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Kartoffeln: kraftvolle Knollen

Sie heißen Princess oder Linda – eine große Auswahl an Kartoffelsorten sorgen für abwechslungsreiche Rezepte mit Kartoffeln. 90 Rezepte für Kartoffelgratin, Bratkartoffeln und mehr mit Kartoffeln.

Kartoffeln: Rezepte für Kartoffelgratin & Co.

Kartoffeln schmecken klassich zubereitet als Gratin, Klöße, Püree oder Bratkartoffeln köstlich.

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Kartoffeln lassen sich auch toll für edlere Gerichte zubereiten – zum Beispiel als selbst gemachte Pommes zu Hummer oder in Form von Kartoffelpizza mit frischem Trüffel.

Kartoffeln kochen und lagern

Wenn man ein paar simple Tipps zur Lagerung und Zubereitung von Kartoffeln beherzigt, können sie ihren Geschmack richtig entfalten: So werden auch simple Gerichte wie Pellkartoffeln mit Quark oder Backkartoffeln etwas Besonderes!

1. Tipp für Kartoffeln: Nur bei neuen Kartoffeln, die von Mai bis August geerntet werden, sollte die Schale mitgegessen werden. Neue Kartoffeln halten sich etwa zwei Wochen.

2. Tipp für Kartoffeln: Erde, die eventuell nach dem Kauf noch an den Kartoffeln haftet, erst unmittelbar vor dem Zubereiten entfernen: Sie konserviert die Knollen.

3. Tipp für Kartoffeln: Kartoffeln bei etwa acht bis zehn Grad an einem dunklen, durchlüfteten Ort lagern. Bei richtiger Lagerung können sie sich monatelang halten.

4. Tipp für Kartoffeln: Bei zu heller Lagerung entwickeln sich auf den Kartoffeln oft grüne Stellen und “Augen”: Hier befindet sich verstärkt der Giftstoff Solanin in der Kartoffel, diese Kartoffeln sollte man entsorgen.

5. Tipp für Kartoffeln: Salzkartoffeln lassen sich einfach zu Bouillonkartoffeln aufpeppen, indem man sie in Gemüsebrühe anstatt Salzwasser kocht. Alternativ ein paar Knoblauchzehen oder ein Stück Ingwer ins Wasser geben.

6. Tipp für Kartoffeln: Rohe Kartoffeln werden an der Luft schnell braun, deshalb erst kurz vor dem Kochen schälen.

7. Tipp für Kartoffeln: Für Pellkartoffeln am besten etwa gleichgroße Knollen nehmen und Salzkartoffeln gleichmäßig schneiden, damit sie auch zur selben Zeit gar werden.

Farbenfrohe Kartoffeln: Die lilafarbene Vitelotte, auch Trüffelkartoffel genannt, erinnert geschmacklich an Esskastanien.

Kartoffelsorten

Zugegeben: Einen Schönheitswettbewerb würden die unförmigen, erdigen Kartoffeln vielleicht nicht gewinnen. Dabei gibt es viele Sorten Kartoffeln, die Farbe in den Topf bringen: Die Palette variiert vom klassischen hellen Gelb über Weinrot wie bei der “Burgundy Red”, bis zu königsblauen oder kräftig-lilafarbenen Sorten wie dem “Blauen Schweden” oder der “Vitelotte”. Diese Kartoffeln behalten ihre Farbe auch nach dem Kochen noch bei, was sie zu einem echten Augenschmaus machen.

Im Internationalen Zentrum der Kartoffel in Lima wird intensive Artenforschung betrieben, um immer anpassungsfähigere Arten zu züchten: Inzwischen gibt es Kartoffeln, die auch noch auf 2000 Metern Höhe oder am Rand des grönländischen Polargebietes wachsen.

Heiß geliebt: 2009 hob die EU das Verkaufsverbot von "unförmigem Gemüse" wieder auf. Pünktlich zum Valentinstag kamen dann herzförmige Franceline-Kartoffeln auf den Markt.

Weltweit gibt es über 5000 Sorten Kartoffeln. Diejenigen, die zum Verzehr bestimmt sind, werden je nach Stärkegehalt in drei Kategorien eingeteilt.

Festkochende Kartoffeln haben nach dem Kochen noch eine feste Konsistenz und sind besonders für Kartoffelsalate und Bratkartoffeln geeignet. Sie haben einen Stärkegehalt von rund 14 Prozent und wird im Supermarkt mit einem grünen Etikett gekennzeichnet.
Sorten: Sieglinde, Linda, Nicola.

Mehligkochende Kartoffeln kann man für alle Gerichte einsetzen, die gebunden werden müssen, also für Suppen und Pürees, außerdem für Ofenkartoffeln, Knödel oder Gnocchi. Der Stärkegehalt liegt bei etwa 16,5 Prozent und ihre Schale platzt beim Kochen leicht auf. Diese Art hat ein blaues Etikett.
Sorten: Prinzess, Aula, Likaria, Afra.

Vorwiegend festkochenden Kartoffeln sind vielseitig verwendbar, so etwa für Pommes frites, Bratkartoffeln, Pell- und Salzkartoffeln, Eintöpfe, Aufläufe. Diese Art wird mit einem roten Etikett gekennzeichnet und hat einen Stärkegehalt von rund 15 Prozent.
Sorten: Maja, Granola, Secura.

Süßkartoffeln haben botanisch gesehen nichts mit Kartoffeln gemeinsam; sie können jedoch wie Kartoffeln gebacken, gekocht, oder frittiert werden. Die Knollen sind etwas größer als Kartoffeln und haben eine rötliche bis bräunliche Schale, während das Fruchtfleisch gelb oder weiß ist. Neben Stärke, die auch in den “echten” Kartoffeln enthalten ist, haben Süßkartoffeln auch vermehrt Zucker. Wir stellen in unserer Rezeptstrecke die “süße Schwester” der Kartoffeln vor!

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Kartoffeln sind gesund

Der botanische Name der Kartoffeln ist Solanum Tuberosum. Das Nachtschattengewächs ist mit Tabak, Paprika, Auberginen und Tomaten verwandt.

Im ungekochten Zustand enthalten Kartoffeln so viel Vitamin C wie Bananen; außerdem haben Kartoffeln einen hohen Vitamin-B-Gehalt und viel Stärke, weshalb sie gut zu Verdauen sind. Der Wassergehalt von Kartoffeln liegt zwar bei rund 80 Prozent, trotzdem liefern sie viel Energie und sättigen nachhaltig.
Pellkartoffeln haben 70 Kilokalorien pro 100 Gramm. Kartoffeln machen daher nicht dick und sind auch als diätische Kost empfehlenswert, solange sie fettarm zubereitet werden.

Kartoffeln pflanzen

Wann man Kartoffeln pflanzt und wie man sie pflegt, wird im Gartenkalender erklärt.

April: Kartoffeln pflanzen
Mai: Kartoffeln im Eimer ziehen
Juli: Kartoffeln anhäufeln
September: Kartoffeln ernten und lagern

Kartoffeln: von den Anden in die Welt

Heute sind sie von deutschen Tellern gar nicht mehr wegzudenken; dabei sind Kartoffeln ursprünglich echte Exoten! Unsere Lieblingsbeilage musste einen langen Weg zurücklegen, um hier anzukommen.
Als die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert auf der Suche nach Gold die Neue Welt eroberten, fanden sie in den Anden einen weiteren, wohl noch wertvolleren Schatz: Kartoffeln. Die “papas” genannten Wild-Kartoffeln bildeten den Dreh- und Angelpunkt in der Kultur der Inkas: Sie richteten ihre Feste nach der Saat- und Erntezeit der Kartoffeln aus und beteten die Göttin der Kartoffeln, “Axomama”, an. Die Garzeit eines Topfes voll Kartoffeln galt als Maßeinheit für die Hochkultur, die nicht zuletzt dank der nährreichen Kartoffeln ihrer Zeit weit voraus war.

In Europa betrachtete man das importierte “dämonische Gewächs” argwöhnisch, hatten doch die ersten, die sich an die Kartoffeln herantrauten, die überirdisch wachsenden grünen Beeren gegessen und sich den Magen verdorben. Die Kartoffeln mit ihren sternförmigen Blüten landeten also zunächst als Zierpflanzen im Blumen- und nicht im Kochtopf.

Quechua-Frau schält auf einem Markt in Peru andinische Kartoffeln. Foto: Mark Skalny / Shutterstock

Die andinischen wilden Sorten, die auch heute noch kultiviert werden, unterscheiden sich nicht nur in Geschmack und Aussehen von den heutigen Kartoffeln; auch die Namensgebung ist origineller: “Llunchuy waqachi” heißt so viel wie “bringt das schöne Mädchen zum Weinen” und “Quwi obispo” ist nach einem roten Meerschweinchen benannt.

Friedrich der Große erließ 1764 ein Gesetz, in dem er kurzerhand die Anpflanzung von Kartoffeln gesetzlich verordnete, um einer Hungersnot zu entgehen. Da die Bauern den Kartoffeln skeptisch gegenüberstanden, ließ er der Legende nach Soldaten auf die Kartoffelfelder aufpassen, die sich schlafend stellen sollten, als die Bauern sich heranschlichen um die Kartoffeln zu stehlen, die ihnen durch die Bewachung schmackhaft gemacht wurden. Heute wird die Kartoffel fast auf der ganzen Welt verspeist; allein in Deutschland werden pro Kopf jährlich 70 Kilogramm Kartoffeln konsumiert. Kartoffeln sind global das drittwichtigste Nahrungsmittel nach Reis und Getreide, und man kann mit ihnen noch mehr machen: Aus den Wirtschaftssorten lassen sich auch Alkohol, Papier, Seife, Klebemittel, Kunstschnee sowie pharmazeutische Produkte herstellen.

2008 wurde von der UNO zum Jahr der Kartoffeln ernannt, denn es liegen große Hoffnungen auf der kleinen Knolle: Kartoffeln haben das Potential, durch ihre Widerstandsfähigkeit und ihren Nährwert, Hungersnöte in Entwicklungsländern zu lindern.