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Grünkohl: das Powergemüse des Winters

Wenn der erste Frost einsetzt, freuen wir uns, denn dann wird traditionell auch die Grünkohlsaison eingeläutet. Besonders in Norddeutschland schätzt man den Grünkohl sehr. Er ist reich an Nährstoffen und vielseitig in der Küche einsetzbar.

Manche kennen Grünkohl auch unter dem Namen Braunkohl oder Krauskohl, andere bezeichnen den Grünkohl auch als Friesische Palme – um nur ein paar seiner unzähligen Namen zu nennen.
Ob klassisch norddeutsch als Grünkohl mit Pinkel oder raffiniert als Gemüsebeilage: Grünkohl ist kalorienarm, steckt voller Vitamine und ist richtig lecker.

Grünkohl: Das steckt drin
Hinter Grünkohl verbirgt sich ein kleines Kraftpaket, das randvoll gefüllt ist mit Kalzium, Kalium, Magnesium, Ballaststoffen sowie Vitamin A und C. Darüber hinaus ist Grünkohl ein sehr guter Proteinlieferant und eine gute Quelle von Phytochemikalien, wie beispielsweise Antioxidantien. Daher ist Grünkohl ein ideales Gemüse zur Stärkung des Immunsystems während der kalten Tage.

Grünkohl mit Pinkel ist ein traditionelles Gericht, das mittlerweile nicht nur in Norddeutschland gerne gegessen wird.

Der Rezeptklassiker – Schritt für Schritt:
Grünkohl mit Pinkel

Raffiniertes Gericht mit Grünkohl:
Auflauf mit Lachs und Grünkohl

Grünkohl: Kauf und Lagerung
Offiziell Saison hat Grünkohl von November bis März, da der Grünkohl erst durch das natürliche „Schockfrosten“ auf dem Feld seinen Zuckergehalt steigert und so seinen charakteristischen herb-süßen Geschmack entfaltet. Neue Züchtungen sorgen jedoch dafür, dass der Grünkohl auch ohne den Frost weniger bitter schmeckt und bereits ab September geerntet werden kann. Wer auf den Grünkohl auch in wärmeren Monaten nicht verzichten will, kann auf Grünkohl im Glas oder aus dem Tiefkühlfach zurückgreifen.

Beim Kauf von frischem Grünkohl solltem Sie darauf achten, dass die Blätter dunkelgrün und prall sind, sie sollten bei leichtem Druck zurückfedern. Weist der Grünkohl gelbliche Verfärbungen auf oder wirkt er leicht angewelkt, lassen Sie ihn lieber liegen.

Bei der Lagerung sollten Sie bedenken, dass es sich beim Grünkohl um ein Wintergemüse handelt, daher fühlt er sich in der Kälte besonders wohl. Am besten lagern Sie den ungewaschenen Grünkohl im kältesten Bereich des Kühlschranks, bei etwa 2 bis – 2° Celsius. Auf diese Weise hält er sich bis zu fünf Tage frisch.
Sollten Sie Grünkohl selber einfrieren wollen, empfiehlt es sich, den Grünkohl vorher kurz zu blanchieren.

Grünkohl ist äußerst schmackhaft wenn er mit angebratenem Speck zubereitet wird.

Grünkohl: die Zubereitung
Schneiden Sie mit einem scharfen Messer die einzelnen Blätter vom Strunk herunter. Sind die Mittelrippen der einzelnen Blätter dicker als ein Bleistift, schmecken diese meist holzig. Entfernen Sie diese daher. Waschen Sie die Blätter vom Grünkohl anschließend gründlich unter fließendem Wasser und schneiden Sie den Grünkohl in die gewünschte Größe.
Grünkohl kann unbedenklich auch roh als Salat verzehrt werden, jedoch wird er durch kurzes Blanchieren (gute 5 Minuten) in reichlich Salzwasser deutlich bekömmlicher.

Grünkohl: leckere Variationen
Traditionell wird Grünkohl als regionale Spezialität in deftigen Gerichten zumeist in Kombination mit einem herzhaft würzigen Stück Fleisch, wie etwa Kassler oder Speck gegessen. Lange galt Grünkohl als wenig schick und zu bödenstöndig, heutzutage erlebt das Powergemüse aber sein Revival als Hauptzutat zum Beispiel in Wok-Gemüse, als kross ausgebackener Snack oder in raffinierten Wintersalaten.

So machen Sie aus Grünkohl einen knusprigen Snack: Sie brauchen nur Grünkohl, Olivenöl und Salz. Heizen Sie den Backofen auf 130 °C vor, waschen Sie den Grünkohl, trocknen Sie ihn gründlich ab, und schneiden Sie den Grünkohl in mundgerechte Stücke. Verteilen Sie diese in einer Schicht auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech, und beträufeln Sie den Grünkohl mit Olivenöl. Zum Schluss streuen Sie noch etwas Salz auf den Grünkohl. Nach 10 Minuten die Chips wenden und für weitere 10 Minuten fertig backen.

Der Grünkohl wird gefeiert!
In vielen Betrieben und Städten gibt es in den Wintermonaten kleine und große Feiern rund um den Grünkohl. Gemeinsam genießt man den deftigen Klassiker. Ein besonders bekanntes fest rund um den Grünkohl findet seit dem Jahre 1956 in Oldenburg statt: Alljährlich gibt es hier das „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“, das traditionelle Grünkohlessen. Es ist ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem mehr als 300 Gäste aus politischen Kreisen mit Grünkohl, Pinkel und Kasseler verköstigt werden. Jedes Jahr werden zudem ein neuer Grünkohlkönig beziehungsweise eine neue Grünkohlkönigin ernannt. Unter den Kohlzepterträgern befinden sich unter anderem auch Angela Merkel und aktuell Philipp Rösler.

Text: Saskia Fehrholz