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Lavendel: Parfüm des Sommers

Duftender Lavendel begeistert im Beet und als Deko, er braucht kaum Pflege und lässt sich gut vermehren. Man muss ihn aber nach der Blütezeit schneiden.

Lavendel ist eine Zier- und Heilpflanze

Lavendel ist ein echter Tausendsassa. Er ist nicht nur eine überaus angenehm duftende Zierpflanze für sonnige Standorte, sondern auch eine Heilpflanze mit beruhigender und antiseptischer Wirkung, deren zerriebene Blätter sich sogar als Gewürz für die Küche eignen.

Lavendel: Seine typische Blütenfarbe stand Pate für einem ganzen Farbton und seinen Nuancen.

Lavendelsorten und -arten

Im Garten findet man überwiegend den Echten Lavendel (Lavandula angustifolia), der bis 60 cm hoch wird. Blütezeit ist von Juli bis August. Echter Lavendel wird zwar oft für eine Staude gehalten, ist aber wie alle Lavendelarten ein Halbstrauch, dessen krautige Triebe im Laufe der Jahre von unten her verholzen.

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Lavendel ist nur bedingt frostfest und sollte in Gebieten mit erfahrungsgemäß strengen Wintern mit Laub, Reisig oder Vlies geschützt werden. Vor allem eisige Ostwinde machen den Pflanzen im Winter sonst zu schaffen.

Echten Lavendel gibt es nicht nur in Violett, sonder auch in Weiß (Sorte ‘Alba’) oder Rosa (‘Miss Katherine’).

Lavendel blüht ab Juli mit ährenförmigen Blüten und verströmt einen charakteristischen Duft.

Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas) ist mit seiner aparten Blütenform ein echter Hingucker und bei Insekten als Fly-In-Imbiss für frischen Nektar sehr beliebt. Die Pflanzen sind im Garten nicht winterhart, auch wenn sie oft als frostfest angeboten werden. Überwintert wird Schopf-Lavendel kühl und frostfrei oder unter einer dicken Laubschicht.

Schopflavendel wächst im Beet oder auch im Kübel, ist aber nicht zuverlässig frosthart.

In Frankreich baut man Lavendel in großem Stil auf Feldern an. Das ist allerdings nicht der aus dem Garten bekannte Echte Lavendel, sondern Lavandin (Lavandula x intermedia), eine Kreuzung aus Echtem Lavendel mit dem Großem Lavendel (Lavandula latifolia). Die Kreuzung blüht später, ist größer und hat mehr Rispen.

Standort und Pflege

Lavendel ist genügsam und will es nur warm, schön sonnig und gerne auch windgeschützt haben. Er liebt durchlässige, magere Sandböden, auf denen viele andere Pflanzen nicht lange durchhalten. Wer Lehmboden hat, sollte für Lavendel viel Sand einarbeiten, viel Sand.

Lavendel ist ein absoluter Hungerkünstler der nahrhaften, gut gedüngten Boden nicht verträgt. Gedüngt werden sollte nur auf sehr magerem Boden und dann auch mit einer Handvoll Hornspäne im Jahr gedüngt.

Lavendel schneiden

Damit die Pflanzen über Jahre hinweg schön kompakt bleiben, ist von Anfang an ein regelmäßiger Rückschnitt der krautigen Triebe nötig. Geschnitten wird nach dem Motto “ein Drittel, zwei Drittel”. Nach der Blüte kappt man alle Triebe um gut ein Drittel, wofür man sogar eine Heckenschere nehmen kann. Wenn im Frühjahr kein starker Frost mehr zu erwarten ist, schneidet man die Triebe um zwei Drittel zurück. Achtung: Ein Rückschnitt bis ins Holz ist nicht möglich, dann treiben die Pflanzen gar nicht mehr oder nur höchst unwillig wieder aus.

Nach der Blüte wird Lavendel um gut ein Drittel zurückgeschnitten.

Lavendel als Pflanzen für den Garten

Mit seinen silbrigen Blättern ist Lavendel auch ohne Blüten ein Blickfang und sogar Lavendel-Blätter duften! Auch als Topfpflanze macht sich Lavendel gut, wenn die Erde schön durchlässig ist und die Töpfe im Winter warm eingepackt werden.

Lavendel lässt sich gut mit Stauden kombinieren. Es ist allerdings Gärtnerlatein, dass der Duft von Lavendel Blattlaushorden von Rosen fern hält oder Lavendel und Rosen ideale Partner im Beet sind. Denn Rosen brauchen so viel Wasser und Nährstoffe, dass Lavendel davon ins Kraut wächst, blühfaul wird und nach ein paar Jahren eingehen wird.

Passende Pflanzpartner für Lavendel sind z.B. Currykraut (Helicrysum), Zistrosen (Cistus), Salbei (Salivia) oder Pfingstnelken (Dianthus gratianopolitanus).

Lavendel als Nutzpflanze

Lavendel ist aber nicht nur eine Zier-, sondern auch eine Nutzpflanze: Als Gewürz verfeinert Lavendel Speisen wie Lamm oder Salate. Und ob als Seife, Öl, Kerzen oder Duftkissen – der Duft von Lavendel war und ist zeitlos beliebt. Der Name Lavendel geht auf das Lateinische “lavare” (waschen) zurück. Ein Hinweis, dass schon die Römer Essenzen aus Lavendel zum Baden nahmen.

Lavendel färbt in Frankreich ganze Landstriche violett.

In Südfrankreich wird Lavendel auf riesigen Feldern angebaut und prägt so das Bild der Provence. An warmen Tagen liegt zarter Lavendelduft über der ganzen Gegend. Darüber hinaus hat Lavendel Inhaltsstoffe mit beruhigender Wirkung, so dass ein Tee aus Lavendel bei Nervosität und auch Kopfweh hilft.

Lavendel sollte früh Morgens geerntet und bündelweise getrocknet werden.

Lavendel trocknen

Wer Lavendel selber ernten will, schneidet zu Beginn der Blüte die Triebe ab und hängt sie kopfüber in Büscheln zum Trocknen auf. In kleine Stoffsäckchen gefüllt, hält Lavendel Motten aus Kleiderschränken fern und verpasst der Wäsche einen angenehmen Duft. Natürlich wird Lavendel für Tee oder als Küchengewürz genauso getrocknet.

Lavendel ist die Grundlage vieler Öle, Seifen und Parfüms

Lavendel vermehren

Lavendel lässt sich ganz leicht durch Stecklinge vermehren. Schneiden Sie dazu blütenlose, etwa 10 cm lange Triebspitzen ab und streifen die unteren Blätter bis etwa zur Hälfte des Triebes ab. Nun kommt der Steckling bis zum ersten Blatt in einen Topf mit Aussaaterde. Sie bekommen später übrigens schneller große Pfanzen, wenn Sie 3-5 Stecklinge in einen Topf setzen.

Text: Thomas Heß