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Bio-Honig: nachhaltig genießen

Wir Deutsche sind Weltmeister: im Honigschlecken! Fast 1,5 Kilo pro Person essen wir jedes Jahr. Bei so einer Menge lohnt sich der Blick hinter die Kulissen. Welchen Honig können wir mit gutem Gewissen genießen?

Die Qualität und die Unterschiede von konventionellen oder nachhaltigen Honigsorten sind für den Laien weder zu sehen noch zu schmecken. Daher müssen wir Verbraucher uns auf unabhängige Kontrolle beziehen. Zeichen für nachhaltig produzierten Honig sind das Bio-Siegel, die Gläser des Deutschen Imkerbundes sowie das Fairtrade-Siegel. Letzteres steht für die Förderung von “Ökonomie, Ökologie und Sozialem”. Fair gehandelter Honig ist nicht zwingend auch Bio-Honig, oft ist beides aber verbunden – dann zu erkennen an den entsprechenden Siegeln.

Bei diesen Siegeln können Sie sicher sein, dass auch Bio drin ist!

Welche Richtlinien gelten für Bio-Honig?
Die Begriffe “Bio”, “Ökologisch” und “Öko” sind in der EU gesetzlich geschützt. Bezogen auf den Honig bedeutet das, dass er umweltschonend und ohne Chemie hergestellt worden ist.

Wobei die Bezeichnung “Bio” beim Honig natürlich durchaus Fragen aufwirft: Der Bienenflug lässt sich nunmal nicht kontrollieren. Bio-Imker achten deshalb darauf, dass ihre Bienenstöcke in unmittelbarer Nähe von Wiesen und Wälder aufgebaut sind und möglichst weit weg von Straßen und Wohnsiedlungen, um eventuelle Verunreinigungen des Honigs zu vermeiden.

Die Richtlinien, die für das Bio-Siegel gelten, beinhalten darüber hinaus die “Art der Gewinnung, die Behandlung und die Verarbeitung von Honig”.

Konkret heißt das:

1. Nur zugelassene Behandlungsmittel (zum Beispiel Medikamente) für Bienen und Stöcke.

2. Die Bienenkästen und Mittelwände dürfen nur aus natürlichen Materialien bestehen und bei der Entsorgung die Umwelt nicht belasten.

3. Die Desinfektion der Bienenkästen darf nur mit zugelassenen, sanften Mitteln erfolgen.

4. Das Beschneiden der Flügel der Bienen-Königin ist verboten.

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen ökologischer und konventioneller Bienenhaltung liegt in der Art der Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen. Bio-Imker verwenden anstelle von Antibiotika und Chemie Mittel zur Förderung der natürlichen Abwehrkräfte der Bienen. Beispielsweise homöopathische Medikamente, Kräutertees, ätherische Öle und natürliche Säuren wie der Milchsäure.

Bio-Honig ist außerdem genfrei: In den USA sterben jährlich tausende von Bienen, weil sie gentechnisch veränderte Blüten anfliegen. Die Bienen bleiben viel zu lange auf den großen und duftenden Blüten, sodass sie später keine Kraft mehr haben, zum Bienenstock zurück zu fliegen.

Honig mit gutem Gewissen genießen.

Ist also nur Bio-Honig das “einzig Wahre”?
Dem Honig, der das Bio-Siegel trägt, kann man vertrauen. Wir können uns sicher sein, dass der jeweilige Betrieb ökologisch korrekt und nachhaltig arbeitet. Allerdings gibt es auch viele kleinere Imkereien in Deutschland, die auf ihren Honiggläsern kein “Bio-Siegel” zeigen und dennoch empfehlenswert sind.

Es gilt der Grundsatz: Lieber heimische Imkereien unterstützen als Honig aus dem Ausland kaufen. Deutscher Honig ist nämlich generell, dank der Deutschen Honigverordnung, frei von Zusatzstoffen. Ihm darf weder etwas Künstliches hinzugefügt, noch dürfen andere Stoffe entzogen werden. Zu bedenken ist außerde, dass deutsche Imkereien teilweise vor dem Aus stehen: Sie decken nur etwa 20 Prozent der Nachfrage in Deutschland mit ihrem Honig, obwohl sie deutlich mehr leisten könnten.

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Einkaufstipps für nachhaltig hergestellten Honig

1. Honig von lokalen Imkern aus der Region kaufen. Damit unterstützen Sie zum Einen ein traditionsreiches Handwerk, zum Anderen wird durch kurze Transportwege weniger CO2 ausgeschieden. Außerdem wird mit den heimischen Bienen gewährleistet, dass unsere Pflanzen ausreichend bestäubt werden – das ganze Ökosystem könnte sonst ins Wanken geraten.

2. Auf Honig aus biologischer Produktion achten. Dieser Honig ist frei von Schadstoffen und enthält keine genmanipulierten Inhaltsstoffe. Außerdem wird auf nachhaltige Produktion geachtet, die die Umwelt nicht schädigt und den Bienen gut tut.

3. Wenn Sie keinen regionalen Honig kaufen, achten Sie auf das Fairtrade-Siegel achten. Damit unterstützen Sie den fairen Handel mit den Honig-Produzenten aus fernen Ländern und gewährleisten eine Produktion zu menschenwürdigen Bedingungen.