nlpopup

Seerosen: Die Krone des Froschkönig

Seerosen waren der Liebling des 19. Jahrhunderts. Heiß begehrt ist sie geblieben, denn mit leuchtenden Farben verwandeln Seerosen den Gartenteich von Juni bis September in eine verwunschene Märchenlandschaft.

Seerosen machen aus jedem Teich ein Märchenreich.

Wenn sich ein Frosch in ihr verheddert, kann er sich glücklich schätzen. Gekrönt von der Blüte einer Seerose und umringt von grün und bronze schimmmernden Schwimmblättern ist er König für einen Tag. Und kann in der Sonne dümpelnd von einer schönen Prinzessin träumen.

Seerosen-Hype im 19. Jahrhundert
Seerosen verzauberten im 19. Jahrhundert ganz Europa. Botaniker fühlten sich bei ihrem Anblick an griechische Nymphen erinnert und beschrieben die Gattung als Nymphaea. Ihre brillante Karriere haben die Seerosen jedoch ihrer Verwandten, der Viktoria-Seerose (Viktoria regia) aus dem Amazonas-Gebiet zu verdanken. 1846 breiteten diese Seerosen in England erstmalig ihre zwei Meter breiten Schwimmblätter in den Treibhäusern der Londoner Kew Gardens aus. Kurz darauf rissen sich die europäischen Fürsten um die exotische Majestät. Aus den beheizten Bassins am Hofe schwappte die Seeroseneuphorie in die Welt hinaus.

Kirschrot sind die Blüten der 'James Brydon'. 50 cm Tiefe sind ideal für diese Seerosen.

Züchter begannen, sich intensiv um die kleiner bleibenden Seerosen der Gattung Nymphaea zu kümmern. Dem Franzosen Latour-Marliac gelang es, 80 verschiedene winterharte Seerosen zu züchten, von denen heute noch viele als so genannte Marliac-Hybriden im Handel sind. Claude Monet, der berühmte französische Impressionist, war besessen von Seerosen, sie waren um 1900 sie sein einziges Motiv. Stundenlang saß er hinter seiner Staffelei und fing die Reflexionen des Lichtes zwischen den wippenden Blütenkronen ein. Bei den Designern der folgenden Jugendstil-Epoche avancierten Seerosen zum Top-Model. Und jeder, der etwas auf sich hielt, hatte sie: Seerosen auf Vasen, Lampen, Tischdecken oder in den Ausschnitt des Sommerkleides gesteckt.

Die Blüten der Seerosen werden von Fröschen gerne als Sonnenbank genutzt.

Seerosen für jeden Geschmack
Inzwischen gibt es rund 170 winterharte Arten, deren Blüten zwischen Juni und September aus dem Wasser aufsteigen. Die Farbpalette der Seerosen reicht von strahlendem Weiß über Creme, Gelb bis zu Rosa und kräftigen Rottönen. Nur Blau ist den tropischen Arten vorbehalten. Wer einen großen Teich hat, kann dort ab 80 Zentimeter Wassertiefe kräftig wachsende Sorten einsetzen. Weniger Platz brauchen etwa die reinweißen Seerosen ‘Hermine’. Sie ist für kleine Teiche mit Wassertiefen von 40 bis 80 Zentimetern geeignet.

Seerosen kann man auch als Deko nehmen, sie halten sich ein paar Tage in der Vase.

Die zierlichen Seerosen Nymphaea tetragona ‘Alba’ kommt sogar schon mit 15 Zentimeter Wassertiefe in einem alten Waschzuber aus. Seerosen wollen fünf Stunden Sonne am Tag genießen. An zu dunklen Standorten bilden Seerosen zwar Blätter, aber so gut wie keine Blüten.

Satte Seerosenblüten dank Dünger.

Seerosen: praktische Tipps
Gepflanzt werden sie zwischen April und August in lehmige Erde. Am besten setzt man sie in einen Pflanzkorb. So können flach stehende Seerosen im Winter leicht in die frostsichere Wassertiefe ab 50 Zentimetern hinuntergelassen werden. Empfindliche gelb blühende Seerosen sollten in feuchtes Laub eingepackt im Keller überwintern und dort gelegentlich gegossen werden, damit sie nicht austrocknen.
Wie alle anderen Pflanzen brauchen auch Seerosen im Frühjahr Dünger, am besten in Form eines Düngekegels (Osmocote). Damit kein Dünger ins Wasser gelangt, stecken Sie ein langes Rohr, etwa einen hohlen Besenstiel, in die Erde vom Seerosenkorb und stecken einen Düngekegel hinein. Diesen drücken Sie dann mit einer dünnen Bambusstange fest in die Erde der Seerosen.