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Sonnenschutz – was wirklich zählt

Dass Sonnenschutz Sonnenbrand verhindert, der durch UVB-Strahlen verursacht wird, ist klar. Inzwischen wehrt Sonnenschutz aber auch UVA Strahlen ab, die für die Hautalterung verantwortlich sind. Die wichtigsten Infos zum Sonnenschutz hier im Überblick.

Früher griff man in der Drogerie zu Bräunungsöl, in den 80er Jahren zu Sonnenschutz mit LSF 4 oder 6, mittlerweile ist Sonnenschutz mit LSF 20 bis 50 üblich. Aber was mit den Angaben auf den Produkten gemeint, was unterscheidet Sonnenschutz mit einem chemischem von Sonnenschutz mit einem physikalischem Filter und warum kann ein T-Shirt den Sonnenschutz nicht ersetzen?

Wichtig: Sonnenschutz muss UVA- und UVB-Strahlen abhalten
Der Lichtschutzfaktor von Sonnenschutz bezog sich in den vergangenen Jahren vor allem auf UVB-Strahlen, die akuten Sonnenbrand verursachen. Jedoch bedeutete ein hoher LSF nicht, dass auch ausreichend Sonnenschutz vor UVA-Strahlen bestand, die die Haut langfristig schädigen und u. a. für die vorzeitige Hautalterung verantwortlich sind.

Sonnenschutz, der in der Strandtasche liegt, hilft nichts - bitte immer fleißig cremen!

Der volle Sonnenschutz besteht nur, wenn man nach dem Schwimmen nachcremt.

Warum Sonnenschutz mehrere Filter enthält
Um das Wirkungsprinzip von Sonnenschutz zu verstehen, muss man Licht physikalisch betrachten. Lichtschutzfilter in Cremes bieten immer nur Sonnenschutz vor einem ganz bestimmten Strahlenspektrum des Lichts. Um Sonnenschutz vor dem gesamten Strahlenspektrum bieten zu können, werden pro Produkt meist mehrere Filter kombiniert.

Die EU-Empfehlung für Sonnenschutz
Seit zwei Jahren setzt eine EU-Empfehlung den UVA-Schutz in Relation zum Lichtschutzfaktor, d.h. der UVA-Schutz muss nun mindestens ein Drittel des angegebenen Lichtschutzfaktors betragen. Auf Produkten, die diese Empfehlung erfüllen und einen umfassenden Sonnenschutz bieten, ist der Schriftzug “UVA” mit einem Kreis gekennzeichnet. Durch diesen Sonnenschutz werden auch Stammzellen geschützt, bis zu denen die UVA-Strahlen sonst vordringen würden.

Bietet ein T-Shirt ausreichend Sonnenschutz?
Kommt drauf an, denn ein dunkles (!) T-Shirt entspricht gerade mal einem Sonnenschutz mit LSF 15, ein weißes T-Shirt – womöglich noch ein transparentes, nasses – hält viel weniger Strahlung ab. Und Gesicht, Arme und Beine muss man ja trotzdem eincremen. Also lieber nicht auf ein T-Shirt verlassen, sondern immer einen zusätzlichen Sonnenschutz verwenden!

Chemischer Sonnenschutz zieht sofort ein, muss aber 20 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden.

Chemischer Sonnenschutz zieht sofort ein, muss aber 20 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden.

Warum bildet mancher Sonnenschutz einen weißen Film auf der Haut?
Physikalischer Sonnenschutz und chemischer Sonnenschutz unterscheiden sich folgendermaßen: Physikalischer Sonnenschutz legt sich beim Eincremen auf die Haut und reflektiert das Sonnenlicht durch kleine Partikel. Der Vorteil: Dieser Sonnenschutz wirkt sofort nach dem Auftragen, schleust keine chemischen Wirkstoffe in die Haut ein und ruft selten allergische Reaktionen hervor, ist also auch für Kleinkinder geeignet. Der Nachteil: Er hinterlässt einen milchig-weißen Film auf der Haut, den manche Verbraucher als störend empfinden. Chemischer Sonnenschutz hingegen wirkt erst, wenn er in die Haut eingedrungen ist. Er hinterlässt keine weißen Spuren und ist in der Regel gut verträglich, allerdings musste chemischer Sonnenschutz bisher meist zwanzig Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden, um seine Wirkung voll entfalten zu können. Neue Produkte schützen teilweise auch sofort – achten Sie dafür auf die entsprechende Packungsangabe.

Der richtige Sonnenschutz bei Sonnenallergie
Für alle, die unter Sonnenallergien leiden, gibt es speziellen Sonnenschutz – am besten lassen Sie sich in einer Apotheke beraten. Neu ist in diesem Jahr zum Beispiel der Filter “Mexoplex”, der den höchstmöglichen Schutz gegen UVA – den Auslöser der Sonnenallergie – bietet, aber 15 Prozent weniger chemische Filter im Produkt erfordert. Er ist zum Beispiel im neuen, leichten Sonnenschutz “Anthelios XL LSF 50+ Fluid” von La Roche-Posay enthalten, das besonders gut für Mischhaut und fettige Haut geeignet ist. Eine alternativer Sonnenschutz für Allergiker ist z.B. “Ladival Sonnenschutz Gel Allergische Haut” mit LSF 30 von Stada, “Sonnen Allergie Schutz Sun Creme-Gel LSF 25″ von Eucerin oder “Daylong ultra GelFluid SPF 25″ von Daylong.

Gut zu wissen: Auch kleine Wolken bieten nicht genügend Sonnenschutz.

Immer fleißig cremen: Auch Wolken bieten nicht genügend Sonnenschutz!

Sonnenschutz, der auch vor Infrarot-Strahlen schützt
Relativ neu ist Sonnenschutz, der nicht nur vor den Strahlungsspektren von UVA- und UVB-Strahlen, sondern darüber hinaus auch vor Infrarot-Strahlen schützen (z.B. die “Anthelios”-Serie von Roche-Posay oder “daylong”-Produkte von Spirig).

Matter Sonnenschutz und Sonnenschutz, der schnell einzieht
Falls Sie bisher der Glanz, umständliches Eincremen oder ein weißer Film auf der Haut störten, gibt es auch Sonnenschutz, der all das verhindert: matte Texturen fürs Gesicht (z.B. “Mikro Fluid matt” von Vichy), fettfreie, transparente Produkte, die keine Rückstände hinterlassen (z.B. die “Light Feeling Fluid” von Nivea) und Sonnensprays, die aus allen Winkeln gesprüht werden können und somit im Handumdrehen auch den sonst schwer erreichbaren Rücken schützen (z.B. “Active Long Lasting Spray” von Piz Buin oder “Body Spray” von Clinique).

Sonnenschutz nach Australischem Standard
Der so genannte “Australische Standard”, der bisher für den Schutz vor UVA-Strahlen galt, bedeutete, das mindestens 90 Prozent der UVA-Strahlen absorbiert werden mussten. Diese 90 Prozent sind jetzt das Minimum für Sonnenschutz, bei sehr hohem LSF ist der UVA-Schutz noch höher.

Warum auf Sonnenschutz nicht mehr “waterproof” steht
Früher wurde die Bezeichnung “waterproof” auf Sonnenschutz gedruckt, mittlerweile sind nur noch die Bezeichnungen “wasserfest” oder “water-resistant” erlaubt. So soll verdeutlicht werden, dass man auch bei wasserfestem Sonnenschutz nachcremen muss. Denn nach dem Abtrocknen verringert sich der Schutzfaktor einer Sonnencreme um etwa 50 Prozent.

Für alle Produkte gilt: Seien Sie wählerisch. Nur wer seinen Lieblings-Sonnenschutz gefunden hat, cremt freiwillig und regelmäßig nach. Und das wird Ihnen Ihre Haut danken.