Saint Émilion: die Perle Südfrankreichs

Das kleine Dörfchen Saint Emilion liegt malerisch zwischen zwei Kalkhügeln am rechten Ufer der Dordogne. Der Ruhm des knapp 3.000 Einwohner zählenden Weinbauortes gründet vor allem auf dem hervorragenden Rotwein, und das schon seit mehreren Jahrhunderten - bereits in der Zeit der Römer wurde hier Wein angebaut.



Neben einer traditionellen Weinbaukultur hat St. Emilion aber noch mehr zu bieten: Spannend ist der unterirdische Friedhof aus dem 9.-15. Jahrhundert und der 67 Meter hohe Glockenturm. Diesen kann man nach Anmeldung im Touristenbüro besteigen und die wunderbare Aussicht über Saint Émilion und die Dordogne bewundern. Abschließend gönnt man sich auf dem Place du Marché im Schatten einer fast 250 Jahre alten Akazie einen Kaffee oder – ganz im Stile von St. Émilion - ein Glas Wein.



www.saint-emilion.org

Das Tal der Dordogne: Reise durch die Zeit

Périgord, wie die Dordogne früher bezeichnet wurde, ist das nördlichste der fünf Aquitanischen Departments und bekannt für wunderschön grüne Landschaften, mittelalterliche Dörfer, imposante Burgruinen und rustikale kulinarische Highlights. Spannend sind unter anderem die prähistorische Höhle von Lascaux mit ihren Höhlenmalereien oder die vielen mittelalterlichen Burgen, wie beispielsweise Castelnaud.



Hat man etwas mehr Zeit in der Dordogne, bietet sich das mittelalterliche Dorf Sarlat für einen Stopp an: Die Hauptstadt des Perigord-Nord liegt malerisch in einer Talsenke und bezaubert mit ihrer gut erhaltenen Altstadt aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Neben den geschichtlichen Sehenswürdigkeiten lockt die Dordogne auch mit einer exzellenten Küche.



Anspruchsvolle Gaumen werden mit Gerichten wie den Pommes de Terre Sarladais (in Gänsefett gebratene Kartoffeln mit Knoblauch und Petersilie), der Gänseleber oder den exquisiten schwarzen Trüffel-Gerichten verwöhnt. Natürlich spielt auch der Wein in dieser Region eine wichtige Rolle. Zu empfehlen ist einer der Bergerac-Weine, die wunderbar zu Gänse- und Entengerichten schmecken.



: Wegen der Touristenscharen im Juli und August sollte man die Dordogne in der Vor- oder Nachsaison besuchen.



www.dordogne-perigord.de

Château Margaux

Das Château Margaux ist ein Weingut im Médoc bei Bordeaux. Der Name dürfte vielen Weinliebhabern das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen, denn das Gut erzeugt einen der berühmtesten Weine der Welt. Seit 1855 trägt der Château Margaux den Titel „Premier Grand Cru“ – zu deutsch: „Erste Große Gewächse“ - ein edles Prädikat. Das Weingut gehörte etwa 200 Jahre lang einer französischen Adelsfamilie, wurde aber in den Zeiten der Französischen Revolution beschlagnahmt.



Bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts durchlief das Château Margaux diverse Besitzer, bis der aus Griechenland stammende Unternehmer André Mentzelopoulos das Gut 1977 übernahm. Er musste allerdings eingebürgert werden, um einen Eintrag ins Grundbuch zu erhalten. Der griechische Franzose schaffte es, den Margaux-Wein wieder populär zu machen. Leider erlebte André Mentzelopoulos dessen Renaissance nicht mehr, denn er starb schon Ende der 80er Jahre. Heute sind die wesentlichen Anteile des Weinguts im Besitz von Corinne Mentzelopoulos, seiner Tochter.



www.chateau-margaux.com

Blaye: der Schutzwall von Bordeaux

Blaye ist eine kleine Stadt, etwa 40 Kilometer von Bordeaux entfernt. Der Fluss Saugeron und Eisenbahngleise trennen das eigentliche Städtchen von der Festung "La Citadelle". Die Burg aus dem 17. Jahrhundert ist neben dem Weinanbaugebiet die Hauptattraktion von Blaye und liegt malerisch auf dem Steilufer über der Garonne.



Zwei gewaltige Tore erlauben den Zugang in die 33 Hektar große Zitadelle. Das Bollwerk bildete mit dem Fort Médoc am anderen Ufer und dem Fort Paté einen Verteidigungsriegel für Bordeaux. Die Anlagen mussten jedoch nur einmal ihre Tauglichkeit beweisen: 1844 versuchte die englische Flotte, die Stadt Bordeaux zu belagern – allerdings vergeblich. Heute gehört La Citadelle zum UNESCO Weltkulturerbe und ist ein eigenes Stadtviertel, in dem sich hauptsächlich Künstler und Kunsthandwerker niedergelassen haben.



Im Sommer herrscht hier großes Treiben: diverse Veranstaltungen und Feste, unter anderem der Blaye Marathon und das große Theater-Festival, locken tausende Besucher in das kleine Städtchen.



: Mit der Fähre gelangt man von Blaye nach Limargue, der Stadt am gegenüberliegenden Ufer.



www.tourisme-blaye.com

Marathon du Médoc: ein Marathon der etwas anderen Art

In Pauillac findet jedes Jahr am zweiten Septemberwochenende der 42 Kilometer lange „Marathon du Medoc“ statt. Er führt an 55 Weingütern vorbei und an den Verpflegungsstätten werden anstelle von Wasser und Bananen, Wein und Austern gereicht. Der Clou für die Besucher: die Sportler tragen passend zum jährlich wechselnden Motto farbenfrohe Kostüme. Da der Austragungsort Pauillac nur knapp 50 Kilometer von Bordeaux entfernt liegt, lohnt sich ein Abstecher zum „Marathon du Medoc“ auf alle Fälle.



: Möchte man bei diesem Marathon selbst mitlaufen, ist es ratsam sich frühzeitig zu bewerben (am besten ein Jahr vorher). Auch die Zahl an ausländischen Teilnehmern ist beschränkt.



www.marathondumedoc.com

Château Lafite Rothschild

Genau wie das Château Maurgaux ist das Château Lafite Rothschild eines der berühmtesten Weingüter der Welt. Es befindet sich in Pauillac und ist mit über 178 Hektar Landbesitz wirklich beeindruckend. Außergewöhnlich ist auch, dass der Name „Lafite“ bereits 1234 schriftliche Erwähnung fand: Ein gewisser Gombaud de Lafite war Abt in einem Kloster in Norden Paulliacs. Seit dem 14. Jahrhundert ist Lafite auch als Lehnsgut verzeichnet, was vermuten lässt, dass es auf diesen Ländereien schon lange Rebstöcke gab.



Allerdings wurde der Weg des ruhmreichen Weins erst durch die Familie Ségur geebnet. Die Verwaltung des Châteaus durch die Familie fand während der Herrschaft von Robespierres ein jähes Ende. Es folgte ein Besitzer aus Holland, bis schließlich 1868 der Baron James de Rothschild das Weingut ersteigerte und es so zu dem Namen Château Lafite Rothschild kam. Auch nach unzähligen Rückschlägen, unter anderem diverse Reblausplagen und der Zweite Weltkrieg, hat der Wein nicht an Qualität verloren. Im Gegenteil: die Weine kosten je nach Sorte und Jahrgang zwischen 600 und 2.000 Euro. Interessierte Weinliebhaber haben auf dem Château die Möglichkeit eine Führung inklusive Weinverkostigung zu erleben. Eine Reservierung ist erforderlich.



: Das Château Lafite Rothschild ist von Anfang August bis Ende Oktober geschlossen.



www.lafite.com

Der Leuchtturm von Cordouan

Im Schutz einer Sandbank, dort wo die Gironde in den Atlantik fließt, findet man ihn, den ältesten Leuchtturm von Europa. Erbaut wurde er 1584 an einem Ort, an dem bereits die Mauren von Cordoba einen Leuchtturm errichtet hatten, deshalb auch der abgeleitete Name „Cordouan“.



Der Turm hat sechs Stockwerke - und natürlich keinen Aufzug. Hinaufgehen sollte man die Wendeltreppe allerdings trotzdem, denn von dort aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Gironde und die umliegende Landschaft. Da sich die Überfahrt zum Leuchtturm nach den Gezeiten richtet, ist es sinnvoll, sich vorher über die Abfahrtszeiten zu informieren. Die Überfahrt findet beispielsweise von Le Verdon als auch von der anderen Gironde-Seite Royan statt und dauert etwa 30 Minuten. Am Besten reservieren Sie sich Plätze auf dem Boot, da diese ziemlich schnell ausgebucht sind.



: Unbedingt wasserfeste Schuhe mitbringen, da man beim Aussteigen durch’s Wasser waten muss.



www.vedettelaboheme.com

Soulac-sur-Mer

Die ersten Touristen, die Soulac-sur-Mer besuchten, waren nicht etwa Europäer, die in diesem Örtchen Erholung suchten, sondern Jakobspilger von den Britischen Inseln. Sie zogen auf dem so genannten Jakobsweg von Soulac weiter nach Santiago de Compostela.



Eigens für die Pilger errichteten die Bewohner im 12. Jahrhundert die romanische Benediktinerkirche Notre-Dame-de-la-Fin-des-Terres, die bis heute ein Wahrzeichen von Soulac ist. Mittlerweile ist das Städtchen mit dem südlich gelegenen Nachbardorf L’Amélie-sur-Mer zusammengewachsen und ein beliebter Badeort mit herrlichen Sandstränden und schöner Promenade. Großes Plus: Eine vorgelagerte Sandbank schirmt den Strand vor allzu hohen Wellen ab, sodass sich hier auch Familien mit Kindern unbesorgt vergnügen können.



www.soulac.com

Lacanau: das Paradies für Surfer

Umgeben von Seen und üppigen Pinienwäldern liegt der kleine Ort Lacanau direkt am Atlantik. Nur knapp 45 Kilometer von Bordeaux entfernt, lohnt sich der Ausflug dort hin allemal, denn jedes Jahr findet hier die Surf-Weltmeisterschaft statt. Der Wellengang an diesem Teil der Atlantik-Küste ist extrem, kein Wunder also, dass sich Surfer hier pudelwohl fühlen.



Aber Lacanau hat noch mehr zu bieten: wunderschöne alte und moderne Villen, vielseitige Sportmöglichkeiten und kleine Läden zum Shoppen. Und natürlich dürfen die urigen Cafés nicht fehlen: Bei einem Café au lait macht es umso mehr Spaß, sich das bunte Treiben auf der Straße anzugucken.



: Wer nicht gerne bei hohem Wellengang im Meer schwimmen möchte, tut das am besten im nahe gelegenen See "Lac de Lacanau".



www.mairie-lacanau.fr

Das Bassin d'Arcachon: Ein Genuss für Gaumen und Augen

Das Becken von Arcachon, rund 70 Kilometer von Bordeaux entfernt, mündet zwar bei Cap-Ferret in den Atlantik, kommt aber einem Binnenmeer gleich. Neben dem 84 Kilometer langen Sandstrand und der höchsten europäischen Wanderdüne (Düne von Pilat) erwartet Sie hier die größte Austernzucht in Europa. So haben sich die kleinen idyllischen Dörfchen rund um das Becken ganz der Produktion dieser exquisiten Muschel verschrieben. Reisende Austernliebhaber sollten auf jeden Fall das Hafenstädtchen Port de Larros besuchen. Dort gibt es ein bezauberndes Austernmuseum („La Maison de l’Huître“) - und jedes Jahr im August findet ein großes Austernfest statt.



www.bassin-arcachon.com

Arcachon: die Stadt der vier Jahreszeiten

Eine Stunde von Bordeaux entfernt, malerisch in einer ruhigen Bucht gelegen, befindet sich das zauberhafte Seebad Arcachon. Eindrucksvolle Sandstrände, verträumte Villen und eine ausgezeichnete Infrastruktur machen Arcachon zum beliebtesten Seebad der Aquitaine. In den Stadtvierteln von Arcachon herrscht ein eigenes Ambiente mit typischem Charme.



Jedes Viertel ist nach einer Jahreszeit benannt: die Winterstadt (la ville d’Hiver) mit ihren prächtigen Villen inmitten riesiger Grünflächen, die Herbststadt (Ville d’Automne) mit einem imposanten Hafen und schließlich die Sommerstadt (Ville d’ Été) und die Frühlingsstadt (Ville de Printemps), die beide direkt am Meer liegen und mit ihren Promenaden und Stränden die Touristen anlocken. Kulinarisch muss sich Arcachon auch nicht verstecken: Empfehlenswert sind auf jeden Fall die frisch zubereiteten Muscheln, Langusten, Scampis und die exzellenten Fischsuppen.



www.arcachon.com

Die Düne von Pilat

Nur knapp eine Autostunde von Bordeaux entfernt, befindet sich die höchste Wanderdüne Europas: die Düne von Pilat. Sie beeindruckt mit einer Höhe von 104 Metern und drei Kilometern Länge und lockt jährlich über eine Millionen Besucher an die Atlantikküste Frankreichs. Ist der Anstieg der Düne erstmal geschafft (er wird glücklicherweise durch Stufen vereinfacht), verschlägt einem der Blick über die Bucht von Arcachon den Atem.



Dank der steilen Dünenhänge ist hier außerdem ein Mekka für Sandboarder entstanden. So treffen sich jedes Jahr die Begeisterten und vielleicht auch etwas Verrückten an der Düne von Pilat und rasen die Hänge hinunter. Wer Interesse hat, kann sich an die umliegenden Surfcamps und Wellenreitschulen wenden, diese bieten Ausflüge zur Düne von Pilat an.



www.frankreich-info.de

Île des Oiseaux: die Vogelinsel

Dieses Fleckchen Erde ist, wie es der Name schon fast vermuten lässt, ein Paradies für Vögel. Die Insel liegt im Becken von Arcachon und steht seit 2008 unter Naturschutz. Über 300 Vogelarten wie Brachvögel, Meergänse oder Reiher finden sich hier jedes Jahr ein. Früher diente die Heidelandschaft als Weidegrund für Kühe - und jeder, der auf die Insel gelangen wollte, musste schwimmen.



Keine Angst, heute muss man zwar nicht mehr schwimmen, allerdings ist die Überfahrt trotzdem etwas abenteuerlich:  Da die Vogelinsel von Austernbänken umgeben ist und diese von herausragenden Pfosten abgesetzt sind, ist es etwas kompliziert, auf die Insel zu gelangen. Nur durch eine Fahrrinne ist die ungefährliche Anfahrt möglich, deshalb tut man gut daran, den Ausflug mit einem Führer zu machen.



www.ileauxoiseaux.fr

Cap Ferret: die Weite auf beiden Seiten

Cap Ferret ist der südlichste Punkt des sandigen Landstreifens, der das Becken von Arcachon vom Atlantischen Ozean trennt. Man hat hier sicherlich den schönsten Panoramablick. Noch besser wird die Aussicht vom 50 Meter hohen Leuchtturm. Das Gemeine: Es gibt einen Aufzug, der aber nur den Fremdenführern vorenthalten ist,  alle anderen müssen zu Fuß hinaufsteigen.



Die Aussicht macht jedoch alle Anstrengung wett: An der Spitze des Kaps bricht die Ozeanbrandung mit dem ruhigen Gewässer der Bucht und der Blick auf die Sanddüne im Süden ist grandios. Niedlich und urig sind auch die umliegenden Dörfer mit ihrem Charme und den alten Orstkernen, zum Beispiel L’Herbe, Le Canon oder Le Grand.



www.ege-capferret.com

Der Mascaret bei Saint Pardon

Das Phänomen des Mascaret, welches uns als Gezeitenwelle bekannt ist, findet zweimal täglich in den Flüssen Garonne und Dordogne statt. Plötzlich steigt der Wasserspiegel aus der Richtung der Mündung an, was durch die auflaufenden Flut hervorgerufen wird: Eine Welle in Richtung der Quelle entsteht.



Der beste Ort, einen Mascaret zu beobachten, ist Saint Pardon, nur etwa eine halbe Stunde von Bordeaux entfernt. Die Gezeitenwelle wird hier fast 20 km/h schnell und bis zu 1,36 Meter hoch. Wer sich für das Naturschauspiel interessiert, setzt sich am besten in das kleine Café du Port in Saint Pardon und schaut den Surfen beim Mascaret-Surfen zu.



: In Saint Pardon findet jedes Jahr im September ein Festival statt, um die Gezeitenwelle zu feiern.



mascaretgironde.free.fr