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Primeln: Frühaufsteher im Garten

Zum Casting für die Frühjahrsshow im Garten sind von Februar bis April leuchtende Primeln erschienen. Primeln, das sind die Superstars aus dem Wald, lassen sich hervorragend als Deko in Szene setzen.

Primeln haben zarte Blüten, sind aber dennoch sehr robust und pflegeleicht.

Nüchtern und barfuss mussten die keltischen Druiden sein, wenn sie Primeln, die Echte Schlüsselblume pflückten. Wer sie dunkel unter dem Mantel nach Hause trägt, hieß es, könne mit ihr die Tür zu verborgenen Schätzen öffnen.

Primeln: echte Frühaufsteher
Mit etwas Sonnenglück können auch wir den Primeln barfuß begegnen, wenn wir sie – kaum dass die Nachtfröste vorbei sind – in Wald und auf Wiesen oder bei uns im Garten bewundern. Wahrscheinlich sind wir genauso begeistert wie die alten Druiden: Schließlich ist die Blüte der ersten Primeln immer ein hinreißender Moment. Deshalb heißen Primeln – zu denen die Echte wie die Hohe Schlüsselblume mit ihren gelben Blütentrauben gehören – auch Primeln: Der Name der meist mehrjährigen Pflanzen leitet sich vom lateinischen primus, der Erste, ab, denn Primeln blühen bereits ab März und lassen sich dann gleich pflanzen.

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Primeln sind nicht nur bildhübsch, sondern auch anspruchslos und mit normalem, durchlässigem Gartenboden und einem Plätzchen im Beet zufrieden, das sie vor praller Sonne verschont. Und da wir schon bei dem Namen der Primeln sind: Die Botaniker nannten Primeln auch Schlüsselblumen, weil die röhrenartige Blütenkrone und das Kelchblatt an Schlüssel samt Schloss erinnern.

Primeln: der Urahn vieler Gartensorten ist die Schlüsselblume.

Primeln: attraktive Girlies
In den Händen von Züchtern sind die poppigen Primelgirlies übrigens Musterschülerinnen. Neben der Farbenvielfalt der Kugel- und Teppichprimeln fallen die vor rund 200 Jahren aus der Hohen Schlüsselblume entstandenen Primeln ‘Gold-Laced-’ und ‘Silver-Laced’-Typen aus dem Rahmen: Jedes schwarze Blütenblatt dieser Primeln hat einen feinen, hellen Rand. In der Natur wachsen Schlüsselblumen gern neben Lungenkräutern (Pulmonaria), deren Arten oft hübsch gesprenkeltes Laub haben. Ab April zeigen sich über den attraktiven Blättern kleine, zwischen Rosa und Blau changierende Blütentrauben. Wie auch Primeln gedeihen sie am besten im leichten Schatten und auf Böden, die mehr oder weniger feucht sein dürfen.

Primeln - zusammen sind sie stark (von links): Gartenaurikel, Lungenkraut, Echte Schlüsselblume, Primula 'Gold Laced' und die elfenbeingelbe Teppichprimel 'Helge'.

Primeln: die wichtigsten Arten
Als Topfpflanzen werden vor allem diese Primlen angeboten: Primula x kewensis, eine Kreuzung mit gelben Blütenquirlen, P. malacoides, die einjährige Fliederprimel, P. obconica, die Becherprimel, P. praenitens, die Chinesenprimel und P. vulgaris, die Kissenprimel. Die Etagenprimel, P. bulleyana, ist eine bis 60 cm hohe Staude.

Lungenkraut (Pulmonaria) macht sich bestens in Gesellschaft mit Primeln.

Primeln: praktische Tipps
Das zeitige Frühjahr ist die beste Zeit, um mit der Pflege der Staudenbeete zu beginnen. Pflanzen, die den Winter nicht überstanden haben, können durch frostharte und farbenfrohe Frühlingsblüher wie Primeln ersetzt werden. Lockern Sie die obersten Bodenschichten auf. Sollten Sie im Herbst Knollen oder Zwiebeln ins Beet gesetzt hat, ist Vorsicht dabei geboten. Streuen Sie dann noch ein wenig reifen Kompost aus und die Primeln wachsen sicher an.

Fotos: Anke Schütz; Shutterstock