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Low Carb

Low Carb bedeutet übersetzt "wenig Kohlenhydrate". Kohlenhydrate gehören zu den Hauptbestandteilen unserer Nahrung, sie liefern schnell Energie, werden aber, wenn sie nicht sofort gebraucht werden, im Körper in Fett umgewandelt und in den ungewollten Pölsterchen gespeichert. Während der Low-Carb-Diät sind kohlenhydratreiche Nahrungsmittel wie Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis und einige Sorten Obst und Gemüse weitestgehend tabu. Also: Sandwich ohne Brot oder Bolognese ohne Spaghetti.

Vorteile: In Studien konnte nachgewiesen werden, dass man mit kohlenhydratarmer Ernährung tatsächlich schneller abnimmt als mit einer fettarmen. Nach einem Jahr hatten sich beide Diät-Gruppen jedoch wieder angeglichen.

Nachteile: Aufgrund der strikten Richtlinien ist das "Sündigen" nahezu vorprogrammiert. Eine ausgewogene Ernährung sieht außerdem anders aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt komplexe, sättigende Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten sowie gleichzeitiges Reduzieren der aufgenommenen Fettmenge.



www.lowcarb-world.de

Weight Watchers

Diese Diät ist extrem populär: In einer Umfrage kannten 80 Prozent aller Deutschen Weight Watchers. Das System geht auf die Idee einer amerikanischen Hausfrau zurück, die erfolglos versuchte, alleine abzunehmen - zusammen mit Freundinnen klappte es. Das Konzept beruht - neben der Gruppendynamik - darauf, Lebensmittel und Gerichte in Punkten zu berechnen. Pro Tag steht eine bestimmte Punktzahl zur Verfügung, man kann mal etwas einsparen und dann wieder ein wenig über die Stränge schlagen. Für Sport gibt es Aktivitätspunkte.



Vorteile: Das Program ist auf Flexibilität ausgelegt, nichts ist verboten - das Durchhalten fällt so leichter. Das Berechnen der Punkte ist einfach, das Umdenken zur gesunden Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Sport findet automatisch statt.

Nachteile: Die Teilnahme am Programm kostet Geld, für die Teilnahme an Gruppentreffen braucht man Zeit, in das Punktesystem muss man sich ein wenig einarbeiten. Stiftung Warentest bemängelt außerdem, dass in vielen Weight Watchers Gerichten weniger gesunde Süßstoffe enthalten sind.

www.weightwatchers.de

Brigitte Diät

Die Frauenzeitschrift "Brigitte" hat vor rund 40 Jahren eine eigene Diät entwickelt, die auf eine kalorienreduzierte Mischkost setzt. Abnehmwillige nehmen mit dem Ernährungsplan pro Tag etwa 1200 Kalorien und 35 Gramm Fett zu sich. Wer viel Sport treibt, hat 200 Kalorien mehr zur Verfügung. Die entwickelten Rezepte funktionieren nach dem Baukastenprinzip: Frühstück, Mittagessen, Snacks, Abendessen - die vorgeschlagenen Rezepte können individuell miteinander kombiniert werden. Jedes Jahr kommen neue Rezepte in die Zeitschriften, mittlerweile sind Bücher und Fertigprodukte erhältlich.

Vorteile: Das Programm ist recht flexibel, immer neue Gerichte bringen Abwechslung. Suppen und Salate reichen oft für zwei Tage, der Aufwand soll gering gehalten werden, die Zutaten gibt es in jedem Supermarkt.

Nachteile: Kritiker bemängeln, dass sich das Essverhalten durch die Brigitte Diät nicht dauerhaft ändert - der Jojo-Effekt setzt ein, also das Wieder-Zunehmen nach Ende der Diät. Die Ernährung erfolgt nach einem genau festgelegten Plan, Restaurantbesuche oder Feiern sind nicht vorgesehen.





www.brigitte.de

Schlank im Schlaf

Das Konzept klingt großartig: Abnehmen im Schlaf! Der Internist Dr. Pape hat diese Diät entwickelt, deren genaue Vorgehensweise man im gleichnamigen Buch nachlesen kann. Die "Schlank im Schlaf"-Diät versucht, Hormone und Bio-Rhythmus fürs Abnehmen zu nutzen. Schon der Tag steuert auf die Fettverbrennung in der Nacht hin: Morgens gibt es ein Frühstück mit vielen Kohlenhydraten, also Müsli oder Brot. Auf Eiweißhaltiges wie Milch und Käse wird morgens verzichtet. Mittags werden die Kohlenhydrate reduziert, abends gibt es nur Eiweißreiches, keine Kohlenhydrate. Der Körper soll so nachts verstärkt an seine Fettpolster gehen, weil man auch im Schlaf Energie verbraucht. Sport zwischen 16 und 20 Uhr soll den Effekt verstärken.

Vorteile: Die Diät plant Sport gezielt mit ein. Außerdem sind pro Tag drei feste Mahlzeiten vorgesehen sowie eine ausreichend lange Schlafphase.



Nachteile: Kombinationen wie das beliebte Brot mit Käse zum Frühstück sind nicht erlaubt, "Sündigen" ist wahrscheinlich. Die Pausen zwischen den Hauptmahlzeiten sollen immer fünf Stunden betragen, Hunger kann durchaus an der Tagesordnung sein.



www.schlankschlafen.de

Trennkost

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte der amerikanische Arzt Dr. Howard Hay diese Ernährungsform. Seit der 80ern ist sie auch in Deutschland bekannt. Nach Hay kann der menschliche Körper Eiweiß und Kohlenhydrate nicht gleichzeitig verdauen. Daher wird diese Kombination in der Trennkost vermieden. Außerdem ist Milch laut Hay "nur für Kälber" und daher ebenfalls zu meiden. Trennköstlern wird neben dem Gewichtsverlust auch mehr Wohlbefinden und ein langes Leben ohne Zivilisationskrankheiten versprochen.

Vorteile:

Howard Hay hat damals schon empfohlen, beim Essen Maß zu halten und sich ausreichend zu bewegen. Diese Regeln sind vernünftig und gelten immer noch. Das Einsparen von Fett und Fleisch ist ebenfalls zu befürworten und gesund.

Nachteile: Die Trennkost basiert auf Prinzipien, die teilweise hundert Jahre alt sind. Heute weiß man zum Beispiel, dass Eiweiß und Kohlenhydrate an unterschiedlichen Stellen im Körper verdaut werden. Das Milchverbot kann zu Kalziummangel führen, die strengen Regeln sind nicht auf Dauer umsetzbar.

www.trenn-kost.info

Atkins Diät

Der Erfinder dieser Diät ist Dr. Robert Atkins. Er geht einen Schritt weiter als die Low-Carb-Diät mit ihrer Reduzierung der Kohlenhydrate in der täglichen Nahrung: Bei Atkins sind Kohlenhydrate gänzlich verboten. Sie gelten als Dickmacher. Erlaubt sind hingegen fette Speisen wie reichlich Wurst und Fleisch sowie Sahne, Käse, Eier oder auch Speck. Auch trinken sollen die Abnehmwiligen reichlich, durchaus auch Alkohol.

Vorteile: Es klingt verlockend - keine Kalorien zählen und trotzdem abnehmen. Studien zeigen, dass Probanden mit der Atkins-Diät anfänglich tatsächlich schneller abgenommen haben als mit einer fettreduzierten Mischkost. Dafür nahmen sie im weiteren Verlauf auch eher wieder zu.

Nachteile: Fettreiche Nahrungsmittel, zu wenig Obst und Gemüse, Alkohol, kein spezielles Bewegungsprogramm - die Atkins-Diät schneidet zum Beispiel bei Stiftung Ökotest mit "Mangelhaft" ab. Blutdruckprobleme, Gicht, Verdauungsprobleme, Mangelschäden - all das können Auswirkungen der Atkins-Diät sein.

www.atkins.com

Blutgruppendiät

Unser Blut bestimmt, was wir essen sollten und was nicht - das behauptet zumindest Dr. Peter d'Adamo in seinem Buch "Eat right for your Type", das 1996 in Amerika verschien. Die These: Essen wir das Falsche, verklumpt unser Blut, wir fühlen uns krank und nehmen zu. D'Adamo teilt jeder Blutgruppe bestimmte Lebensmittel zu: Gruppe 0 sind die Fleischesser, die Blutgruppen A und AB sollten eher zu Vegetariern werden, und Gruppe B verträgt Wild, Lamm und Tiefseefisch, schadet sich aber mit Hühnerfleisch und Schalentieren.

Vorteile: Die Diät schärft generell den Blick für die eigene Ernährung. Man lernt, auf die Signale seines Körpers zu achten.

Nachteile: Die wissenschaftliche Grundlage fehlt, die Verklumpung von But durch Nahrungsmittel ist nicht dokumentiert. Einigen Blutgruppen wird außerdem zu recht einseitiger Ernährung geraten, dadurch können Mangelschäden entstehen. Bei Stiftung Warentest erhielt das Konzept sehr schlechte Noten.



www.dadamo.com

Glyx Diät

Die Glyx Diät orientiert sich am glykämischen Index. Dieser Wert besagt, welche Auswirkung ein bestimmtes Lebensmittel auf unseren Blutzuckerspiegel hat. Ein hoher Wert steht für einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels, ein niedriger für einen langsamen und geringen Anstieg. Letzteres hat den Vorteil, dass weniger Insulin produziert wird. Dieser körpereigene Stoff kann den Appetit steigern, begünstigt den Aufbau von Fettpölsterchen und verhindert den Abbau selbiger. In der Praxis steht die Glyx-Diät für viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Weißbrot, Süßigkeiten oder Nudeln sollen vermieden werden.

Vorteile: Die Ernährung ist vollwertig, ballaststoffreich und liefert Vitamine. Auch das Thema Bewegung wird groß geschrieben. Richtig neu ist der Ansatz der Diät nicht: Sie ist im Grunde die moderne Form der Vollwert-Ernährung aus den 80ern.

Nachteile: Ernährungswissenschaftler bemängeln, dass der Diät die wissenschaftliche Grundlage fehlen. Denn: Der glykämische Index hängt nicht nur von den Lebensmitteln selbst ab, sondern auch vom Stoffwechsel jedes einzelnen Menschen ebenso wie von der Zubereitung der Speisen und der Kombination mit anderen Lebensmitteln.

www.die-glyx-diaet.de

Formula Diät

Die Formula Diäten der verschiedenen Anbieter basieren immer auf dem gleichen Prinzip: Man rührt ein Pülverchen an und ersetzt mit den daraus entstehenden Drinks oder Suppen eine, mehrere oder alle Mahlzeiten des Tages. Die Pulver sind industriell gefertigt, enthalten alle Nährstoffe sowie Vitamine, Mineralstoffe und eine genau festgelegte Kalorienmenge. Bei ausschließlicher Anwendung kommt man pro Tag auf maximal 1200 Kalorien.



Vorteile: Formula Diäten sind leicht durchzuführen, es müssen keine bestimmten Lebensmittel gekauft werden, genaues Abwiegen der Nahrung sowie das Errechnen von Kalorien entfallen. Durch die begrenzte Kalorienzahl nimmt man innerhalb kurzer Zeit ab.

Nachteile: Die Geschmacksrichtungen sind stark eingeschränkt, süße Drinks schmecken meist nach Vanille, Schokolade, Banane oder Erdbeeren. Nach kurzer Zeit bekommt man dadurch Heißhunger auf Herzhaftes. Ersetzt man alle Mahlzeiten, entfällt das Kauen komplett. Formula Diäten können nicht für längere Zeit angewendet werden. Und der größte Nachteil: Das Essverhalten ändert sich in keiner Weise.

www.slimfast.de

Fatburner-Diät

Es klingt verlockend: Dadurch, dass wir das Richtige essen kurbeln wir automatisch die Fettverbrennung in unserem Körper an. Besonders exotischen Früchten wie Ananas, Kiwi oder Papaya werden Fatburner-Qualitäten zugesprochen. Manche Konzepte empfehlen auch die Einnahme von nahrungsergänzungsmitteln wie Kapseln mit Apfelessig, Zitronensaft oder L-Carnitin, einem vitaminähnlichem Wirkstoff, der am Energiestoffwechsels des Körpers beteiligt ist. Unterstützend kommen spezielle Fatburner-Sportprogramme hinzu.

Vorteile: Die kalorienreduzierte, ballaststoffreiche Mischkost mit besonders viel frischem Obst ist gesund und durchaus geeignet, um abzunehmen.

Nachteile: Die Theorie der Fatburner-Lebensmittel ist überhaupt nicht wissenschaftlich belegt. Viele angebliche Schlankmacher-Enzyme werden bereits im Magen komplett aufgespalten und treten nie in Kontakt mit unseren Fettpölsterchen. Von Mitteln zur Nahrungsergänzung raten Ärzte ab. Auch hier fehlen Beweise für die Wirksamkeit, und die Pillen kosten oft viel Geld.