Zeit für Tee Tee überschreitet Grenzen

Ob in China, Ostfriesland, Russland oder England: Tee wird überall geliebt - nur auf unterschiedliche Weise. Hier erfahren Sie, wie die Menschen in diversen Ländern ihren Tee genießen. Oder wussten Sie schon, dass man Tee in Russland gerne mit Marmelade trinkt? Mindestens genauso spannend wie die russischen Bräuche sind die Teezeremonien in Japan. Auch in Deutschland haben die Menschen ganz spezielle Tee-Rituale - fragen Sie mal einen Ostfriesen! Oder lesen Sie einfach weiter.

China

In Europa verwendet man ganz automatisch ein Teesieb oder einen Teebeutel zur Teezubereitung. In China gießt man das heiße Wasser jedoch direkt auf den losen Tee und verwendet keine Filter. Da die Teeblätter unzerkleinert sind, sinken sie nach einiger Zeit auf den Boden der Tasse. Dreimal werden die Blätter aufgegossen, denn das Erneuern nach jedem Aufguss gilt als dekadent.

England

Die Engländer trinken mit etwa 171 Millionen Teetassen pro Tag zweifelsfrei den meisten Tee in Europa. Traditionell beginnt ein Tag in England mit dem "early morning tea" und endet mit dem "high tea" zum Abendessen. Dazwischen wird in den meisten Familien der berühmte "five o'clock tea" gereicht. Den trinken die Engländer am liebsten mit Milch und essen dazu köstliche Sandwiches, Shortbread oder Scones - butterweiche Teebrötchen.

Japan

Die japanische Teezeremonie ist ein uraltes Ritual zur Ruhe und Einheit mit der Natur. Die Wurzeln dieser Zeremonie liegen im Zen-Buddhismus, und bis heute wird sie in Japan nach alter Überlieferung praktiziert. Zu diesen Anlässen kommen Gastgeber und Gäste in einem Teeraum zusammen, wo ein Teemeister grünen Pulvertee mit speziellem Zubehör zubereitet wird: Dabei dürfen Mizusashi (Wassergefäß), Chaire (Teebüchse), Chasen (Teeschlägel), Chashaku (Teelöffel) und Chakin (weißes Leintuch) nicht fehlen.

Russland

Im kalten Russland gehört wärmender Tee zum Alltag. Da ist es selbstverständlich, dass in der transsibirischen Eisenbahn in jedem Waggon ein Behälter mit heißem Wasser für die Reisenden bereitsteht. Typischerweise wird der allerdings in einem Samowar zubereitet. Das ist ein Behälter, der aus zwei Kännchen besteht. In das obere wird ein starkes Teekonzentrat gegeben, in dem unteren Kännchen wird Wasser durch glühende Holzkohle zum Kochen gebracht. Mit diesem Wasser wird schließlich das Teekonzentrat verdünnt. Die Mischung trinkt man zumeist aus Gläsern, oftmals mit Zitrone, Zimt oder kandierten Früchten. Wem das immer noch zu bitter ist, der süßt ein wenig nach: einfach einen Löffel Marmelade in den Mund nehmen und dann den heißen Tee trinken. Das ist sehr beliebt und schmeckt besser als man meinen mag.

Ostfriesland

In Ostfriesland werden starker Assam-Tee und die berühmte Ostfriesen-Mischung bevorzugt. Davon trinkt man bis zu fünf Tassen täglich. Ein Ostfriese lässt sich nur ungern von seiner gemütlichen Teestunde, dem "Klönsnack" abbringen. Und noch weniger gerne sieht er es, wenn Sie Ihre Tasse Tee mit dem dicken Stück "Kluntje" (Kandiszucker) und dem "Rohm" (Sahne) umrühren. Denn in Ostfriesland genießt man ohne Löffel, Schluck für Schluck: Erst wird der herbe Tee mit der Sahne und dann der Rest mit dem süßen Kandisgeschmack genossen. Den Löffel legt man erst dann in die Tasse, wenn man zeigen möchten, dass man genug Tee hatte. Über einen Schuss Rum im Tee soll sich allerdings noch kein Ostfriese beschwert haben.

USA

In den USA gibt es aufgrund der vielen unterschiedlichen Nationalitäten auch sehr viele Arten des Teetrinkens. Eine typisch US-amerikanische Teezubereitung kennt man mittlerweile allerdings fast überall in der Welt: den Eistee. Er wurde 1904 von dem Teehändler Richard Blechynden erfunden. An einem heißen Tag legte Blechynden einfach Eiswürfel in seinen Tee und gab Zucker und Zitrone dazu. Das war ein Erfolgsrezept und verbreitete sich in ganz Amerika. Bis heute zählt Eistee zu den beliebtesten amerikanischen Getränken.

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