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Die Zwiebel: So gesund!

Die Zwiebel gehört in die Küche, in jedem Vorratsschrank ist sie zu finden. Zu Recht, denn das Multitalent ist Bestandteil vieler Gerichte. Die Zwiebel ist gesund und preisgünstig.

Die Zwiebel kommt ursprünglich aus Zentralasien und wurde schon im Altertum als Gewürz und Heilpflanze geschätzt. Die Beliebtheit der Zwiebel ist bis heute ungebrochen: Vorsichtigen Schätzungen von Koch-Profis zufolge findet sich die Zwiebel als Zutat in jedem zweiten deutschen Gericht!

Zwiebel: die Sorten
Für jedes Gericht gibt’s die richtige Zwiebel. Die Sorten unterscheiden sich in Form, Farbe und Geschmack. Die Vielfalt der Zwiebel ist riesig: Es gibt runde, flache, ovale, große, kleine, rote, weiße, braune und noch einige mehr.

Am häuftigsten verkauft und verwendet wird bei uns die Haushaltszwiebel – auch braune Zwiebel genannt. Sie wird oft in Salaten vewendet. Wenn man den sehr pikanten Geschmack der rohen Zweibel nicht mag oder einen empfindlichen Magen hat, sollte man die Ringe oder Würfel vorher kurz angebraten oder dünsten. Diese sehr gebräuchliche Zwiebel eignet sich neben Salaten auch für Saucen und Suppen oder gibt Bratkartoffeln den letzten Schliff.

Rote Zwiebeln sind milder im Geschmack und werden deswegen gerne roh in Salaten verwendet. Auch als Dekoration auf Gerichten macht die Zwiebel mit ihrer schicken rötlichen Färbung eine gute Figur.

Auch die Gemüsezwiebeln – auch Spanische Zwiebeln genannt – können roh in Salaten gegessen werden, da sie mild sind. Aufgrund ihrer Größe (eine einzelne Zwiebel kann bis zu einem Kilo schwer sein) können diese Zwiebeln wunderbar auch gefüllt werden. Außerdem sind sie perfekt für alle Rezepte, für die man besonders viele Zwiebeln benötigt, wie zum Beispiel Zwiebelkuchen oder Zwiebelsuppe.

Anders als ihre Verwandten sieht die Frühlingszwiebel aus. Sie hat ein helles Wurzelende und lange grüne Stiele. Da diese Zwiebel mild und aromatisch schmeckt und sich sehr dekorativ in Salaten oder als Topping auf Suppen macht, wird sie sehr gerne verwendet. Im Vergleich zu den anderen Zwiebeln muss man die Frühlingszwiebel nicht schälen, das Grüne kann mitgegessen werden. Lediglich die Wurzel sollte entfernt werden, das Grün muss man waschen.

Die Winzlinge unter den Zwiebeln sind die Schalotten. Bei ihnen befinden sich meist mehrere Zehen unter der äußeren Haut. Gourmet-Köche bevorzugen diese Zwiebel, weil sie sehr würzig im Geschmack ist, aber nicht zu scharf schmeckt.

Die Weiße Zwiebel hat einen leicht süßlichen, milden Geschmack. Sie ist besonders beliebt in Italien und Spanien. Diese Zwiebel lässt sich gut grillen und schmoren, außerdem eignet sie sich aufgrund ihrer strahlenden Farbe besonders gut zum Verfeinern heller Saucen.

Fast nur im Glas zu bekommen sind Silberzwiebeln. Sie sind eine besonders kleine Form der Speisezwiebeln (gerade mal 1 bis 3 Zentimeter groß), haben eine silbrig schimmernde Haut und werden meist eingelegt. Nur selten findet man auf dem Markt frische Silberzwiebeln, die sich dann besonders gut in Schmorgerichten machen.

Rote und braune Zwiebeln sind bei uns besonders beliebt.

Zwiebel: Einkauf und Lagerung
Zwiebeln sollten beim Einkauf fest und trocken sowie frei von grünen Austrieb-Spitzen sein. Stellt man zu Hause fest, dass im Netz eine faule Zwiebel steckt, sollte man diese schnell entfernen, da sie sonst alle anderen Zwiebeln ansteckt.

Die Zwiebel schottet sich gerne ab – sie will an einem trockenen und dunklen Orte gelagert werden. Dabei braucht die Zwiebel dann auch Luft, deshalb nicht in Plastiktüten aufbewahren!

Bei guter Lagerung halten sich weiße Zwiebeln mehrere Wochen, braune sogar bis zu sechs Monaten. Die roten Zwiebeln sowie Frühlingszwiebeln machen schneller schlapp – sie halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks nur eine knappe Woche.

Die heilende Wirkung der Zwiebel
Die Zwiebel enthält ätherische Öle und schwefel- sowie sulfidhaltige Substanzen, die vor Krebs oder auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen sollen. Die ätherischen Öle in der Zwiebel sorgen außerdem dafür, dass die Magenschleimhäute gesund und widerstandsfähig bleiben.

Achtung: Auch die Zwiebel sollte man in Maßen genießen, denn in größeren Mengen kehrt sich ihre positive Wirkung auf den Magen um – er rebelliert dann. Etwa 100 Gramm Zwiebeln am Tag sind okay.

In der Zwiebel stecken außerdem größere Mengen an Folsäure, Vitamin C und Eisen. Damit sich diese gesunden Inhaltsstoffe voll entfalten können, sollte die Zwiebel öfter mal roh in den Speiseplan eingebunden werden.

Tipp: Damit die Zwiebel im Salat milder schmeckt, kann man sie fein würfeln und mit Salz bestreuen. 15-30 Minuten ziehen lassen. Dann erst in den Salat geben.

Zwiebel: Anwendungsbeispiele für die Gesundheit
Bei Insekten- oder Mückenstichen soll die Zwiebel helfen. Einfach die betroffene Stelle mit einer aufgeschnittenen Zwiebel einreiben. Nach etwa fünf Minuten sollen Schmerz und Juckreiz nachlassen.

Bei Ohrenentzündungen lindern Zwiebelsäckchen die Entzündung. Die Zwiebel fein hacken und in ein Baumwolltuch geben (auch ein Verband oder Teefilter eignen sich).
Die Zwiebelpackung dann über Wasserdampf erhitzen und auf das schmerzende Ohr legen. Den Vorgang etwa dreimal täglich wiederholen.

Bei schwachem Kreislauf soll frisch gepresster Zwiebelsaft mit etwas Honig dabei helfen, wieder in Schwung zu kommen. Dieser Effekt könnte natürlich auch am durchaus gewöhnungsbedürftigen Geschmack des Getränkes liegen.

Legendär ist auch die Wirkung der Zwiebel bei Erkältungen. Eines der zahlreichen Rezepte gegen Husten und Schnupfen geht so: Mehrere große Zwiebeln in Scheiben schneiden und mit braunem Zucker vermischen. Zwölf Stunden ziehen lassen. Den Saft, der sich bildet, mehrmals am Tag pur mit einem Esslöffel einnehmen.

Ungeliebter Nebeneffekt beim Schnibbeln der Zwiebel: Augentränen

Zwiebel schneiden: Darum tränen die Augen
Beim Zerkleinern der Zwiebel reagiert ein Enzym (Allinase) aus dem Inneren der Zwiebelzelle mit einer schwefelhaltigen Aminosäure aus der Zellwand. Durch diesen “Zusammenstoß” bildet sich ein schleimhautreizendes Gas, das uns die Tränen in die Augen treibt.

Tipp: Um das Tränen der Augen zu umgehen, beim Schneiden einen Schluck Wasser in den Mund nehmen. Alternativ können Messer und Schneidebrettchen auch vorher in Wasser getaucht werden, um das Weinen zu verringern.

Nach dem oft tränenreichen Schneiden der Zwiebel kommt meist das nächste Ärgernis: Die Hände riechen noch lange nach Zwiebel! Verschiedene Hausmittelchen gegen diese störende Nebenwirkung der Zwiebel sind im Umlauf: Hände mit Zitronensaft einreiben, mit Zahncreme waschen, spezielle Anti-Geruch-Waschlotionen verwenden oder Hände an Metall reiben (es gibt spezielle Edelstahl-Seifen zu kaufen). Beweise für die Wirksamkeit gibt es jeweils nicht, Probieren geht über Studieren.

Ein echter Klassiker: der Zwiebelkuchen!

Mini-Zwiebelkuchen mit Speck
Ein klassisches Rezept mit der Zwiebel als Hauptzutat!
Man braucht man etwa 1 Stunde 45 Minten. Besonders bekannt und beliebt ist Zwiebelkuchen zu Federweißer.

Für den Teig braucht man:
- 200 g Mehl
- 1/4 TL Salz
- 100 g weiche Butter

Für die Füllung:
- 7-8 Zwiebeln (ca. 600 g)
- 150 g durchwachsener Speck
- 1 EL Butter
- 100 g Crème fraîche
- 100 g Sahne
- 4 Eier
- Salz und frisch gemahlener weißer Pfeffer
- frisch geriebene Muskatnuss

Hinzu kommen für dieses Tarte-Rezept 8 runde Förmchen mit gewelltem Rand (Durchmesser ca. 10 cm)

1. Das Mehl auf die Arbeitsfläche sieben, das Salz darüber streuen und die Butter in Stücken darauf legen. Alles zwischen den Handflächen bröselig verreiben.
Anschließend 4 EL kaltes Wasser zugeben und das Ganze rasch zu einem glatten Teig verkneten. Den fertigen Teig in eine Frischhaltefolie wickeln und für etwa eine Stunde in den Kühlschrank geben.

2. Für den Belag werden die Zwiebeln geschält und in dünne Scheiben geschnitten. Den Speck in schmale Streifen schneiden und in einer beschichteten Pfanne ohne Fett auslassen. Die Zwiebeln hinzugeben und glasig anschwitzen. Dann die Butter hinzufügen und die Zwiebel-Speck-Mischung beiseite stellen und abkühlen lassen.

Créme fraîche mit der Sahne und und den Eiern verquirlen, unter die Zwiebeln mischen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

Den Backofen auf 200 °C vorheizen.

3. Der Teig wird nun auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einer 4 mm dünnen Platte ausgerollt. Danach 8 Kreise mit je 10 cm Durchmesser ausstechen. Mit den ausgestochenen Kreisen werden nun die Förmchen ausgelegt, Ränder andrücken und überstehenden Teig abschneiden.

Nun die Füllung verteilen und die Förmchen in den vorgeheizten Backofen stellen. Nach etwa 20-25 Minuten (goldbraune Färbung) sind die Mini-Zwiebelkuchen fertig und können warm serviert werden.

Das Rezept stammt aus dem Buch “Küchenpraxis” von Teubner (Gräfe und Unzer Verlag, München).