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Filz: Stoff für Kreativität

Filz ist und bleibt ein großer Trend. Aus dem weichen Stoff werden Wohn-Accessoires, Kleidungsstücke und sogar Schmuck hergestellt.

Filz zeigt sich in modernem Design, ist aber schon viele tausend Jahre alt. Archäologische Funde belegen, dass offenbar schon in der Steinzeit Filz hergestellt wurde. Damit soll das Filzen sogar älter sein als das Spinnen und Weben.

So entsteht Filz: die Herstellung

Grundsätzlich lassen sich fast alle Fasern zusammen mit Wolle zu Filz verarbeiten: Baumwolle, Seide, Hanf, Kunstfasern wie Polyacryl und auch verschiedenste Tierhaare. Filz kann heutzutage industriell hergestellt werden und findet sich nicht nur im dekorativen Bereich, sondern auch in Produkten wie Dämmmaterialien, Dichtungen und Filtern.

Zwei Hauptverfahren gibt es für die Herstellung von Filz: Beim Nadelfilz wird ein Faservlies auf einen Nadelbalken gelegt. Die Vielzahl der darauf befestigten Nadeln mit Widerhaken sticht immer wieder in das Vlies und verschlingt die Einzelfasern schließlich zu einem festen Filz. Beim industriellen Nadelfilzen trägt ein einzelner Nadelbalken übrigens bis zu 500 000 Nadeln, die den Filz gleichmäßig verdichten.

Filz ensteht durch das Verdichten einzelner Fasern
Filz ensteht durch das Verdichten einzelner Fasern

Hauptsächlich in Handarbeit entsteht Walk- oder Pressfilz. Dabei wird zum Beispiel Wolle zunächst mit den Händen zu Fasern auseinander gezogen. Die kleinen Woll-Abschnitte werden längst und quer aufeinander gelegt. Mit Wasserdampf oder Seifenlauge wird das Vlies befeuchtet und so lange geklopft, gepresst und gestaucht bis  durchgehender, fester Filz entstanden ist. Durch die Kombination von Feuchtigkeit und manueller Bearbeitung stellen sich die obersten Schuppen der einzelen Fasern auf und verbinden sich miteinander – und zwar so stark, dass sie nicht mehr voneinander gelöst werden können.

Wohnen und Leben mit

Hocker aus Filz zum Selberbauen
Hocker aus Filz zum Selberbauen

Fast schon zu den Klassikern unter den Wohn-Accessoires aus Filz zählen Sitzkissen für Stühle und Bänke. Individuelle Sitzkissen aus Filz gibt es zum Beispiel bei DaWanda im Shop von eigengut.
Designer entwickeln aus Filz aber auch immer neue, kreative Möbel und Accessoires wie zum Beispiel den Hocker von Objecthood, den man aus einzelnen Elementen aus Filz in verschiedenen Farben individuell zusammensetzen kann. Auch Vorhänge als Raumteiler, Boden-Sitzkissen oder Aufbewahrungskörbe zählen zu den Wohn-Accessoires aus Filz.

Auch unzählige Kleinigkeiten des täglichen Lebens gibt es mittlerweile aus Filz: Schüsselanhänger, Pantoffeln, Etuis für Brille, Taschen, Hüte und vieles mehr.

Accessoires aus Filz: Shop “Alpenfilz”
Tierchen aus Filz: Portrait Label “Catmade”

Im Frühjahr und Sommer zeigt sich Filz gerne in frischen Tönen wie Grün, Sonnengelb und Orange, im Herbst und Winter sind besonders die warmen, gedeckten Farben wie Rot, Anthrazit und Braun gefragt.

Filz: viele positive Eigenschaften

Filz ist ein dichterer, festerer Stoff als Gewebtes. Im trockenen Zustand ist Filz sehr stabil, ist er feucht, lässt sich Filz leicht in verschiedene Formen bringen.

Filz eignet sich prima fürs Basteln: Er kann einfach zugeschnitten werden, ein Versäumen oder Umnähen wie bei anderen Stoffen ist nicht nötig. Filz lässt sich auch mit anderen Materialien wunderbar kombinieren: Schmucksteine können einfach aufgeklebt werden, feine Bänder, Bordüren und andere Verzierungen bilden einen schönen Kontrast zum groben, festen Filz.

Taschen aus Filz für Laptop und iPhone
Taschen aus Filz für Laptop und iPhone

Filz ist weich, fühlt sich auf der Haut angenehm an und hält warm – Letzteres sogar dann, wenn er nass ist. Filz ist außerdem leicht, robust und kann sogar mit einem Woll-Waschmittel von Hand gewaschen werden – sehr praktisch gerade bei Glasuntersetzern oder Tischsets aus Filz! Beim Waschen zu beachten: Filz verformt sich bei Feuchtigkeit, vor dem Trocknen müssen gerade Accessoires wie Blüten oder Figuren wieder in Form gezogen werden.