Knusper, Knusper, Knäuschen: Lebkuchen schmeckt süß, aromatisch und sogar ein bisschen herzhaft. Lebkuchen ist mit seiner Vielzahl an exotischen Gewürzen gerade zu Weihnachten sehr beliebt. Wir stellen Back- und Bastelideen zum traditionsreichen Gebäck vor.
Es war einmal: ein finsterer Wald, zwei hungrige Kinder, eine böse Hexe und ihr schmuckes Eigenheim aus … Lebkuchen! Wer kann Hänsel und Gretel ihre Naschattacke auf das leckere Haus schon übel nehmen? Mit unseren Anleitungen können Sie köstliche, weihnachtliche Dekorationen aus Lebkuchen selber zaubern. Wir stellen Ihnen Ideen vor und liefern schließlich auch noch alle Tipps für die Zubereotung und Lagerung von Lebkuchen.

Idee 1: Haus aus Lebkuchen
Den Teig für Ihre eigenen vier Wände aus Lebkuchen können Sie einfach selbst herstellen. Der Zuckerguss dient nicht nur der Verzierung, sondern auch als „Mörtel“, der das Haus zusammenhält. Beim „Streichen“ mit Lebensmittelfarben können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen!
Tipp: Beim Verarbeiten großer Mengen Mürbeteig darauf achten, dass er nicht zu warm wird – am besten portionsweise ausrollen und den restlichen Teig im Kühlschrank lassen.
Schritt für Schritt:
Anleitung für das Lebkuchenhaus (pdf)

Idee 2: Lebkuchen Tannenbäume
Pflanzen Sie doch noch ein paar Bäume vor Ihr Pfefferkuchen-Haus! Die Tannenbäume aus Lebkuchen sind einfacher zu machen als das Knusperhäuschen und sind auch alleine ein winterlicher Blickfang.
Schritt für Schritt:
Anleitung für die Tannenbäume (pdf)

Idee 3: Männchen aus Lebkuchen
Wunderbar traditionell, in vielen Ländern sehr beliebt und toll geeignet als Deko zu Weihnachten: Männchen aus Lebkuchen! Das traditionelle Gebäck lässt sich selber machen und ist ein hübsches MItbrungsel zum Advemtskaffee.
Schritt für Schritt:
Rezept Lebkuchenmännchen
Lebkuchen: eine würzige Angelegenheit
Die Hexe aus dem Märchen bewies mit der Wahl des Baumaterials für ihr Haus, dass sie nicht nur sehr böse, sondern auch sehr schlau war: Kaum ein anderes Gebäck verströmt einen solch verführerischen Duft wie Lebkuchen – genau richtig, um die Geschwister aus dem Wald anzulocken!
Das intensive Aroma bekommt der Lebkuchen durch seine vielen Gewürze, denn von A wie Anis bis Z wie Zimt ist so einiges im Lebkuchen zu finden: Ingwer aus Indien, Piment aus Jamaica, Kardamom aus Sri Lanka und einiges mehr. Die typischen Gewürze aus dem Lebkuchen werden inzwischen auch gerne als Saucengewürze für Wildbraten genutzt und haben es so schon bis in die Küchen von angesagten Sternerestaurants geschafft. Die Vielzahl der Gewürze im Lebkuchen ist übrigens der Grund, weshalb er im Osten Deutschlands auch als Pfefferkuchen bezeichnet wird: Früher nannte man Gewürze allgemein einfach „Pfeffer“. Aber ob nun als Magenbrot im Süden, Pfefferkuchen im Osten oder Leckkuchen im Westen: Der Duft von Lebkuchen löst in ganz Deutschland weihnachtliche Vorfreude aus.
Ein Küchlein spaltet die Nation
„Jetzt schon Weihnachtsgebäck? Das wird ja jedes Jahr früher!“ Die einen packt das Grauen, wenn sie im Herbst die ersten Lebkuchen auf den Supermarktregalen erblicken, die anderen können es gar nicht erwarten. Unlängst haben sich die Gegner des Backwerks auf Facebook vereinigt und Anti-Lebkuchen-Gruppen gegründet: „Kein Lebkuchen vor dem ersten Advent!“, lautet der Schlachtruf. Fakt bleibt jedoch: Der Verkauf von Lebkuchen und anderem Weihnachtsgebäck ist auch im Herbst schon rentabel. Übrigens: Obwohl Lebkuchen heutzutage als Weihnachtsgebäck gehandelt wird – in den alten Zeiten wurde Lebkuchen das ganze Jahr über gegessen!

Kultiger Kitsch: Lebkuchenherzen
Lebkuchen: uralte Tradition
Die Entstehungsgeschichte von Lebkuchen lässt sich durch Funde von Honigkuchen als Grabbeigaben bis zu den Alten Ägyptern zurückverfolgen. Auch in der Römerzeit wusste man um die heilsame und konservierende Wirkung von Honig und schätzte den Lebkuchen als Speise der Götter. Die Vorläufer der Lebkuchen, wie wir sie heute kennen, wurden zunächst in europäischen Klosterküchen gebacken. Fränkische Mönche waren die ersten, die Lebkuchen mit Oblaten herstellten, welche das Anbacken auf dem Blech verhindern sollte. Das Urrezept für unseren heutigen Lebkuchen stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist im Germanischen Nationalmuseum in der Lebkuchenhochburg Nürnberg zu finden.
An der Frage, woher der Lebkuchen seinen Namen hat, beißen sich Sprachforscher bis heute die Zähne aus. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass das Wort Lebkuchen vom lateinischen „libum“ (Fladen) kommt.
Heute gibt es Lebkuchen in allen möglichen Variationen: mit Schokolade, Nüssen, Zuckerguss, Marmeladenfüllung, als Brezeln, als Sterne, ale Herzen mit Sprüchen zum Umhängen … Der Elisenlebkuchen, der seinen Namen der schönen Tochter eines Nürnberger Lebkuchenbäckers verdankt, hat einen besonders hohen Nussanteil, Aachener Printen sind etwas fester als der normale Lebkuchen.
Tipp: Kreativ verziert und nett verpackt sind Lebkuchen ein tolles Advents-Mitbringsel. Schließlich wurden auch schon früher bunte Lebkuchen als Christbaumschmuck verwendet.

Süß: der Lebkuchenmann
Lebkuchen: gesünder, als man denkt
Zu keiner anderen Zeit hat man es so schwer, seinen Diätgelübden treu zu bleiben, wie im Advent. An jeder Ecke duftet es nach einer neuen Verlockung und so machen uns Glühwein, Marzipan und der berüchtigte Gänsebraten meist einen Strich durch die Kalorien-Rechnung.
Beim beherzten Griff in die Dose mit Lebkuchen müssen wir uns jedoch nicht allzu schuldig fühlen: Lebkuchen ohne Zuckerguss hat weniger Kalorien als die meisten Weihnachtsleckereien und macht schnell satt. Außerdem wirken Anis, Ingwer, Kardamom, Koriander und Zimt beruhigend auf den Magen – wenn der Gänsebraten dann doch zu heftig war.
Tipp: Um den Lebkuchen weich zu halten, immer mal wieder ein frisches Stück Brot oder Apfel mit in die Dose mit Lebkuchen geben. Durch die Zugabe von Orangen- oder Zitronenschalen kriegt der Lebkuchen ein besonders fruchtiges Aroma.
Gut gelagert ist Lebkuchen einige Wochen lang haltbar.


























