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Narzissen: farbenfrohe Stimmungsmacher

Narzissen pflanzen und pflegen: Mit Narzissen heißt es “raus aus dem Winter und rein in den Frühling!” Denn wo Narzissen blühen, ist der Lenz nicht mehr weit.

Narzissen sind echte Frohnaturen und verbreiten mit leuchtendem Gelb oder strahlendem Weiß gute Laune. Ihre Botschaft ist eindeutig, wenn Narzissen ihre freundlichen Gesichter zeigen, ist der Winter endlich vorbei.

Narzissen spielen die Hauptrolle in dem Topf-Ensemble vor der Haustür und leuchtet mal als Solisten im Steingutgefäß, mal als Begleiter von Hornsauerklee.

Narzissen im Garten

Die wegen ihrer Blütezeit und Blütenform auch Osterglocken genannten Narzissen (Narcissus) lieben sonnige bis halbschattige Plätze und kommen mit jedem Boden ohne Staunässe zurecht. Narzissen gehören zu den Amaryllisgewächsen und werden je nach Sorte bis zu 50 cm hoch. Ob in Gruppen im Beet, in Töpfen oder als Stars in der Vase – Narzissen machen immer eine gute Figur und eignen sich perfekt als blühende Deko! Gelb ist zwar die Grundfarbe der meisten Narzissen, damit ist ihre Farbpalette aber längst nicht erschöpft.

Narzissen-Vielfalt

Narzissen blühen auch in Schneeweiß sowie Creme- und Orangetönen, manche sind sogar mehrfarbig. Doch damit nicht genug: Neben der klassischen Blütenform der Narzissen, bei der die Blätter der Nebenkrone (also der “Trompete” der Narzissen) sind mindestens so lang sind die wie die Blätter der Hauptkrone (dem äußeren Blütenkranz), gibt es noch viele andere Formen. Und so groß die Sortenvielfalt auch ist, alle Narzissen haben zwei Dinge gemeinsam: sie haben leuchtende Blüten und brauchen wenig Pflege!

Mit Narzissen lässt sich wunderbar dekorieren, hier machen es sich kleine Narzissen 'Segovia' in alten Tassen gemütlich. Nur sparsam gießen, sonst gibt es Staunässe!

Narzissen und Partner

Rosen übertreiben es manchmal mit ihrem Stolz, Nelken können richtig zickig sein, und Orchideen dulden niemanden neben sich. Narzissen sind da viel unkomplizierter. Sie lieben die Geselligkeit und überzeugen mit einem freundlichen Gesicht. Ganz einfach. Mit nur wenigen Mitteln, nämlich den zwei Farben Gelb und Weiß und einer Blütenform, schafften es im 16. Jahrhundert einige Wildfänge des östlichen Mittelmeerraumes, die Herzen großer Kalifen zu brechen – und sicherten sich so ihren festen Platz in den osmanischen Gärten.

Im Garten lieben Narzissen sonnige Plätze.

Narzissen-Arten

Im westlichen Europa hatte man die Narzissen bis dahin glatt übersehen, obwohl es auch dort ein riesiges Angebot von Naturformen gab. Dichter-, Tazetten- und Jonquillennar­zissen (Narcissus poeticus, Narcissus tazetta, Narcissus jonquilla) sind in Spanien und Portugal, Osterglocken (Narcissus pseudonarcissus) in ganz Europa heimisch. Um in dem Sortenwust den Überblick zu behalten, legte die britische Royal Horticultural Society nach Blütenformen eingeteilte Narzissenklassen fest.

Trotz des Höhenflugs haben Narzissen ihr freundliches Gesicht nicht verloren und sind als Team immer noch unschlagbar. In der Vase wirken sie einfach am überzeugendsten, wenn man sie unter sich lässt. Und im Garten scharen die meisten im Laufe der Jahre durch die Bildung von immer neuen Tochter­zwiebeln Trupps von Gleichgesinnten um sich.

Narzissen: Pflege im Garten

Einmal im Herbst gepflanzt, blühen Narzissen jedes Jahr auf Neue und vermehren sich mit Brutzwiebeln, so dass Narzissen mit den Jahren große Bestände bilden können. Großblumige Narzissen sind allerdings recht hungrig.

Deshalb düngt man sie jedes Jahr etwa Anfang März, wenn die Narzissen gerade ihre Blätter aus dem Boden schieben. Gönnen Sie den Narzissen pro Quadratmeter eine Hand voll Blaukorn oder einen anderen schnell löslichen Volldünger. Aber: Der Dünger darf nicht in die tütenförmigen Blätter der Narzissen fallen. Verbrennungen und ein Ausbleiben der Blüten wären die Folgen.

Narzissen: Pflanzzeit im Herbst verpasst? Kein Problem!

Sie können auch im Frühjahr noch blühende Narzissen pflanzen, die schon frühzeitig in Töpfen angeboten werden. Denn diesen Narzissen haben Gärtner mit speziellen Temperaturbehandlungen den Winter vorgegaukelt, die Pflanzen blühen früher als Narzissen im Garten. Diese Narzissen können Sie noch bis April in Töpfe und Kübel oder auch in den Garten pflanzen, sie brauchen aber Schutz vor Spätfrösten.

Narzissen: Zwiebeln nach der Blüte teilen

Blühten Ihre Narzissen im letzten Frühjahr etwas spärlich? Hatten die Narzissen mehr grüne Blätter als leuchtende Blüten? Dann sollten Sie die Zwiebeln alle drei bis vier Jahre nach der Blüte teilen, sobald das Laub vergilbt ist. Auf diese Weise können Sie die Narzissen gleichzeitig vermehren. Denn Narzissen vermehren sich Jahr für Jahr durch Tochterzwiebeln, die sich an die Mutterzwiebeln schmiegen. Graben Sie die Narzissen einfach mit dem Spaten aus, teilen Sie sie in Bündel von vier bis sechs Zwiebeln und setzen Sie diese in einem Abstand von mindestens 25 cm wieder in den Boden. Vorher den Boden für die Narzissen mit Kompost verbessern.

Narzissen sind absolute Stars in der Vase.

Narzissen: So klappt’s in der Vase

Schneiden Sie Narzissen für die Vase, bevor sich die Blüte öffnet. Seien Sie anschließend vorsichtig, denn die Stiele der Narzissen sondern einen Schleim ab, der die Haut reizen kann. Und – der Schleim lässt andere Pflanzen in der Vase welken! Tauchen Sie die frisch geschnittenen Narzissen deshalb kurz in heißes Wasser und lassen Sie sie 24 Stunden in einer gesonderten Vase stehen. So wird ihr Gift ausgeschwemmt, und die Narzissen vertragen sich in der Vase mit anderen Frühlingsblühern.

Text: Thomas Heß