Zeit für Tee Die Geheimnisse der Teesorten

Nichts außer Wasser wird auf der Welt so viel getrunken wie Tee. In China ist er seit Jahrtausenden Kultur, in England hat er seinen festen Platz in der Tagesordnung. Er hilft bei Erkrankungen und beruhigt die Seele. Aber was macht Tee so besonders? Und wo liegen die feinen Unterschiede und Geheimnisse der verschiedenen Sorten? Wir geben Ihnen einen Einblick in die Vielfalt des Heißgetränks und verraten Tipps zur richtigen Zubereitung.

Schwarzer Tee - Genuss aus Fernost

Schwarztee entsteht aus den getrockneten Blättern, Knospen oder Trieben des immergrünen Teestrauchs und hebt sich durch das Fermentieren vom Grüntee ab. Hierbei gären und oxidieren die Teeblätter in einer feuchten Umgebung und entfalten ihr volles Aroma. Bekannte Schwarztees sind der Assam-Tee, der Ceylon-Tee und der Darjeeling. Den berühmten Earl Grey Tee verdanken die Briten Charles Earl, der 1830 einen mit Bergamotte-Öl aromatisierten Schwarztee aus China nach England brachte. Spitzenländer in der Produktion von schwarzem Tee sind Indien, Ceylon und China. Diese Länder produzieren nicht nur mengenmäßig den meisten Tee, sondern auch den qualitativ besten.
Zubereitung: Schwarze (lose) Teeblätter werden mit sprudelnd kochendem Wasser überbrüht. Sie können auch Teefilter benutzen. Den Tee 3-5 Minuten ziehen lassen. Man kann sagen, dass Tee anregend auf das Zentrale Nervensystem wirkt und sein Aroma bestens entfaltet, wenn er drei Minuten zieht. Bei einer Ziehdauer von 5 Minuten ist die Wirkung des Aufgusses besonders auf Magen und Darm beruhigend. Eine Tasse Tee kann je nach Zubereitungsart bis zu 50 mg Koffein enthalten, das sich jedoch milder und langsamer entfaltet als jenes im Kaffee.

Grüner Tee - Gut für Körper und Seele

Grüntee wird eine heilende Wirkung zugeschrieben. Er enthält neben wichtigen Mineralstoffen wie Fluor, Zink und Calcium auch viel Vitamin C, das beim Schwarztee durch das Fermentieren zerstört wird. Das Dämpfen der grünen Blätter löst außerdem viele Gerbstoffe, deren Hauptbestandteil eine tumorhemmende Wirkung haben soll. Zudem wirken seine Inhaltsstoffe positiv auf den Kreislauf und helfen bei Migräne, entwässern und entsäuern.
Zubereitung: Empfohlen wird das Aufgießen nicht mit kochendem, sondern mit 70 Grad heißem Wasser. Dazu können Sie kochendes Wasser 5 bis 10 Minuten stehen lassen oder 2/3 kochendes Wasser mit 1/3 kaltem Wasser mischen. Etwa 3-4 Minuten ziehen lassen und genießen.

Kräutertee - Heilmittel mit Tradition

Kräutertees sind keine homogene Gruppe. In der Regel zählen Früchtetees und einige Gewürze, wie Salbei und Thymian, dazu. Aufgrund ihrer heilenden Wirkung sind sie besonders beliebt: Es gibt Beruhigungs-, Erkältungs- und Magentees. Bereits im Mittelalter kurierten Mönche mit selbstangebauten Heilkräutern verschiedene Krankheiten. Verwendet wurden damals wie heute alle Pflanzenteile: Blätter, Stängel, Blüten und Wurzeln.
Zubereitung: Von den Kräutern nimmt man für eine Tasse so viel, wie man mit drei Fingern fassen kann, gießt sie mit sprudelndem Wasser auf und lässt sie dann 5 bis 10 Minuten zugedeckt ziehen.

Rooibusch Tee - Vitamine aus Südafrika

Rooibusch Tee, auch Rotbusch Tee genannt, enthält kein Teein und ist somit ein guter Ersatz für schwarzen Tee, da er aromatisiert recht ähnlich, aber etwas leichter schmeckt. Er zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Vitamin C und Calcium aus. Durch seinen Reichtum an Mineralstoffen und Spurenelementen wird er gerne im Sport als Ersatz für isotonische Getränke genommen. Bei Rotbusch Tee unterscheidet man zwischen der roten und der grünen Sorte: Die Zweige des "roten" Rooibusch werden geschnitten und etwa 12 bis 20 Stunden fermentiert, um ihr feinwürzig-süßliches Aroma zu entfalten. Beim "grünen" Rooibusch Tee wird auf diesen Fermentationsprozess verzichtet. Dennoch findet eine natürliche Fermentation statt, durch die die Blätter einen frisch-würzigen Geschmack erhalten.
Zubereitung: ca. 2 bis 3 Teelöffel reichen für 1 Liter Wasser. Leicht kochend übergießen und 3 bis 5 Minuten ziehen lassen. Rooibusch kann warm oder kalt getrunken werden und eignet sich für Mixgetränke. Schmeckt auch gut mit Milch oder Sahne.

Ayurvedische Tees - Heilkräuter Indiens

Ayurvedische Tees gehören grundsätzlich zu den Kräutertees. Sie basieren auf alten Rezepten der indischen Naturheilkunde Ayurveda und bestehen aus exotischen Gewürz-Kräuter-Mischungen. Wörtlich übersetzt bedeutet Ayurveda "Das Wissen vom Leben". Zutaten sind unter anderem Zimtrinde, Ingwer, Süßholz und Rosenblüten. Die bekannteste Mischung ist der Yogi-Tee, der besonders anregend wirkt.
Zubereitung: Ayurvedische Tees können Sie gesüßt oder ungesüßt, pur oder gemischt, heiß oder kalt, mit oder ohne Milch trinken. Schon der Duft, wenn sich die einzelnen Zutaten entfalten, ist ein Genuss für die Sinne. Ayurvedischen Tee im Aufgussbeutel können bis zu 10 Minuten können ziehen. Für losen Tee nimmt man 1 bis 2 Teelöffel pro Tasse. Auch ihn sollte man länger ziehen lassen, ohne befürchten zu müssen, dass er bitter wird.

Weißer Tee

Er hat schon die chinesischen Kaiser im 11. Jahrhundert begeistert und gehört noch heute zu den exquisitesten Teesorten. Schließlich soll er edle Kräfte verleihen und eine lebensverlängernde Wirkung haben: Zu weißem Tee gibt es viele Mythen und Geschichten. Er wird weißer Tee genannt, weil für ihn nur die Knospen des Teestrauchs geerntet werden, die noch ungeöffnet und mit silbrig, weißem Flaum bedeckt sind. Da diese bei der Ernte in mühsamer Handarbeit selektiert werden, ist der weiße Tee besonders kostbar. Die Knospen werden anschließend luftgetrocknet. Die besonders schonende Zubereitung verleiht dem Tee sein spezielles, samtiges Aroma. Im Endergebnis entstehen kunstvolle Sorten wie Pai Mu Tan, auch weiße Pfingstrose genannt, Yin Zhen mit dem Namen Silbernadel und Silvery Pekoe.

Zeit für Tee

Die Geheimnisse der Teesorten
Tee überschreitet Grenzen
Stilvolle Teestunde