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Herbstlaub – bunte Pracht im Garten

Herbstlaub muss nicht überall weg, denn an vielen Stellen im Beet kann man es sinnvoll nutzen. Im Haus kommt Herbstlaub sogar als Deko zum Einsatz.

Herbstlaub ist alljährlich ein wunderschönes Naturschauspiel. Doch liegen die bunten Blätter erst mal am Boden, ist eine Menge zu tun. Nicht überall dürfen sie bleiben, vor allem nicht auf dem Rasen. Unter dem Herbstlaub bekommen die Gräser weder Licht noch Luft, werden gelb und faulen mitunter. Mit einem breiten Rechen lassen sich die Blätter leicht entfernen. Dabei kann man gleich die schönsten Exemplare für die herbstliche Deko sammeln.

Deko mit Herbstlaub

Knallrot, Orange oder leuchtend Gelb – feuriges Herbstlaub gibt das Signal zum Ausschwärmen: Mit Naturtrophäen wie Beeren und Blättern lassen sich tolle Deko-Highlights kreieren. Wer jetzt mit offenen Augen durch die Natur geht, findet dort die Zutaten für wunderschöne Dekorationen. Verwenden Sie zum Basteln möglichst frisches Herbstlaub. Die noch biegsamen Blätter lassen sich gut in Form bringen oder beschriften.

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Herbstlaub sammeln

Je trockener das Herbstlaub ist, desto brüchiger wird es. Beim Sammeln sollten Sie kontrollieren, ob sich an den Blättern schon Insekten oder andere tierische Überwinterungsgäste befinden. Dann lieber ein anderes Blatt nehmen, es gibt ja jetzt genug davon! Zum Sammeln von Herbstlaub ist ein Korb oder eine Stofftragetasche am besten geeignet.

Auch Beeren und andere Früchte eignen sich sehr gut zum Dekorieren.  Verwenden Sie für Gestecke oder Vasen nur makellose Früchte, die es auch beim Floristen gibt und sich herrlich mit buntem Herbstlaub kombiniren lassen.

Leuchtende Beeren sind tolle Zutaten für Gestecke oder für die Vase. Foto: Anke Schütz

Zu unserem Arrangement auf dem Bild gehören (von links hinten nach rechts vorn): Schneebeeren, Hagebutten, Liguster, Hagebutten, Immergrüner Schneeball, Brombeeren, Glanzmispel, Schönfrucht, Efeu, Glanzmispel, Korallenbeeren und Zieräpfel.

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Herbstpracht im Beet

Auch bei der Auswahl von Stauden, die man ja eher wegen ihrer Blüten oder allenfalls ihres grünen Blattschmucks pflanzt, lohnt es sich, auf die Herbstfärbung zu achten. Echte Prachtexemplare mit buntem Herbstlaub finden sich unter den Storchschnäbeln, etwa die Sorte ‘Rosemoor’. Highlights im Herbstbeet sind zudem Dreiblattspiere (Gillenia), Zwerggeißbart, Schneefelberich oder Bleiwurz. Wunderschöne Kombinationen ergeben sich mit verschiedenen Gräsern, die sich nun ebenfalls herbstlich blond, manchmal auch rot färben. Ein paar späte Chrysanthemen oder Astern setzen der Komposition das i-Tüpfelchen auf.

Gegenlicht lässt das Herbstlaub besonders eindrucksvoll leuchten.

Herbstlaub sorgt für einen Farbrausch

Mögen kupferfarbene Buchen oder dunkelrot glühende Amerikanische Eichen auch Parks vorbehalten sein, gibt es doch eine große Auswahl kleinerer Bäume und Sträucher, die in jedem Garten Platz finden. Kaum zu schlagen, aber ein wenig anspruchsvoll, sind die vielen Sorten des Fächerahorns. Wenig falsch machen kann man mit Felsenbirne, Essigbaum oder Pfaffenhütchen. Letzteres punktet zudem mit hübschen Früchten, die die Wirkung des Laubs noch steigern. Die hohe Kunst ist es, Gehölze in verschiedenen Farbnuancen zu kombinieren, etwa das tiefrote Laub der Apfelbeere mit dem Goldgelb der Zaubernuss. Ein Tipp zuletzt: Sorgen Sie für einen guten Standort – richtig intensiv leuchtet Herbstlaub nur in der Sonne!

Wohin mit dem Herbstlaub im Garten?

Statt es vom Rasen mühsam abzurechen, können Sie das Herbstlaub auch beim Rasenmähen mit aufnehmen. Der Mäher pustet dann eine Mischung aus Laub- und Grasschnipseln in den Fangkorb, die sich gut kompostieren lässt. Entfernen Sie die Blätter auch im Steingarten. Unter einer Laubschicht trocknen die Polsterstauden nicht ab. Herbstlaub, das Sie vom Rasen oder den Wegen fegen, lässt sich anderswo im Beet sinnvoll einsetzen.

Vor allem in Stauden- und Gemüsebeeten ist eine Blätterdecke sehr willkommen. Sie sorgt dafür, dass der Boden nicht so schnell durchfriert und schützt auf diese Weise alle unterirdischen Pflanzenteile und auch die Bodenorganismen. Das Herbstlaub darf hier gleich liegen bleiben. Außerdem bildet leicht verrottendes Laub wie das von Obstbäumen auf natürliche Weise Humus und hält den Boden gleichmäßig feucht. Die Schicht sollte aber nicht dicker als 5 cm sein. Dagegen kann sie unter Sträuchern, Bäumen und Hecken durchaus 10 bis 15 cm hoch sein. Dann schützt sie nicht nur das Bodenleben, sondern bietet zusätzlich vielen Tieren Unterschlupf.

Auf dem Rasen sollte Herbstlaub nicht liegen bleiben.

Herbstlaub zersetzt sich oft nur sehr langsam, weil es viel Gerbsäure enthalten. Das Laub von Eichen, Buchen, Pappeln, Platanen und Kastanien eignet sich deshalb besonders gut als Winterschutz für empfindliche Pflanzen. Umhüllen Sie diese dazu mit Kaninchendraht und stopfen Sie die Blätter dazwischen. Generell lässt sich Herbstlaub übrigens nur schwer allein kompostieren. Es verrottet aber sehr gut, wenn man es zerkleinert und mit Rasenschnitt oder anderen Garten- und Küchenabfällen mischt.

Text: Thomas Hess