nlpopup

Himmlisches Heidekraut

Heidekraut hat das ganze Jahr über Saison. Am liebsten aber ist es uns im Herbst, wenn es den Garten mit einem rosaroten Schleier durchwebt und im Haus für eine stimmungsvolle Deko sorgt.

Wenn im Spätsommer und frühen Herbst über einigen Regionen in Norddeutschland ein rosaroter Schleier liegt, ist die Zeit der Heideblüte gekommen. Das Heidekraut Calluna vulgaris, die heimische Besenheide, hat dann ihren großen Auftritt und sorgt für ein glanzvolles Saisonfinale.

In den Garten ist dieses Heidekraut bisweilen schwierig zu integrieren, da es viel Fläche braucht, um richtig zur Geltung zu kommen. Besenheide ist ein Heidekraut, dass sich nicht mit Blüten, sondern lediglich mit Knospen schmückt. Diese bleiben fast zwei Monate erhalten und trotzen sogar Frösten.

Heidekraut ist in Kübeln ein ganz besonderer Blickfang.

Heidekraut ist in Kübeln ein ganz besonderer Blickfang. Ideale Partner sind z.B. Skimmie und Torfmyrte. Foto: PdM

Heidekraut ist nicht gleich Heidekraut

Für diese tolle Farbwirkung aber lieben wir das Heidekraut und auch seine Schwester, die Erika, die gemeinsam unter dem recht unbestimmten Begriff “Heidekraut” zusammengefasst sind. Das Heidekraut aus der Gattung Erica macht besonders als lang anhaltender Blütenschmuck im Topf oder stimmungsvolle Dekoration Furore.

Erica gracilis, die Glocken-Heide, ist das bekannteste Heidekraut für Töpfe. Dieses Heidekraut blüht so üppig, dass man die Blätter vor lauter Blüten nicht mehr sieht. Die Pflanzen sind aber nur bis -5 °C frosthart.

Heidekraut ist eine ganz schön vielfältige Sippe. Von links nach rechts: Schottische Glanzheide "William Buchmann", gefüllte Besenheide "Annemarie"; Besenheide "Alexandra", Cornwall-Heide "Yellow John", die gefüllte Besenheide "Kinlochchruel", die rote Besenheide "Dark Star", die weiße Cornwall-Heide "Cream", Glockenheide 'Mary' und das weiße Heidekraut "Melanie". Foto: Picture Press/Anke Schütz.

Es muss nicht immer Rosarot sein. Die weitverzweigte Familie der Heidekrautgewächse überrascht auch mit weißen Blüten und ungewöhnlicher Laubfärbung. Es ist ein Gerücht, dass die meist niedrig wachsenden Halbsträucher nur im Herbst blühen. Cornwall-Heide (Erica vagans) und Glockenheide (Erica tetralix) etwa zeigen ihren Flor bereits im Juli. Und die kompakt wachsende Schneeheide (Erica carnea) erwacht zum Leben, wenn der Garten tief im Winterschlaf liegt.

Heidekraut: unverwüstliche Girlies

Dennoch haben wir Heidekraut am liebsten im September und Oktober um uns, wenn auch die Gartencenter voll sind mit den schönsten Heidekraut-Sorten in Burgunderrot über Zartrosa bis zu Schneeweiß. Es sind vor allem die Varietäten der Erica gracilis, die mit üppigen Blütentrauben aufwarten.

Das Heidekraut eignet sich wunderbar zum Dekorieren, ist aber nicht winterhart. Genauso schön sind die Sorten der unter der Marke “Garden Girls” angebotenen Knospenheide. Dieses Heidekraut ist eine Varietät der Besenheide und steckt garstiges Schmuddelwetter und Minustemperaturen locker weg.

Das Heidekraut Erica arborescens, die Baumheide, ist eine ganz besondere Herbstdeko. Leider nicht winterhart. Foto: T. Heß

Heidekraut: genügsame Blütenstars

Sowohl Besenheide (Calluna) als auch Erika bevorzugen einen sonnigen Standort und saure, nährstoffarme Böden ohne Staunässe. Ansonsten ist Heidekraut generell genügsam und in der Regel auch langlebig. Im Garten bildet Heidekraut dichte und immergrüne Teppiche, die am stimmigsten in der Kombination mit Zwergkoniferen, Rhododendren, Azaleen und Gräsern wirken. Damit die Besenheide nicht verkahlt, muss sie ganz regelmäßig im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Bei der Erika ist ein Rückschnitt dagegen nur etwa alle drei bis fünf Jahre notwendig.

Text: Thomas Heß