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Pflaumen: Steinobst mit Power

Pflaumen läuten den Spätsommer ein – Zeit für Pflaumenkuchen und Pflaumenmus. Wir haben Rezepte und Tipps für Pflaumen und Zwetschgen.

Die Saison für heimische Pflaumen reicht von Mitte Juli bis Mitte Oktober. Weltweit gibt es über 2.000 verschiedene Sorten, zu denen Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden gehören. Pflaumen sind rundlich bis oval, je nach Sorte dunkelblau, violett, rot, grün oder gelb. Ab Juli sind Frühsorten wie Katinka reif, die sich dank ihres festen Fruchtfleisches besonders gut zum Backen eignet. Zu den mittelfrühen Sorten gehört beispielsweise die saftige Zwetschge Hanita. Sie eignet sich besonders zum pur Verzehren und zum Backen sowie für Konfitüre und Kompott. Spätsorten wie die Hauszwetschge und Presenta sind vielseitig einsetzbar.

Verarbeitet schmecken Pflaumen hervorragend in Kuchen, Desserts, Kompott oder Aufläufen. Sie werden außerdem zu Hochprozentigem wie Zwetschgenwasser, Sliwovitz oder Armagnac verarbeitet. Pflaumen schmecken in süßen und pikanten Speisen.

Zwetschgen gehören zur Familie der Pflaumen. Äußerlich unterscheiden sich Pflaumen von Zwetschgen darin, dass Pflaumen rundlich-oval sind, Zwetschgen eher länglich. Im Gegensatz zu Zwetschgen haben Pflaumen außerdem eine ausgeprägte Fruchtnaht. Die in Europa üblichen Pflaumen haben ein weiches, saftiges Fruchtfleisch und eignen sich besonders gut als Tafelobst. Zwetschgen haben ein eher festes Fruchtfleisch, lassen sich leicht entsteinen und daher besser verarbeiten. Nahezu weltberühmg ist der klassische Zwetschgenkuchen, gerne mit einem guten Klecks Sahne dazu! So lässt sich der Spätsommer genießen!

Neben frischen Pflaumen lassen sich auch getrocknete Pflaumen oder Backpflaumen in der Küche hervorragend einsetzen. Saucen oder Chutneys bekommen eine feine, fruchtige Note durch Pflaumen.

Klein, gelb und süß: Mirabellen sind die Schwestern der Zwetschgen.
Klein, gelb und süß: Mirabellen sind die Schwestern der Zwetschgen.

Mirabellen sind die gelben, kleinen Schwestern der Zwetschgen. Witzig: Sie werden geerntet, indem man den Baum schüttelt – die Mirabellen fallen dann herunter und können aufgesammelt werden. Das Fruchtfleisch der Mirabellen ist aromatisch, süß und lässt sich leicht vom Kern lösen. Mirabellen eignen sich ideal als kleiner, purer Fruchtsnack und werden gerne zum bekannten Mirabellenlikör verarbeitet. Den kann man sogar selber machen, indem man klein geschnittene Mirabellen zusammen mit Kandiszucker, etwas Vanille und Zimt sowie Wodka in eine Flasche gibt und einige Wochen ziehen lässt.

Aus Mirabellen lassen sich aber auch herrliche Kuchen backen und tolle Desserts zaubern.

Beim Kauf von Pflaumen und Zwetschgen sollten Sie darauf achten, dass das Fruchtfleisch nicht zu fest ist und auf Druck leicht nachgibt. Bei Zimmertemperatur reifen Pflaumen und Zwetschgen nach – wenn Sie das nicht wünschen, sollten Sie die Früchte nach dem Kauf gleich in den Kühlschrank legen. Dort sind sie bis maximal einer Woche haltbar.  Pflaumen und Zwetschgen sind von einer wachsartigen, weißen, ganz natürlichen Schutzschicht umschlossen, die man erst vor der Verarbeitung abwaschen sollte, da die Schicht die Früchte vor dem Austrocknen schützt. Tiefgekühlt sind Pflaumen und Zwetschgen rund ein Jahr lang haltbar.

Spätsommer-Vergnügen: Pflaumen und Zwetschgen pflücken.
Spätsommer-Vergnügen: Pflaumen und Zwetschgen pflücken.

Pflaumen bestehen zu 85 Prozent aus Wasser und haben nur 51 Kalorien je 100 Gramm. Neben Karotin enthalten Pflaumen die Vitamine B1 und B2, reichlich Eisen, Kupfer, Zink, Kalium, Natrium, Phosphor, Kalzium sowie Anthocyane – diese sekundären Pflanzenstoffe kommen in blau-violetten Früchten vor und sollen unsere Zellen vor dem Altern und Entarten schützen.

In getrockneten Pflaumen sind besonders Fruchtzucker und der Quellstoff Pektin konzentriert. Frisch oder getrocknet halten Pflaumen nicht nur den Körper in Form, die guten Inhaltsstoffe sorgen auch für Power im Darm. Getrocknete Pflaumen mit Wasser sind das alte Geheimrezept gegen Darmträgheit.