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Holunder: lecker & gesund

Von Juni bis August ist Holunder-Blütezeit, im September können die Beeren geerntet werden. Rezept für Holunderblüten-Sirup und alles zur Wirkung von Holunder.

Holunder – auch “Holler” genannt – steckt in Tee, Marmeladen, Fruchtjoghurts, Sorbets, Kuchen und vielem mehr. Mit Holunder als Zutat kann man wunderbar backen oder leckere Getränke zubereiten.

Aus den Holunderblüten lassen sich leckere Gelees und Getränke zubereiten. Pflücken sollten Sie die Blüten an einem sonnigen Tag, dann sind sie besonders aromatisch.

Für das Holunderblüten-Gelee benötigen Sie etwa zehn Holunderblütendolden, die Sie vorsichtig waschen und dann mit Zitronenscheiben und Wasser 24 Stunden stehen lassen. Am nächsten Tag Flüssigkeit durch ein Sieb gießen, Gelierzucker, Zitronenschale und – je nach Geschmack – ein paar Teelöffeln Weißwein, Orangen- oder Apfelsaft kurz aufgekochen. Die warme Masse in Einmachgläser füllen, fünf Minuten auf den Kopf stellen – fertig.

Ein anderes Grundrezept ist der Holunderblüten-Sirup. Dafür braucht man zunächst zwei unbehandelte Zitronen und 25 g Zitronensäure (“Ascorbinssäure” aus der Apotheke). Hinzukommen etwa 30 voll aufgeblühte Holunderdolden und 1 Kilo Zucker.

Holunderblüten-Sirup schmeckt toll im Hugo

Tipp: Die Holunderblüten sollten voll aufgeblüht sein, denn nur so haben sie ein intensives Aroma. Außerdem ist es besser, wenn die Blüten nicht abgespült werden, da sonst der für den Geschmack verantwortliche Blütenstaub verloren geht.

Die Zubereitung ist ganz einfach. Zuerst werden die Zitronen ausgepresst. Wichtig dabei ist, dass man die Zitronenschalen aufbewahrt, da diese im nächsten Schritt benötigt werden. Im zweiten Schritt werden Zucker und 2 Liter Wasser in einem großen Topf aufgekocht und Zitronenschalen und -saft hinzugegeben. Nach dem Abkühlen kommen die Holunderblüten dazu und der Topf wird mit einem Tuch abgedeckt. Der Topf mit der Zuckerlösung sollte nun an einem sonnigen Plätzchen etwa zwei Tage ruhen.

Danach werden die Zitronenschalen und die Holunderblüten mit einer Schaumkelle herausgefischt. Der zurückgebliebene Sud wird nun durch ein Passiertuch in einen zweiten Topf gegossen. Nachdem die Zitronensäure hinzugefügt worden ist, wird der Sud erneut aufgekocht und danach sofort in heiß ausgespülte Flaschen gefüllt und verschlossen.

Mit dem selbst gemachten Sirup aus Holunderblüten kann man wunderbare Mixgetränke machen. Mischen Sie den Holunderblüten-Sirup zum Beispiel mit Mineralwasser, Apfel- oder Grapefruitsaft, geben Sie für einen schönen Eistee etwas Sirup und Eiswürfel in kalten Früchtetee, peppen Sie Bowle, Sekt oder Prosecco mit dem Sirup auf und probieren Sie im Winter einen heißen Punsch und Glühwein mit Holunder.

Die gut verschlossenen Flaschen mit dem süßen Sirup aus Holunderblüten sollten Sie dunkel und kühl lagern. Verschlossen bleibt der Sirup etwa ein Jahr lang haltbar.

Holunder spielte schon vor Jahrtausenden eine wichtige Rolle in der Heilkunde. So pries der berühmte Arzt Hippokrates die einzigartige Kraft des Holunder: Gegen “Verstopfung, Frauenbeschwerden und Wassersucht” wurde der Holunder empfohlen. Merkmale, die auch heute noch für den Holunder typisch sind. So erkennt nun auch die moderne Medizin die gesundheitliche Wirkung von Holunder. Inzwischen weiß man, dass Holunder sogar Krebs und Herzinfarkten vorbeugen kann.

In Mitteleuropa gibt es drei Arten Holunder: den schwarzen Holunder, den Trauben-Holunder und den Zwerg-Holunder. Der schwarze Holunder ist bei uns am meisten bekannt und verbreitet. Mit seinen weißen, duftenden Blüten und den charakteristischen, tief schwarzen Früchten ist er häufig in Gärten zu finden, wächst aber auch im Gebüsch am Wegesrand und in Wäldern. Übrigens: In alten Gedichten und Liedern findet man Holunder auch, dann ist vom “Hollerbusch” die Rede – gemeint ist eben jener schwarze Holunderbusch.
Vorsicht ist geboten beim Verzehr der rohen Beeren direkt vom Busch: In den unreifen Samen und Beeren von Holunder findet sich ein harziger Stoff, der zu Erbrechen und Durchfall führen kann. Kinder sollten deshalb vor dem Verzehr der unreifen Früchte gewarnt werden. Geerntet werden die Holunder Beeren erst, wenn sie tief blauschwarz sind.

Schwarzer Holunder: die Beeren

Schon früh wurden die reifen Beeren des Holunderstrauches bei der Prävention von Erkältungen eingesetzt, da sie sehr viel Vitamin C und Spurenelemente wie Zink enthalten. So helfen sie beispielsweise als Saft, die Abwehrkräfte zu stärken und frühzeitig eine Erkältung zu verhindern. Laut einer Studie verkürzt Holunder sogar die Dauer einer Erkältung von durchschnittlich sechs auf zwei Tage. Ein beliebtes Rezept mit Holunder gegen Erkältungen: Holundersaft sanft erhitzen, einen Löffel Honig und etwas Zitrone zugeben, Trunk warm trinken und danach sofort ins Bett legen und ausruhen.

Holundersaft schmeckt leicht rauchig und herb. Wem das Aroma zu stark ist, kann reinen Holundersaft als Schorle mit Mineralwasser oder Apfelsaft genießen.

Schwarzer Holunder: die Blüten

Die Blüten von Holunder werden, als Tee verarbeitet, für Schwitzkuren bei Fieber und Erkältungen eingesetzt. Idealerweise legt man sich danach ins Bett, um die Krankheit auszuschwitzen. Genau wie die Beeren stärken auch die Blüten des Holunder das Immunsystem. Ebenfalls unterstützt die entgiftende Wirkung von Holunder Abnehm- und Detoxkuren. Und auch bei unreiner Haut hilft ein Aufguss aus Holunder-Blüten, zum Beispiel als Kompresse: etwa 25 Gramm Blüten mit einem halben Liter kochenden Wasser übergießen, kurz ziehen lassen, ein Tuch in den Sud tauchen und für gut 10 Minuten auf das Gesicht legen.