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Orchideen: Schätze aus dem Regenwald

Orchideen stehen auf der Beliebtheitsliste ganz oben. Mit gutem Grund: heutige Orchideen sind pflegeleicht und blühen besonders lange, auch im eigenen Wohnzimmer.Orchideen gehören zu den schönsten Pflanzen, die die Natur je hervorgebracht hat. Aber so anspruchsvoll wie sie aussehen, sind die Diven aus dem Dschungel nicht. Im Grunde sind Orchideen recht pflegeleicht und schenken uns wochenlang die schönsten Blüten.

Riesige Orchideen-Vielfalt

Ein Lob an die Orchideen-Züchter! Mit so einer enormen Formen- und Farbenvielfalt kann wohl kaum eine andere Pflanze mithalten. Orchideen blühen nicht nur in leuchtendem Rosa, Rot, Weiß oder in Kombinationen dieser Farben, es gibt sie auch in sonnigen Gelb- und Orangetönen und wie die Vanda sogar in Blau.

Klassiker unter den Orchideen: Phalaenopsis oder Malayenblume.

Orchideen sind keine Zicken mehr

Zimperlich sind Orchideen schon lange nicht mehr. Die moderne Züchtung modellierte sie zur Diva mit Manieren. Ihren exotischen Zauber haben Orchideen aber dennoch behalten. Allen voran die Phalaenopsis aus Südostasien, die ohne viel Tamtam frische Blütentriebe bildet. Auch die meist hochwüchsigen Cattleyen sind kaum zu erschüttern. Mit Fingerspitzengefühl entlockt man ihnen immer wieder neue Blüten. Und durch Kreuzung verschiedener, teilweise sehr empfindlicher Gattungen sind viele robuste und unkomplizierte Hybriden für die Zimmerkultur entstanden.

Zwar stammen die meisten Orchideen aus tropischen Regenwäldern, die Wohnung muss aber nicht zum feuchtwarmen Dschungel werden. Eine Fensterbank reicht völlig, wenn darauf nicht die pralle Mittagssonne scheint.

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Orchideen mögen keine Sonne

Orchideen sind an Lichtintensitäten gewöhnt, die durch das Blätterdach des Urwaldes gefiltert werden. Zu viel Sonne färbt das Laub fahlgelb oder rötlich. Dennoch wollen sie es hell. Ideale Orchideen-Standorte sind Ost- und Westfenster oder hinter einer leichten Schattierung. Viele Orchideen blühen nur dann, wenn sich Tag- und Nachttemperaturen unterscheiden. Moderne Heizungsanlagen stellen das in der Regel sicher. Andernfalls müssen Arten wie Cattleya nachts mit in das kühle Schlafzimmer umziehen.

DendrobiDendrobien fühlen sich in warmen Räumen wohl und mögen keine Heizungsluft.

Orchideen sind gut an feuchtes Klima angepasst

In der tropischen Heimat saugen Orchideen mithilfe von Luftwurzeln Feuchtigkeit und Nährstoffe aus der schwülen Umgebung auf. Die ledrige Haut der Wurzeln fungiert dabei als Schwamm, die Wasser aufnimmt und speichert. Auch die Wurzeln domestizierter Orchideen dürfen nur befeuchtet werden, bis sie sich vollgesogen haben. Deshalb werden Orchideen in groben, gut durchlüfteten Rindenstücken kultiviert.

In bunten Töpfen kommen Orchideen besonders gut zu Geltung. Hier wachsen die Orchideen im Topf "Madeira" von Ebertsankey.

Es genügt, die Pflanzen einmal in der Woche intensiv zu gießen. Überschüssiges Wasser im Topfuntersetzer unbedingt abgießen! Viele Arten legen nach der Blüte eine Ruhephase ein. Kommt das Wachstum wieder in Schwung, versorgt man sie mit einer kleinen Portion Spezialdünger.

Diven auch im Garten

Übrigens gibt es auch Orchideen für den Garten. Staudengärtner bieten Knabenkräuter und andere winterharte Orchideen an. Bevor Sie diese in den Garten pflanzen, sollte der Boden 50 cm tief gelockert, mit Dauerhumus, Torf oder einem Holzfaser-Substrat gemischt werden. Zu den Orchideen im Beet passen Farne und Sternmoos.

Orchideen: Pflege

Orchideen sind weitaus pflegeleichter als man vermuten mag. Je weniger Sie Orchideen gießen und düngen, umso schöner blühen sie. Je luftiger das Spezialsubstrat im Topf ist, umso besser! Orchideen haben empfindliche Wurzeln, die Spezialdünger wie Tilandsien- oder Orchideendünger am besten vertragen. Andere Flüssigdünger können Sie für Orchideen nur nehmen, wenn Sie die empfohlene Menge 1:10 mit Wasser verdünnen. Ein bis zwei Gaben pro Monat (von März – September) reichen. Mischen Sie den Dünger für die Orchideen ins Gießwasser oder sprühen ihn auf die Blätter.

Manche Orchideen wie Cymbidium haben zart duftende Blüten. Nächtliche Abkühlung auf 12 °C fördert neue Blüten bei diesen Orchideen.

Generell wachsen Orchideen am besten auf der Fensterbank oder anderen hellen Plätzen. Direkte Sonne vertragen Orchideen nicht, denn sie lässt die Blätter leicht verbrennen. Wichtig ist eine hohe Luftfeuchte. Meist reicht den Orchideen die für Wohnräume ideale Luftfeuchte von 50 %. Bei trockener Heizungsluft und an heißen Tagen sollten Sie die Luftwurzeln zusätzlich morgens leicht mit Wasser besprühen.

Orchideen: der Trick mit dem Wasserhahn

Orchideen hassen nichts mehr als nasse Füße! Einmal Gießen pro Woche reicht völlig aus – wenn das Substrat getrocknet ist! Am besten halten Sie den Topf unter den Wasserhahn oder eine Gießkanne und lassen das Wasser durch den Topf der Orchideen laufen. Den Topf gut abtropfen lassen, damit sich später kein Wasser im Übertopf sammelt. Ideal ist Regenwasser!

Exotik mit Orchideen: Frauenschuh-Orchideen (Paphiopedilum-Hybriden).

Orchideen-Substrat ist ein luftiges Gemisch aus groben Rinden- und Holzkohlestücken, Blähton und Pflanzenfasern wie Moos, Farnwurzeln oder Holzspäne. Topfen Sie Orchideen am besten im Frühjahr um, nie aber blühende Pflanzen.

Orchideen: Schneiden oder nicht?

Soll man Orchideen nach der Blüte zurückschneiden oder nicht? Besonders Phalaenopsis bilden an der verblühten Rispe weitere Blüten. Das ist der Grund, weshalb man Rispen dieser Orchideen nicht ganz abschneidet, sondern nur oberhalb des 3. Knotens. Bei Cattleya, Oncidium und Cymbidium kommen neue Triebe seitlich nach, so dass Sie bei diesen Orchideen alte Blütenstände komplett abschneiden können.

Orchideen mit großen Blüten: die Cattleya-Hybriden aus Mitte- und Südamerika.

Orchideen: Gesundheits-Check

Je nach Art werden Orchideen von unterschiedlichen Wehwehchen geplagt:

Cattleya:
Eher selten und nur bei trockener Luft treten bei diesen Orchideen Schildläuse auf. Die Schädlinge sind gut an ihren braunen, glänzenden Schilden zu erkennen. Fachleute empfehlen dagegen Pflanzenschutzstäbchen für Orchideen. Da sie zugleich Dünger enthalten, setzt man das Düngen der Orchideen während der achtwöchigen Wirkzeit aus.

Phalaenopsis:
Haben die Blüten dieser Orchideen kleine hellbraune Flecken? Dann könnte das die Folge einer Pilzinfektion sein. Die kommt nur vor, wenn die Orchideen in einem zu luftfeuchten Raum oder Blumenfenster stehen. Sorgen Sie umgehend für frische Luft! Fallen die Knospen frühzeitig ab oder werden die Blätter der Orchideen gelb, ist dies meist ein Resultat von zu viel Gießwasser. Die Wurzeln faulen und versorgen die Orchideen mehr richtig. Lassen Sie die Erde vor dem nächsten Gießen gut abtrocknen!

Frauenschuh-Orchidee:
Wenn die Blätter der Orchideen silbrig glitzern und die Pflanze kümmert, saugen meist Spinnmilben an den Orchideen. Die Schädlinge treten häufig bei trockener Zimmerluft auf. Stecken Sie den Orchideen Pflanzenschutzstäbchen in die Erde.

Orchideen-Töpfe haben entweder spezielle Einlagen oder erhöhte Böden, damit die empfindlichen Wurzeln der Orchideen nicht in überschüssigem Wasser stehen.

Orchideen: Deko-Tipp

Orchideen bringen durch Ihre Blüten und durch bunte Übertöpfe Farbe ins Haus. Orchideen machen auch in Blumensträußen eine Top-Figur. Hier sind unsere Top-Ideen für Orchideen-Sträuße zum Nachmachen.

Text: Thomas Heß

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