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Federweißer – Vorbote der Weinsaison

Im Spätsommer beginnt die Federweißer-Zeit. Doch was ist Federweißer eigentlich? Wozu schmeckt er am besten und wie lagert man ihn? Infos und Rezepte zu Federweißer.

Federweißer ist ein alkoholhaltiges Weingetränk, das in der Regel aus weißen Trauben, meist Bachus, Siegerrebe oder Ortega, gewonnen wird. Von neu gepresstem Traubenmost bis hin zu fertig gegorenem Wein lassen sich alle Gärstufen des Traubensafts als Federweißer bezeichnen.

Federweißer ist aus hellen Trauben gepresst
Federweißer ist aus hellen Trauben gepresst

Charakteristisch ist die trübe Färbung von Federweißer: Dafür sind milchige Hefeteilchen verantwortlich, die sich in jedem neuen Wein finden. Und diese tänzelnden, federweißen Schwebeteilchen geben dem Federweißen auch seinen Namen.

Federweißer befindet sich stets im Gärprozess: Durch die Hefeteilchen wird der Zucker der Trauben in Alkohol und Kohlensäure aufgespaltet – ein süß-fruchtiges, alkoholhaltiges und prickelndes Traubensafterzeugnis entsteht.

Verkauft wird Federweißer ab etwa vier Prozent Alkoholgehalt. Damit ist er leicht alkoholisch. Das kann sich allerdings schnell ändern, denn der Traubenmost gärt immerzu weiter – bis zu einem Alkoholgehalt von etwa elf Prozent. Dann bezeichnet man Federweißer als Jungwein, der aber so sauer ist, dass er geschmacklich mehr an Essig denn an Wein erinnert.

Federweißer ist in Deutschland sehr populär, genauso wie in Österreich, der Schweiz und Italien. Abhängig von der Region nennt man Federweißen dann “Rauscher”, “Blitzer” oder “Sauser”.

Übrigens: Es gibt auch den “Roten Rauscher”, einen Federweißen aus dunklen Trauben. Der ist in Deutschland selten, da diese Trauben bevorzugt zu hochwertigen Weinen verarbeitet werden. Anders in Italien: Dort sind die Trauben früher reif und so werden die ersten Beeren zu “Rotem Rauscher” gepresst – den wir dann im deutschen Supermarkt kaufen können.

Bei Federweißer muss das Verhältnis von Süße, Fruchtsäure und Alkoholgehalt stimmen
Bei Federweißer muss das Verhältnis von Süße, Fruchtsäure und Alkoholgehalt stimmen

Federweißer bekommt man im gut sortierten Supermarkt und Weinfachhandel. In Weinregionen gibt es den gärenden Rebensaft auf Weingütern und in Weinkellereien zu kaufen. Außerdem wird Federweißer mittlerweile auch in Bio-Qualität hergestellt – fragen Sie Ihren Bio-Fachhändler danach.

Je jünger ein Federweißer, desto süßer ist. Deswegen wird Federweißer traditionell zu herzhaften regionalen Spezialitäten wie etwa Zwiebelkuchen gereicht. Natürlich passen auch andere deftige Gemüsekuchen und Quiches dazu. Auch eine kräftig-aromatische Vesperplatte bietet einen geschmacklichen Kontrast zu der prickelnden Süße des Getränks. Und mancherorts sind geröstete Maronen zum Federweißen nicht mehr wegzudenken.

Deftiger Zwiebelkuchen schmeckt zum Federweißen besonders gut
Deftiger Zwiebelkuchen schmeckt zum Federweißen besonders gut

Federweißer lagern

Weil Federweißer nicht aufhört zu gären und bei diesem Prozess Gase entstehen, darf die Flasche nicht luftdicht verschlossen werden, sonst könnte sie platzen. Federweißer muss demnach aufrecht gelagert werden, sonst laufen die Flaschen aus.

Sinnvoll ist eine Lagerung an einem kühlen Ort, denn das verzögert den Reifeprozess des Federweißen. Ein warmer Platz hingegen beschleunigt die Gärung. Federweißer-Genießer kann den Geschmack des Rebensafts also mitbestimmen: Ist Federweißer zu Beginn zu süß, lässt man ihn einige Stunden im warmen Zimmer stehen. Zucker und Hefe gären weiter, die Süße schwindet. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl erforderlich: Süße, Fruchtsäure und Alkoholgehalt des Federweißen müssen im richtigen Verhältnis sein – zu schnell schmeckt er sauer und ist dann ungenießbar.