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Kamelien: Blühende Wunderwerke

Zart und ebenmäßig ist ihr Teint, fast wie aus Porzellan. Mit viel Noblesse begeistern Kamelien zwischen November und April mit einem stillen Farbenrausch.

Kamelien verwandeln ihren edlen Blütenstoff in kunstvolle Blütenschalen, die aussehen, als seien sie aus Seidenpapier gefertigt.

Die Schönheit der Kamelienblüten ist beeindruckend. Leider hat die Pflanze einige Ansprüche und ist daher nichts für grüne Anfänger. Kamelien gehören zur Familie der Teegewächse und sind damit Verwandte vom Teestrauch, der als Nutzpflanze angebaut wird. Ihren Namen verdankt die Kamelie dem Jesuitenpater Georg Kamel, der die Pflanze um 1740 von Japan nach England brachte. In ihrer Heimat blühen Kamelien zwischen Februar und April, bei uns werden aber schon Ende November blühende Kamelien im Topf in den Blumenläden angeboten. Auch in der blütenlosen Zeit sieht die Kamelie mit ihren glänzenden, lederartigen Blättern hübsch aus. Bei richtiger Behandlung können die Pflanzen übrigens recht alt und stattlich werden.

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Standort

Trockene Heizungsluft mag eine Kamelie gar nicht. Ideal sind helle Plätze, an denen die Temperaturen nicht über 12 Grad liegen, eher noch darunter. Kamelien überstehen kurzzeitigen Frost im Freien besser als warme Heizungsluft. Zwischen Mai und Oktober sind die Pflanzen an einem halbschattigen Platz draussen am besten aufgehoben.

Ende des 19. Jahrhunderts war die Kamelie die Modeblume schlechthin. Ihre Blüten wurden gern – wie hier – in flachen Schalen mit Standfuß arrangiert. Foto: Anke Schütz

Pflege

Mäßig, aber regelmäßig wässern, sodass die Erde nie ganz austrocknet. Ab Anfang August weniger gießen, damit die Triebe ausreifen und sich die Blütenknospen ansetzen. Wenn sich die Knospen entwickeln, wieder mehr Wasser geben. Sprühen Sie fleißig mit kalkarmem Wasser, da die Pflanzen eine hohe Luftfeuchte lieben. Gedüngt wird von Blütenbeginn bis Ende Juli, etwa alle acht bis zehn Tage, mit einem kalkarmen Flüssigdünger. Alle zwei bis drei Jahre in frische Azaleenerde umtopfen.

Kamelie: lang vergessene Schönheit

Doch so, wie sich glühende Affären eines Tages oft von selbst erledigen, verschwand nach 1900 auch die Kamelie aus dem Blickfeld des öffentlichen Interesses. Bedrängt von Nelken und Rosen fristete die Kamelie fortan ein Mauerblümchendasein. Nur in den Gewächshäusern, da tüftelten Gärtner weiterhin an neuen Sorten des immergrünen Strauches, die nicht nur in Kübeln, sondern auch im Beet gedeihen – mit Erfolg: Das Sortiment der Kamelie bietet heute viele frostverträgliche Sorten, die den Winter draußen schadlos überstehen und ihre Blüten in allen Schattierungen von Weiß, Rot und sogar Gelb öffnen.

Kamelie: praktische Tipps

In milden Gegenden kann man Kamelien im Garten auspflanzen. Unentbehrlich ist dabei ein vor kaltem Ostwind und winterlicher Morgensonne geschützter Platz. Auch sollten die Wurzeln in der Erde unter einer dicken Mulchschicht warm verpackt sein. Fallen die Temperaturen unter minus 12 Grad, verhindern zusätzlich Tannenzweige oder Reetmatten Frostschäden an Blättern und Zweigen der Kamelie.