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Die Geschichte der Seife

Die Seife, die heutzutage bei uns im Badezimmer liegt, ist meist eher ein “Waschstücke”, mit gleicher reinigender Wirkung, aber anderen, schonenderen Inhaltstoffen. Im Laufe der langen Seifen-Geschichte hat sich eben viel getan!

Könnten Sie sich ein Leben ohne Seife vorstellen? Wohl kaum, denn sie und ihre Verwandten mit synthetischen waschaktiven Substanzen gehören zu unserem täglichen Leben einfach dazu. Was wir heute als selbstverständlich erachten, galt lange Zeit als Luxus und war ausschließlich den Reichen und Adligen vorbehalten.

Wie alles begann
Die Seifenherstellung gehört zu den ältesten chemischen Verfahren, die der Mensch in größerem Maßstab einsetzte. Die Sumerer entwickelten vor tausenden von Jahren eine Vorform der Seife, die aus Ölen und Pottasche hergestellt wurde. Um die Pottasche herzustellen, verbrannten die Sumerer Pflanzen oder Hölzer. Diese Pottasche wurde dann mit Ölen verkocht. Die dann entstandene Waschsustanz setzte die Oberflächenspannung des Wassers herab, sodass die fettlösende Lauge den Schmutz angreifen konnte. Dieses Prinzip der reinigenden Wirkung ist bis heute das gleiche geblieben!

Die Seifen-Geschichte begann vor tausenden von Jahren!

Die Ägypter verfeinerten die Seife später weiter: Sie mischten ihr das Mineral Soda zu und verwendeten sie nicht mehr nur zur Körperreinigung, sondern auch zum Wäschewaschen.

Die Germanen und Gallier verwendeten die Seife schließlich auch, um schöner zu werden: Sie bleichten sich mit ihr die Haare oder verwendeten sie als eine Art frühes Haargel.

Mit der hoch entwickelten Badekultur der Römer wurde die Seife zur Körperreinigung immer beliebter.

In der weiteren Entwicklung zeigten sich dann die Araber besonders einfallsreich: Sie verkochten erstmals Öle, Salze, Pottasche und Kalk so lange miteinander, bis eine feste Seife entstand, die man zu einem Stück formen konnte.

Das Seifen-Wissen gelangte schließlich nach Europa und über die Jahre entwickelte sich hier eine Badekultur mit öffentlichen Badehäusern für Arm und Reich.

Krisen in der Seifen-Geschichte
Die Beliebtheit der Seife nahm zu Zeiten von Pest und Cholera rapide ab, denn die Menschen waren der Meinung, dass sie womöglich Schuld an den Krankheiten sein könne. Öffentliche Badehäuser wurden geschlossen.

Erfreulicherweise erkannten Gelehrte aber bald, dass es notwendig war, den Körper zu reinigen und ihn so vor Schadstoffen und Krankheiten zu schützen. Mit dieser Erkenntnis wurde die Seifen-Produktion in Europa wieder aufgenommen.

Die Seifen-Nachfrage war im 19. Jahrhundert schließlich so hoch, dass die handgefertigten Saubermacher nicht mehr ausreichten. Nikolas Leblanc legte damals den Grundstein für die industrielle Herstellung größerer Mengen: Er entwickelte ein Verfahren, in dem die sonst so mühsam aus Asche gewonnene Lauge künstlich hergestellt werden konnte.

Natürliche Inhaltsstoffe, etwa aus Oliven, sind heutzutage sehr gefragt.

Das Comeback der traditionell hergestellten Seife
Heutzutage erlebt die handgefertigte Naturseife eine Art Renaissance. Dabei geht es nicht um Quantität sondern um Qualität. Entscheidend sind die Stoffe, die enthalten oder eben gerade nicht enthalten sind: Naturseife ist frei von synthetischen Tensiden, Konservierungsstoffen, Silikonen und Weichmachern. Man setzt auf natürliche Inhaltsstoffe wie Olivenöl, Tonerde, Schafsmilch oder Sheabutter.

Auf den pH-Wert achten!
Zunächst die Erklärung: „pH“ leitet sich aus dem Lateinischen „potentia hydrogenii“ ab und ist ein Maß für die Wasserstoffionenkonzentration. Neutrale Flüssigkeiten, zum Beispiel Wasser, haben einen pH-Wert von 7. Je weiter der pH-Wert von 7 abweicht, desto stärker reagiert eine Flüssigkeit sauer oder basisch.

Unsere Haut lässt sich auch einem pH-Wert zuordnen, er liegt etwa bei 5 und kommt durch körpereigene Substanzen wie Schweiß und Talg zustande. Dieser Schutzmantel ist sehr wichtig für unsere Haut, denn er schützt sie vor äußerlichen Mikroorganismen und Schadstoffen.

Um den natürlichen Säureschutzmantel der Haut zu erhalten, stellt sich beim Einkauf also die Frage: Seife oder Syndet?
Syndets greifen den wichtigen Schutzmantel der Haut nicht an. Im pH-Wert liegt das ganze Geheimnis: Seife besteht aus Fetten und Lauge und ist mit einen pH-Wert von 8 bis 10 alkalisch. Wäscht man sich mit ihr, steigt der pH-Wert der Haut in den alkalischen Bereich, der Säureschutzmantel wird angegriffen, die Haut verliert an Feuchtigkeit.

Syndets hingegen lassen sich bei der Herstellung auf den pH-Wert der Haut einstellen und sind dadurch besonders schonend. Zu Syndets gehören Duschbäder, Waschlotionen und Emulsionen. Menschen mit sehr trockener Haut sollten zu Syndets greifen. Bei gesunder Haut hingegen schadet Seife nicht, denn der Säureschutz reguliert sich nach wenigen Stunden von selbst.

Wer bei Problemhaut trotzdem nicht auf Seife verzichten möchte, benutzt am besten solche, die aus reinem Olivenöl hergestellt und frei von zusätzlichen Duft- und Konservierungsstoffen ist.