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Lavendel: Parfüm des Sommers

Er riecht gut, sieht gut aus und kann was: Lavendel duftet nach Sommer und Provence und nach französischem Savoir vivre. Und was viele nicht wissen: Lavendel ist auch eine Nutzpflanze, die von Juni bis August in voller Blüte steht!

Lavendel: seine typische Blütenfarbe stand Pate für einem ganzen Farbton und seinen Nuancen.

Die blühenden Felder mit Lavendel in der Provence symbolisieren Wärme und Lebenslust. Auch bei uns gedeiht Lavendel – und verzaubert mit natürlicher Schönheit, herrlichem Duft und vielseitigen Heilkräften.

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Lavendel im Beet

Lavendel (Lavandula angustifolia) wird gut 60 cm hoch und ist botanisch gesehen ein mehrjähriger Halbstrauch, er verholzt also unten und hat krautige Triebe. Lavendel ist zwar winterhart, sollte in kalten Regionen und bei eisigen Ostwinden aber dennoch unter einem Wintermantel aus Laub oder Reisig verschwinden.

Lavendel blüht ab Juli mit ährenförmigen Blüten und verströmt einen charakteristischen Duft.

Damit Lavendel in Top-Form bleibt und nicht mit der Zeit von unten her kahl wird, schneidet man Lavendel nach der Blüte im August leicht zurück. Im März kürzt man die Triebe vom Lavendel noch mal um gut 1/3 bis knapp in den verholzten Bereich.

Lavendel lässt sich gut mit Stauden kombinieren. Es ist allerdings Gärtnerlatein, dass der Duft von Lavendel Blattlaushorden von Rosen fern hält. Außerdem brauchen Rosen so viel Wasser und Nährstoffe, dass Lavendel leer ausgeht und blühfaul wird, wenn man ihn zu dicht an die Rosen pflanzt.

Lavendel als Deko: die Stiele 5 bis 6 cm unter den Blüten abschneiden, auf feinem Draht zum Kranz fädeln. Foto: Anke Schütz

Mit seinen silbrigen Blättern ist Lavendel auch ohne Blüten ein Blickfang – und sogar Lavendel-Blätter duften! Auch als Topfpflanze macht sich Lavendel gut, wenn die Erde schön durchlässig ist und die Töpfe im Winter warm eingepackt werden. Neben Lavandula angustifolia wird Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas) mit seinen auffällig großen Blüten immer beliebter. Aber: Dieser Lavendel braucht unbedingt einen Winterschutz.

Lavendel als Nutzpflanze

Lavendel ist aber nicht nur eine Zier-, sondern auch eine Nutzpflanze: Als Gewürz verfeinert Lavendel Speisen wie Lamm oder Salate. Und ob als Seife, Öl, Kerzen oder Duftkissen – der Duft von Lavendel war und ist zeitlos beliebt. Der Name Lavendel geht auf das Lateinische “lavare” (waschen) zurück. Ein Hinweis, dass schon die Römer Essenzen aus Lavendel zum Baden nahmen.

Lavendel färbt in Südfrankreich ganze Landstriche blau

In Südfrankreich wird Lavendel auf riesigen Feldern angebaut und prägt so das Bild der Provence. An warmen Tagen liegt zarter Lavendelduft über der ganzen Gegend. Darüber hinaus hat Lavendel Inhaltsstoffe mit beruhigender Wirkung, so dass ein Tee aus Lavendel bei Nervosität und auch Kopfweh hilft.

Lavendel sollte früh Morgens geerntet werden

Wer Lavendel selber ernten will, schneidet zu Beginn der Blüte die Triebe ab und hängt sie kopfüber in Büscheln zum Trocknen auf. In kleine Stoffsäckchen gefüllt, hält Lavendel Motten aus Kleiderschränken fern und verpasst der Wäsche einen angenehmen Duft.

Lavendel ist die Grundlage vieler Öle, Seifen und Parfüms

Lavendel verlangt nach einem windgeschützten, sonnigen Standort und sandigem, kalkhaltigem Boden, der Wärme speichern kann. Gedüngt wird Lavendel nur sparsam, zu viel Stickstoff macht die Pflanze frostempfindlich. Und gießen Sie Lavendel lieber zu wenig als zu viel, dann leuchtet das lila Licht des Südens auch im nächsten Sommer.

Lavendel: praktische Tipps
Lavendel lässt sich ganz leicht durch Stecklinge vermehren. Schneiden Sie dazu blütenlose, etwa 10 cm lange Triebspitzen ab und streifen die unteren Blätter bis etwa zur Hälfte des Triebes ab. Nun kommt der Steckling bis zum ersten Blatt in einen Topf mit Aussaaterde. Sie bekommen später übrigens schneller große Pfanzen, wenn Sie 3-5 Stecklinge in einen Topf setzen.

Text: Thomas Heß