Bräuche in aller Welt So zieht das Glück bei uns ein

Die Nacht vom 31. Dezember auf den
1. Januar ist die Nacht der Nächte! Das Alte ist vergeben und vergessen, mit frischem Mut und neuem Elan geht es in die nächsten 365 Tage. Damit das neue Jahr von Glück geprägt ist, werden uns einige Vorkehrungen empfohlen. Auf der ganzen Welt gibt es unzählige Silvesterbräuche, manche sind durchaus kurios. Aber lassen Sie es uns so sagen: Es schadet nie, Glücksrezepte zu befolgen...

Mit Lärm gegen böse Geister

Das Wichtigste zuerst: In der Silvesternacht müssen wir die zahlreichen bösen Geister vertreiben! Das geht am besten mit Lärm: Raketen steigen in den Himmel, Böller machen Radau, und mancherorts gibt es lautstarke Umzüge. Für noch mehr Glück: vierblättrige Kleeblätter suchen und finden, Glückschweine aller Art oder Kuscheln mit Schornsteinfegern.
Verboten ist es hingegen, in der Silvesternacht Wäsche zu waschen oder zu trocknen. Der Legende nach ist Wotan nämlich genau in jener Nacht mit seinem Heer unterwegs und wäre schrecklich wütend, wenn er in Wäscheleinen hängen bliebe. Auch nicht so gut: arbeiten. Man könnte damit die Götter erzürnen, haben unsere Ur-Ur-Ur-Ahnen behauptet.

Mit Essen zur Glückseligkeit

In Brasilien liebt man den Bohnen-Eintopf Feijoada, in Teilen Deutschlands die Linsensuppe oder das Sauerkraut - alles sorgt für nie versiegendes Kleingeld. In Spanien zählt das Timing: Um Mitternacht werden dort 12 Weintrauben verspeist, mit jedem Glockenschlag eine. Doch Achtung: Bis zum letzten Schlag müssen alle aufgegessen sein, sonst droht Unglück! In Griechenland backt man Basiliusbrot, in dem Münzen versteckt sind. Wer sie findet, muss womöglich zum Zahnarzt, hat aber sicher im neuen Jahr viel Glück. In Schottland wird es schwierig: Man nehme einen großen jungen Mann, eine Flasche Whiskey, ein Rosinenbrot und ein Stück schwarze Kohle. Alles zusammen muss kurz nach Mitternacht vor der eigenen Haustür stehen. Damit das klappt, brauchen Sie wirklich viel Glück!

Was man sonst noch tun kann

Sind die ersten Sekunden des Jahres angebrochen, sollte man ein gefülltes Glas zur Hand haben und anstoßen. Der oft geprobte Satz "Prost Neujahr" sollte nicht fehlen. Er leitet sich vom lateinischen Wort "prosit" ab und bedeutet "es möge gelingen".
In der chinesischen Welt gibt es unzählige Neujahrsbräuche: Unverheiratete werfen Mandarinen ins Meer und hoffen damit den richtigen Mann anzulocken. Die Wohnungen werden vor Silvester gut gereinigt und die Fenster eine Stunde vor Mitternacht geöffnet, damit das Glück den Weg ins Haus findet und gerne an diesem sauberen Ort bleibt.
Noch ein "heißer" Tipp, den man in Spanien, Chile und Brasilien befolgt: Frauen tragen Silvester und Neujahr rote Dessous!

Was bringt die Zukunft?

Natürlich ist es spannend, in ganz neue 365 Tage zu starten. Aber ein bisschen wollen wir schon wissen, was uns erwartet! Der wohl bekannteste Brauch ist das Bleigießen: Eine Bleiform wird auf einen Löffel gegeben und über Feuer geschmolzen. Dann ab ins kalte Wasser, neue Form gegen das Licht halten und - nichts erkennen und wild deuten! Auch Äpfel können in die Zukunft schauen: Man muss einen von ihnen spiralförmig schälen, dann die Schale über die linke Schulter werfen. Der dabei womöglich entstehende Buchstabe sagt uns, wer unser Liebster ist. Beim Pendeln hingegen bekommt man klare Antworten auf klare Fragen. Beim Drehen im Uhrzeigersinn sagt das Pendel übrigens "ja", sonst eben "nein".
Kleiner Trost: Bei schlechten Vorhersagen einfach einmal um die eigene Achse drehen - dann wandelt sich Schlechtes in Gutes! So einfach kann das sein!