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Bambus: nachhaltige Alternative zu Holz

Bambus nimmt im asiatischen Kulturkreis aufgrund seiner vielen guten Eigenschaften seit jeher eine besondere Bedeutung ein. Als nachhaltiger Rohstoff ist Bambus heute weltweit beliebt und macht als Boden, Möbel oder Wohnaccessoire eine gute Figur.

Es gibt Bambusarten, die nahezu einen Meter pro Tag wachsen. Zudem produziert Bambus bis zu 35 % mehr Sauerstoff als die meisten anderen Pflanzenarten. Botanisch betrachtet gehört Bambus zu der Gattung der Gräser, daher wächst Bambus durch Wurzelausläufer, die sich in der Erde schnell ausbreiten und muss daher nicht nachgepflanzt werden.

Bambus: robust und nachhaltig

Durch seine dichte Zellstruktur verliert Bambus kaum an Stabilität, Bambus-Möbel haben deswegen eine besonders lange Lebensdauer. Darüber hinaus ist Bambus trotz seiner harten Beschaffenheit leicht und biegsam, ohne zu brechen – und damit für die Herstellung von Möbeln gut geeignet.

Zwar in der Möbelindustrie noch nicht weit verbreitet, wird Bambus bei Designern immer beliebter. Sie entwickeln innovative Ideen für moderne Möbel aus Bambus, die in kleinen Stückzahlen produziert und häufig bei den Designern direkt bestellt werden können. Wohnaccessoires aus Bambus sind hingegen weit verbreitet und gibt es in Hülle und Fülle.

Parkettboden aus Bambus ist besonders widerstandsfähig und nässeunempfindlich. Foto: Uwe Dahlmann

Bodenbeläge werden aus dem verholzenden Riesenbambus Moso gefertigt, welcher bis zu 30 Meter hoch werden kann. Dieser wird in Lamellen aufgespalten, gekocht und anschließend unter hohem Druck verleimt. Hierdurch erhält Bambusparkett einen Holzcharakter, jedoch mit den Vorteilen gegenüber Holz besonders stoß- und kratzfest, sowie resistent gegen Schimmel und Ungeziefer zu sein.

Dass es sich bei Bambus um einen nachhaltigen Rohstoff handelt wird allgemein nicht bezweifelt, doch die ökologische Bilanz der Nutzpflanze ist umstritten. Lange Transportwege sorgen für hohe Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Zudem ist der Herstellungsprozess von Bambusfasern aufwendig und teuer, weshalb in der Textilindustrie hauptsächlich Bambus-Viskose zum Einsatz kommt, die in einem chemischen Verfahren gewonnen wird.

Doch mehrere Gründe sprechen für Bambus: Es werden keine Wälder gerodet wie für andere exotische Hölzer, und Textilien aus Bambus verfügen über die Eigenschaften, hypoallergen, feuchtigkeitsabsorbierend und thermoregulierend zu sein.

Die Bambuspflanze ist pflegeleicht, braucht keinen Dünger und keine Pestizide, sie wächst sehr schnell nach, und bereits nach fünf Jahren sind die meterhohen Stämme erntereif – ein Geschwindigkeitsrekord!