Die einen lieben ihn und sein unverwechselbares Aroma, die anderen finden ihn zu sauer und mögen ihn gar nicht: Rhabarber ist reine Geschmackssache. Unsere Rezepte zeigen: Rhabarber ist abwechslungsreich und schmeckt in vielen Gerichten ganz toll.
Neben seinem herb-säuerlichen Geschmack hat Rhabarber noch eine weitere Besonderheit zu bieten: Obwohl wir ihn meist in süßen Gerichten kennen, ist Rhabarber eigentlich gar kein Obst, sondern Gemüse. Botanisch betrachtet ist Rhabarber nämlich eine Staude. Und von dieser essen wir nicht die Früchte, sondern die Stängel. Im April gibt es den ersten, frischen Rhabarber. Bis in den Juli hinein läuft die Saison. Danach braucht der Rhabarber Zeit, um sich zu regenerieren, um auch im nächsten Jahr wieder eine reiche Ernte bescheren zu können.
Seine Fans freuen sich immer auf die neue Saison: Rhabarber schmeckt unter anderem toll in Kuchen und Desserts. Seine feine säuerlich-herbe Note ist ein wunderbarer Kontrast zu Süßem.
Schnell gemacht ist auch ein Kompett mit Rhabarber: Die Stangen in Stücke schneiden, zusammen mit Zucker bissfest einköcheln lassen. Zum Kompott können Sie auch Äpfel oder andere Früchte geben.
Anstelle von Kuchen: gezuckerte Rharaberstücke in eine Auflaufform geben, Streusel aus Mehl, Zucker und Butter darübergeben und im Backofen zum feinen Crumble backen lassen.
Und auch in herzhaften Gerichten und Dips wie Chutneys zu Fleisch oder würzigem Käse macht sich Rhabarber richtig gut.
Rhabarber kaufen und zubereiten

Rhabarber zubereiten: Blätter und Enden entfernen, ältere Stangen schälen.
Essbar sind beim Rhabarber nur die Stangen, seine Blätter sind ungenießbar. Aus den Wurzeln werden in manchen Ländern Arzneimittel hergestellt. Die Zubereitung der Stängel ist ganz unkompliziert: Den Rhabarber waschen, Blätter entfernen, Enden der Stängel abschneiden. Bei dickerem, älterem Rhabarber können Sie auch die Schale abziehen – ein generelles Muss ist das aber nicht. Dann geht es ans Kochen und Backen. Das einfachste Rezepte ist Kompott: Rhabarber in Stücke schneiden, mit je einem Esslöffel Wasser und Limettensaft sowie der abgeriebenen Schale einer halben Limette und 75 Gramm Zucker etwa 10 Minuten leise köcheln lassen. Rhabarber-Kompott abkühlen lassen und zum Beispiel zu Vanilleeis genießen.
Rhabarber: Was steckt drin?
In erster Linie besteht Rhabarber aus Wasser – zu über 90 Prozent nämlich. Das macht ihn herrlich kalorienarm: Hundert Gramm Rhabarber enthalten nur 13 Kalorien. Außerdem stecken Ballaststoffe, Vitamin C und Kalium im Rhabarber. Für den typischen, frischen Geschmack sind diverse Säuren zuständig: Im Rhabarber enthalten sind Zitronen- und Apfelsäure sowie Oxalsäure. Sie sorgt dafür, dass sich beim Biss in den Rhabarber in unserem Mund alles zusammenzieht und sich die Zähne stumpf anfühlen.

Für Magenempfindliche ideal: gekochter Rhabarber im Kompott.
Oxalsäure sorgt aber nicht nur dafür, dass der Rhabarber sauer schmeckt, sie hat durchaus auch mehr oder minder starke Nebenwirkungen. Rhabarber wirkt verdauungsfördernd, kann bei empfindlichen Menschen zu Bauchweh und Durchfall führen. Außerdem entzieht die Oxalsäure aus dem Rhabarber unserem Körper Kalzium. Auch unsere Eisenspeicher werden von der Säure angegangen. Manche Menschen sollten sogar ganz auf den Genuss von Rhabarber verzichten: Bei Gicht, Herzproblemen, Rheuma oder auch Nierensteinen können die Inhaltsstoffe im Rhabarber zu einer Verschlechterung der Symptome führen.
Fünf Punkte, um die Oxalsäure im Rhabarber zu mindern:
1. Bevorzugen Sie den milden rotstieligen und rotfleischigen Rhabarber.
2. Kaufen Sie möglichst jungen Rharbarber. Gegen Ende der Saison enthält Rhabarber mehr Oxalsäure.
3. Schälen Sie den Rhabarber.
4. Essen Sie keinen rohen Rhabarber. Hilfreich ist das Blanchieren: Rhabarber in Stücke schneiden und kurz in kochendes Wasser geben; anschließend das Kochwasser wegschütten.
5. Rhabarber mit Milch oder Milchprodukten genießen. Die Oxalsäure verbindet sich dann mit dem Kalzium der Milch und nicht mit dem des Körpers.
Wie lange kann Rhabarber gelagert werden?
Nach dem Kauf sollten Sie den Rhabarber von seinen Blättern befreien, die entziehen den Stängeln sonst zu viel Kraft. Den Rhabarber dann in ein feuchtes Tuch einschlagen und im Gemüsefach des Kühlschranks maximal zwei bis drei Tage aufheben.
Rhabarber können Sie wunderbar auch einfrieren: den geputzen und in Stücke geschnittenen Rhabarber auf einem Backblech verteilen und einfrieren. Später in einen Gefrierbeutel umfüllen. Gefrorener Rhabarber ist ein halbes Jahr haltbar. Beim Auftauen ist er etwas weicher als frischer Rhabarber.





























