Heizung und Warmwasseraufbereitung
Moderne Heizungstechnik benötigt bis zu 40 % weniger Brennstoff. Wir sagen Ihnen,
mit welchen Techniken Sie Energie sparen können.
Brennwertkessel
Brennwertkessel nutzen auch die Abwärme im Abgas aus und benötigen rund 10 % weniger
Brennstoff als Niedertemperaturkessel. Die Mehrkosten gegenüber einem Niedertemperaturkessel
liegen für einen Gas-Brennwertkessel bei ca. 300 bis 800 Euro.
Holzpelletheizung
Holzpellets sind ein Festbrennstoff aus recycelten Hobel- oder Sägespänen der holzverarbeitenden
Industrie, es ist geeignet für Kaminöfen oder Zentralheizungskessel. Verbrauch: ca. 2 kg HolzPellets = 1l Heizöl.
Zur Lagerung der Pellets ist ein spezieller Raum einschließlich Fördersystem erforderlich
(bei einem Einfamilienhaus ca. 4,3 m² Grundfläche bei 2,30 Deckenhöhe).
Bei einer Umrüstung von Öl- auf Holzpelletheizung muss beachten werden: Reicht der Lagerraum?
Kann der Erdöltank weiter genutzt werden? Muss der Schornstein saniert werden?
Vorteile der Holzpelletheizung: Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit und Preisvorteile gegenüber Öl und Gas.
Solarthermie
Solarthermie (Solarwärme) ist die direkte Wärmenutzung der Sonnenenergie durch die Erwärmung eines Speichermediums
z.B. Wasser im Solarkollektor, nutzbar zum Heizen oder zur Warmwasseraufbereitung.
Diese Technik kann sinnvoll mit Öl- und Gasheizungen kombiniert werden.
Vorteile und Angaben für den Einbau:
- Solarkollektorenfläche für Brauchwassererwärmung: 4-6 m² (für Ein- bis Zweifamilienhaus)
- Solarkollektorenfläche für Heizungsunterstützung: 10-15 m² (für Ein- bis Zweifamilienhaus)
- Vakuum-Röhrenkollektoren benötigen 20 % weniger Aufstellfläche als Flachkollektoren.
Montageorte für die Kollektoren:
- Dach (Schräg- oder Flachdach) und Fassade (z.B. auch als feststehender Sonnenschutz)
- Deckung des jährlichen Warmwasserbedarfs: ca. 50 bis 65 % (im Sommer meistens zu 100%)
Bei Einbau eines Wärmemengenzählers ist der Ertrag der Solaranlage genau ablesbar.
Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe entspricht dem Prinzip eines Kühlschranks. Der kühlt einen kleinen, begrenzten Luftraum
und gibt gleichzeitig an seiner Rückseite Wärme in einen unbegrenzten Raum ab.
Die Wärmepumpe kühlt umgekehrt eine unbegrenzte Wärmequelle, während sie damit gezielt einen
kleinen begrenzten Luftraum erwärmt. Wärmepumpen sind einsetzbar zum Heizen oder zur Warmwasseraufbereitung.
Sole/Wasser-Wärmepumpen (Erdwärmepumpem) entziehen dem Erdboden Wärme und heizen damit das Heizungs- und
Trinkwasser. Dazu werden Rohre horizontal (Erdkollektoren) oder vertikal (Erdsonden)
im Erdreich verlegt. Kollektorenfläche als alleiniger Wärmeerzeuger: 2-3fache Fläche der zu beheizenden Fläche.
Wasser/Wasser-Wärmepumpen verwenden die Wärme des Grundwassers. Genehmigung und Auskunft durch Wasser-Wirtschaftsamt.
Luft/Wasser-Wärmepumpen gewinnen Energie aus der Außenluft. Ihre Heizleistung ist abhängig von der Umgebungstemperatur.
Funktionsfähig: ab -18 ºC
Wirtschaftlich: ab 3º C
Aufstellung: innen, z.B. im Keller oder auf dem Dachboden.
Wärmepumpen werden mit einem Gas-Motor oder elektrisch betrieben.
Genehmigung zum Betrieb von elektrischen Wärmepumpen müssen beim zuständigen Energieversorger beantragt werden.
Die meisten Energieversorger bieten Sondertarife für den Betrieb einer Wärmepumpe an.
Photovoltaik
Photovoltaikanlagen (Solarstromanlagen) wandeln Sonnenlicht mit Hilfe von Solarzellen in elektrische Energie um.
Mehrere Solarzellen zusammengeschaltet bilden leistungsstärkere Solarmodule. Ein Wechselrichter wandelt
den Solarstrom in Wechselspannung, die entweder im Haus selbst verbraucht wird (netzunabhängige PV-Anlage)
oder in das Netz des Elektrizitätsversorgungsunternehmens eingespeist wird (netzgekoppelte PV-Anlage).
Pro Jahr können in unseren Breitengraden mit einer PV-Anlage etwa 700 bis 900 kWh Strom umweltfreundlich
ohne Ausstoß von Schadstoffen oder Lärmemissionen erzeugt werden. Eine vierköpfige Familie verbraucht ca. 4000 kWh.
Platzierung von PV-Anlagen:
- Dach (aufgeständert auf Metallunterkonstruktion oder dachflächenintegriert
z.B. Dachziegel mit PV-Modulen, Dachflächenfenster mit PV-Modulen).
- Fassade (z.B. als feststehender Sonnenschutz, vgl. Solarthermie)
- Flachdach (Kunststoffbahnen mit integrierten Solarmodulen)
Kraft-Wärme-Kopplung/(Mini-)Blockheizkraftwerk
Man spricht von einer Kraft-Wärme-Kopplung, wenn in einer Anlage gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt wird.
Eine kleine kompakte KWK-Anlage ist ein Blockheizkraftwerk, zu finden in Wohnhaussiedlungen oder kleineren
Gewerbegebieten, wo der Weg vom Erzeuger zum Endverbraucher kurz ist. Inzwischen werden sogenannte MiniBHKWs
für den Heizungskeller angeboten.
Als Seriengeräte industriell gefertigt müssen sie am Aufstellort nur noch angeschlossen werden
und sind geeignet für kleinere Mehrfamilienhäuser, Schulen, Hotels oder kleine Gewerbebetriebe.
Vorteil: minimale Übertragungsverluste.