wie Wicken sind Wildpflanzen, aber wiederum andere wie Gänseblümchen, Löwenzahn, Wiesenkerbel oder Schafgarbe sind nützliche Multitalente.

Fluffige Pusteblumen, zarter Hirtentäschel oder leuchtende Butterblumen: Wildpflanzen wecken so manche Kindheitserinnerung.
Bereits Steinzeitmenschen kannten den Nutzen und sammelten Wildpflanzen wie Holunder, den sie vermutlich zum Heilen und Würzen nutzten. Heute ist die Wirkung der Pflanzen wissenschaftlich belegt, sie sind wertvolle Heilmittel zur Linderung verschiedenster Beschwerden – oder sie peppen mit ihrem würzigen Geschmack Speisen auf.
Rezepte mit Wildpflanzen
Blumen oder Kräuter? Hauptsache wild und lecker! Wildpflanzen finden in der Küche vielfältige Verwendung. Mit Löwenzahn, Gänseblümchen & Co. lassen sich herrlich frische und aromatische Salate zaubern, die dazu noch sehr dekorativ aussehen.

Mit Wildpflanzen lassen sich leckere Gerichte kreieren
Aus vielen Wildpflanzen können köstliche Suppen und Gemüsebeilagen gekocht werden.
Brennnessel, Schafgarbe, echte Kamille und Gänseblümchen eignen sich besonders gut für die Zubereitung von Tees. Ebenso gut lassen sich auch feine Kräuteröle herstellen.
Wildpflanzen als Heilmittel
Klein und ungezähmt, aber mit heilenden Kräften: Wildpflanzen werden gerne zur Linderung verschiedenster Leiden eingesetzt, da sie eine ganze Reihe an gesundheitsförderlichen Bestandteilen enthalten:
In vielen Pflanzen wie Brennnesseln und Löwenzahn kommen verdauungsförderliche Bitterstoffe vor, die in Kulturpflanzen meist herausgezüchtet worden sind. Wildpflanzen bestehen zudem aus einer großen Fülle an ätherischen Ölen und Flavonoiden, die gut auf innere Organe, Gefäße und Kreislauf wirken.
Außerdem sind viele der Pflanzen randvoll mit Vitaminen, Enzymen, Spurenelementen und Mineralsalzen, die wichtige Bestandteile von Stoffwechselprozessen im Körper sind und die Zellstrukturen aufbauen. Eigentlich müsste Popeye Brennnesseln statt Spinat futtern, denn die enthalten doppelt so viel Eisen.
Die in vielen Wildpflanzen enthaltene Kieselsäure ist wichtig für das Bindegewebe, Haut, Haare und Nägel, Saponine entschlacken den Körper.
10 Tipps zum Sammeln von Wildpflanzen

1. Informieren Sie sich über die bevorzugten Standorte einer Pflanze und darüber, welche Teile zu welcher Jahreszeit verwertbar sind.
2. Nehmen Sie zum Sammeln eine Schere und ein Taschenmesser mit.
3. Wenn Ihre Ernte direkt frisch verwertet werden soll, transportieren Sie diese in einem Platikbeutel. Möchten Sie die Ernte zu Hause trocknen, eignen sich auch Leinen- bzw. Papiertaschen.
4. Vorsicht! Manche Wildpflanzen haben giftige oder ungenießbare Doppelgänger: Sammeln sie jede Pflanze einzeln und auch nur, wenn Sie diese sicher erkennen und bestimmen können.
5. Sammeln Sie nur an Orten, die nicht mit Schadstoffen wie Verkehrsabgasen, Dünger und Pestiziden belastet sind. Straßennähe, Viehweiden und Hundeauslaufzonen vermeiden.
6. Sammeln Sie nur saubere und gesunde Wildpflanzen. Leichte Verschmutzungen oder Fremdkörper können abgeschüttelt oder mit wenig Wasser gesäubert werden.
7. Nur die Teile an der Pflanze abzwacken, die sie wirklich verwenden möchten.
8. Sammeln Sie nur so viel, wie Sie brauchen.
9. Die gesammelten Schätze nicht in die Sonne stellen, da sie dann schneller verwelken.
10. Die gesammelten Wildpflanzen möglichst frisch verwerten.

Wildpflanzen trocknen am besten kopfüber.
Wildpflanzen: Tipps zum Aufbewahren
1. Um alle Wirk- und Geschmacksstoffe der Wildpflanze zu erhalten, diese im Regelfall frisch verwerten (im Kühlschrank bis zu einer Woche haltbar). Weitere Möglichkeit: die Pflanzen direkt trocknen.
2. Alle Pflanzenarten sollten getrennt voneinander und ungewaschen an einem luftigen und schattigen Ort getrocknet werden. Kräuterbüschel zu einem Strauß binden und “kopfüber” aufhängen. Einzelne Pflanzenteile auf Packpapier oder Gitterrosten trocknen und einmal täglich wenden.
3. Die vollständige Trocknung dauert ungefähr 8-10 Tage.
4. Die getrockneten Pflanzen können in gut verschließbaren Gefäßen aufbewahrt werden. Feuchtigkeit, Staub und Licht möglichst vermeiden.
5. Wenn Sie die Wildpflanzen zu Ölen verarbeiten, sind diese bis zu einem Jahr haltbar.
































