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Quitten: die fast vergessenen Früchte

Die relativ unbekannten Quitten schmecken toll als Quittenmarmelade. Weitere Quittenrezepte und Tipps zum Quitten zubereiten.

Man kann Konfitüren, Gelees, Kompott, Dörrobst oder Gesundheitstrunks aus Quitten machen. Wegen ihres aromatischen Duftes wurden sie früher außerdem gerne in die Wohnstube oder in den Wäscheschrank gelegt.

Übrigens: Unser Wort Marmelade stammt vom portugiesischen Wort “Marmelada”, was übersetzt nichts anderes als Quittenmarmelade heißt, denn “Marmelo” bedeutet Quitte. Außerdem ist das Quittenbrot, das es auch hierzulande besonders in der Winter- und Weihnachtszeit gibt, in Portugal als “dulce de membrillo” bekannt und sehr beliebt.

Zu Unrecht fristen Quitten ein Dasein im Schatten der Äpfel und Birnen. Vor Jahren noch zierten Bäume mit Quitten fast jeden Garten. Die im Frühjahr weiß blühenden Bäume tragen im Spätsommer viele hellgelbe Früchte, die noch bis in den späten November hinein gepflückt werden können. Damit zählen die Quitten zu den spätesten Obstsorten des Jahres. Die Saison für Quitten startet etwa Ende September. So erkennt man reife Quitten am Baum: Quitten ernten.

Quitten sehen nicht nur aus wie eine Mischung aus Apfel und Birne, sie gehören auch zur selben Familie. Quitten zählen zu den Rosengewächsen, sie sind Kernobst, weil sie im Inneren ein Gehäuse mit Kernen haben. Weltweit gibt es 200 verschiedene Arten von Quitten, heutzutage sind hauptsächlich die etwas rundlichere, aromatischere Apfelquitte und die länglichere Birnenquitte erhältlich.

Quitten sind Vitaminbomben und sollten bei der Ernte schön gelb sein.

Roh sind Quitten aus unseren Breiten nicht essbar, durch den hohen Gehalt an Gerbstoffen schmeckt das Fruchtfleisch holzig, hart und bitter. Den Ruf, sie sei “schwer zu verarbeiten”, verdankt die Quitte ihrem pelzigen Mantel, den man vor dem Kochen erst mit einem Lappen abreiben sollte. Kocht man Quitten, ähnelt ihr Geschmack wiederum stark dem von Äpfeln und Birnen.

Nach dem Kochen oder Backen werden die Säure und der herbe Geschmack der Quitten milder. Quitten können geschält oder auch mit Schale zu Kompott, Gelee oder Marmelade verarbeitet werden. Gebacken kommen die Früchte in Desserts und Kuchen oder auch als süße Beilage zu herzhaften Gerichten zum Einsatz. Auch Getränke wie Fruchtsaft, Liköre oder eine Version des Apfelweins lassen sich aus Quitten herstellen.

Vor der Zubereitung: Entfernen Sie den Flaum auf der Schale der Quitten mit einem Tuch, da dieser nicht nur pelzig schmeckt, sondern auch ätherische Öle enthält, welche den Geschmack des Fruchtfleisches unangenehm beeinflussen.

Auch die Kerne der Quitten können zum Einsatz kommen: Werden die Kerne in Wasser eingelegt (etwa 1 Esslöffel Kerne eine Viertelstunde mit der achtfachen Menge Wasser ansetzen), entsteht der sogenannte Quittenschleim. Dieser verspricht äußerlich angewendet Linderung bei Sonnenbrand und Wunden, innerlich bei Halsweh, Husten und Magenentzündungen.

Quitten in voller Reife. Sie erfüllen jeden Raum mit ihrem intensiven Duft.

Selten bekommt man bei uns frische Quitten, noch werden sie meist aus anderen Ländern importiert und nur in kleiner Menge geliefert. Beim Kauf sollten die Quitten gelb sein, aromatisch duften und einen möglichst schwachen Flaum auf der Schale haben. Quitten reagieren sehr empfindlich auf Berührung: Sie bekommen schnell Druckstellen und verderben dann leicht.

Ideal für Quitten ist die Lagerung bei einer Temperatur von etwa 2 Grad. Im dunklen, kühlen Keller sind Quitten dann rund zwei Monate haltbar. Bei wärmeren Temperaturen verderben Quitten jedoch deutlich schneller, deswegen sollte man sie zu Hause möglichst zügig verarbeiten.

Und noch ein Tipp für die Lagerung: Quitten sind Einzelgänger, ihr starkes Aroma überträgt sich sehr schnell auf andere Lebensmittel!

Zutaten für etwa 1800 ml:

3,5 kg Quitten
Saft von 2 Zitronen
500g Gelierzucker (2:1)
2,5 l Wasser

Zubereitung des Quittengelees

Tipp: Für Konfitüren sollten Sie die Quitten nie schälen, da sich viel Pektin in der Schale befindet und den Geliervorgang unterstützt.

Das Rezept stammt aus dem Buch “Marmeladen & Gelees” von GU.
Sie können Quittengelee auch mit fertigem Quittensaft herstellen, dann sollten Sie aber die Dosis des Gelierzuckers erhöhen.

Gelee aus Quitten ist lecker als Brotaufstrich und außerdem eine beliebte Zutat in vielen Rezepten.

Quitten sind reich an Ballaststoffen, Kalium, Folsäure, Eisen sowie Vitamin C und Vitamin A. In einer Quitte steckt mehr Vitmain C als in einem Apfel. Quitten wird schon seit der Antike eine heilende Wirkung bei Fieber, Husten, Magen- und Darmproblemen zugeschrieben.