Bärlauch ist seit einiger Zeit der große Star unter den Kräutern. Immer mehr Produkte werden angeboten mit Bärlauch als Zutat: Pesto, Käse, Würstchen, Nudeln, Brot und vieles mehr setzt auf den gesunden Aromaträger. Frischen Bärlauch gibt es ab März.
Auf dem Wochenmarkt, in gut sortierten Supermärkten oder im Wald findet man frischen Bärlauch. Die Saison für die grünen, duftenden Blätter startet, je nach Witterung, irgendwann im März, hat im April ihre Hochphase und endet im Mai mit der Blütezeit für Bärlauch. Wenn der Bärlauch seine niedlichen weißen Blütendolden bildet, verlieren die Blätter deutlich an Aroma. Nach der Blüte kommen kleine Beeren, und im Juli ist der Bärlauch schon wieder komplett verschwunden. Seine Zwiebeln stecken tief in der Erde und sammeln dann neue Kraft für das nächste Frühjahr.

Bärlauch wächst bei uns in Wädern. Dort verströmt er würzigen Duft.
Bärlauch selber sammeln
Einfach herrlich: Man macht einen Waldspaziergang und kommt mit dem Abendessen nach Hause! Bärlauch fühlt sich besonders am Rande von Laubwäldern, auf feuchten, nährstoffreichen Böden rundum wohl. Buchenwälder sind dem Bärlauch das Liebste – dort breitet er sich zu einem regelrechten Teppich aus. Der würzige Knoblauchduft weist den Sammlern den Weg zum Bärlauch.
Das ist beim Sammeln von Bärlauch zu beachten:
- Das Sammeln von Bärlauch in ausgewiesenen Naturschutzgebieten ist generell verboten.
- Vor der Blütezeit schmeckt Bärlauch am besten.
- Gefährlich wird es, wenn Sie die Blätter des Bärlauchs mit denen des Maiglöckchens oder der Herbstzeitlosen verwechseln! Alle Blätter sehen sich durchaus ähnlich: Sie sind länglich, sitzen auf Stengeln und wachsen gerne in Wäldern. Die Blätter des Maiglöckchens und die der Herbstzeitlosen sind aber sehr giftig! Ein Mittel hilft gegen Verwechslung: Achten Sie auf den Geruch, nur Bärlauch riecht stark nach Knoblauch! Gerade dann, wenn Sie das Blatt zerreiben, kommt das Aroma gut durch.
- Entfernen Sie nur ein Blatt pro Pflanze – dann kann sich der Bärlauch im Wald besser weiterentwickeln.
- Auch diverse Krabbeltiere finden Bärlauch ganz großartig. Deswegen sollten Sie die frischen Blätter vor der Zubereitung immer gründlich waschen. Wer absolut auf Nummer Sicher gehen will, blanchiert den Bärlauch kurz in kochendem Wasser.
Tipp für alle, die dem Selbersammeln von Bärlauch nichts abgewinnen können: Im Handel gibt es zur Saison auch gezüchteten Bärlauch zu kaufen.
Und noch ein Tipp: Sie können Bärlauch im eigenen Garten anpflanzen! Da Bärlauch immer beliebter wird, bekommt man sowohl ausgewachsene Pflanzen, als auch Samen oder Zwiebeln in vielen Gärtnereien. De frische Samen wird im Juli ausgesäht, die Zwiebeln steckt man im Herbst tief in die Erde. Bärlauch braucht in jedem Fall einen humusreichen Boden mit ausreichend Feuchtigkeit, Halbschatten sowohl viel Platz: Denn Bärlauch verbreitet sich stark! Die Zwieben teilen sich, es entstehen immer neue Blätterbüschel. Und Bärlauch sät sich auch selbst immer wieder neu aus. Ein bisschen Vorsicht und laufende Kontrolle ist also beim Anpflanzen von Bärlauch im eigenen Garten ratsam!
Bärlauch aufbewahren & zubereiten
Ganz frischer Bärlauch hält sich nur ein bis zwei Tag. Die Stiele eines Blätterbündels wickeln Sie in feuchtes Küchenpapier und legen das Bündel in einem verschlossenen Plastikbeutel ins Gemüsefach Ihres Kühlschranks. Zum Trocknen eignet sich der Bärlauch nicht, er verliert dann sein würziges Aroma. Besser noch geht das Einfrieren: Dazu die Blätter waschen, vorsichtig trocknenm die Stiele entfernen und den Bärlauch klein hacken. Dann portionsweise in Gefrierbeuteln in die Tiefkühltruhe geben. Doch auch beim Einfrieren wird der Bärlauch etwas Aroma einbüßen.

Öl konserviert Bärlauch
Am besten lagert man Bärlauch, indem man das Würzkraut mit Olivenöl in Verbindung bringt – das konserviert. Sie können zum Beispiel die leicht klein geschnittenen Blätter zusammen mit Olivenöl und etwas grobem Meersalz in ein verschließbares Glas geben. Dann behält der Bärlauch sein Aroma und bleibt mehrere Monate lang verwendbar. Wichtig ist dabei, dass der Bärlauch immer gut mit Öl bedeckt ist.
Sie können auch 50 Gramm frischen, in Streifen geschnittenen Bärlauch in eine Flasche mit einem Liter Olivenöl geben. Nach etwa einem Monat ist das Bärlauch Aroma ins Öl übergegangen und sorgt für Geschmack im Salat-Dressing.
Und auch unter Frischkäse, Butter, Quark oder Mayonnaise können Sie frischen, gehackten oder in Streifen geschnittenen Bärlauch rühren. Kombinieren Sie dazu Zwiebeln, andere Kräuter wie Petersilie und in jedem Fall eine gute Portion Salz und Pfeffer. Fertig sind schnelle Dips zu Brot, Chips und Fleisch!
Lange haltbar und mittlerweile ein Klassiker in der schnellen Küche ist das Pesto mit Bärlauch.

Beliebt: Bärlauch im Pesto; Foto: Matthias Haupt
Grundrezept für Bärlauch Pesto:
100 Gramm Bärlauch waschen, trockenschleudern, Stiele entfernen und grob hacken. 60 Gramm gehackte Mandeln oder Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett rösten und abkühlen lassen. 20 Gramm Parmesan in Streifen hobeln, weitere 60 Gramm Parmesan fein reiben.
Alles zusammen mit gut 120 Millilitern Olivenöl im Mixer pürieren. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.
Dieses Rezept reicht für 2 Portionen. Im Glas ist das Pesto mit Bärlauch mehrere Wochen haltbar. Es wird später mit etwas Nudel-Kochwasser vermengt und unter die Nudeln gemischt. Extra-Tipp: Sie können das Pesto mit Bärlauch ein einfrieren, dann hält es noch länger.

Bärlauch bringt Aroma in Gerichte wie Suppen, Pfannkuchen und Tartes
Bärlauch bringt feines Knoblaucharoma in viele Gerichte: Mit Bärlauch lassen sich tolle Dips oder Aufstriche zaubern, fein geschnitten bringt Bärlauch Aroma in Salate, als Pesto schmeckt das aromatische Kraut zu Nudeln, Frikadellen werden schön würzig, Saucen zu Gemüse frühlingshaft frisch … probieren Sie es einfach aus! Bärlauch sorgt für Würze.
Tipps für die Verarbeitung von Bärlauch:
- In den meisten Rezepten wird generell empfohlen, die Stiele vom Bärlauch zu entfernen. Das liegt daran, dass sie ziemlich hart sind.
- In jedem Fall muss der Bärlauch vor der Zubereitung gründlich gewaschen und trocken geschleudert werden.
- Beim Würzen mit Bärlauch ist einzig und allein der eigene Geschmack gefragt: Der eine mag es intensiver, der andere lieber mild. Schmecken Sie die Gerichte ab und lassen Sie auch den anderen Zutaten Raum zur geschmacklichen Entfaltung.
- Bedenken Sie, dass Bärlauch beim Kochen und Backen an Intensität verliert, das Aroma wird schwächer als das der ganz frischen, unverarbeiteten Blätter.
- Gehackte oder in Streifen geschnittener Bärlauch eignet sich auch ganz wunderbar als Topping auf Suppen und als grüne Deko auf nahezu allen herzhaften Gerichten.

Frischer Bärlauch ist lecker und auch sehr gesund
Bärlauch ist gesund
In Reformhäusern und Bioläden gibt es mittlerweile sogar schon Tabletten mit Bärlauch oder Saft, der aus den Blättern geresst wird. Denn: Bärlauch ist so gesund! Dabei hat er gegenüber seinem Verwandten, dem Knoblauch drei entscheidende Vorteile: Er schmeckt raffinierter und feiner als Knoblauch, ist leichter verdaulich und verursacht weit weniger der lästigen Gerüche, die unseren Mitmenchen das Atmen in unserer Nähe schwer machen.
Bärlauch und unsere Gesundheit:
- Bärlauch fördert die Verdauung, unterstützt die gesunde Darmflora, entkrampft den Magen und hilft gegen Appetitlosigkeit.
- Beim Zerkleinern entfalten die Aromastoffe eine antibakterielle Wirkung. Gerade in der Erkältungszeit ist Bärlauch daher sehr beliebt: Bakterien werden zerstört, das Fieber gesenkt, der Husten gelindert.
- Bärlauch enthält viel Vitamin C. In 100 Gramm Bärlauch stecken 150 Milligramm des Vitamins, in der gleichen Menge Kopfsalat sind es nur knapp 13 Milligramm! Schon 50 Gramm Bärlauch decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C.
- Unser Herz-Kreislaufsystem profitiert ebenfalls vom Bärlauch: Er senkt den Blutdruck sowie den Cholesterinspiegel, wirkt Ablagerungen in den Blutgefäßen entgegen und beugt sogar Herzinfarkten vor.
- Im Bärlauch stecken außerdem Magnesium, Mangan und Eisen. Zusammen mit dem Vitamin C unterstützen Sie unsere Abwehrkräfte.


























