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Wohnen mit Fell

Fell verbreitet Wohlfühlatmosphäre im Zuhause: Ob als Teppich oder Kissenhülle, das kuschelige Fell sorgt für Gemütlichkeit und Romantik. Und das auch, wenn es sich um ein Fellimitat handelt.

Gemütliches Ambiente

Fell macht das Zuhause gemütlich und warm. Dabei ist es gar nicht entscheidend, ob es sich um ein klassisches Fell auf dem Boden, vor dem Kamin oder auf dem Sofa handelt. Auch ein Kissen oder andere Wohnaccessoires aus Fell sorgen für rustikalen Hütten-Charme.

Vom Schaffell bis zum Kuhfell

Natürlich ist Fell nicht gleich Fell: Ob Ziege, Schaf oder Kuh, jedes Tier hat ein anderes Fell mit ganz verschiedenen Haarstrukturen, Mustern und Größen. Neben der Tierart unterscheiden sich die Felle auch nach ihrem Herkunftsort. Das australische Lamm erreichte beispielsweise durch die Marke UGG eine regelrechte Anhängerschaft. In Deutschland erfreuen sich besonders das kuschelig weiche Schaffell und das Lammfell großer Beliebtheit. Fellarten wie das eher harte Ziegenfell sind hingegen selten vertreten. Das Kuhfell erfreut sich wiederum großer Beliebtheit, ob als Teppich im Wohnzimmer oder Bettvorleger im Schlafzimmer.

Schaffell schafft gemütliche Behaglichkeit. Foto: www.impressionen.de
Schaffell schafft gemütliche Behaglichkeit. Foto: www.impressionen.de

Rentierfell – die skandinavische Variante

Felle von Rentieren stammen meist aus Lappland und unterscheiden sich vom Schaffell zum einen durch ihre Röhrenhaare, die keine starke Beanspruchung aushalten. Daher empfiehlt sich das Fell vom Rentier beispielsweise nicht als Teppich. Um eine möglichst lange Lebensdauer des Rentierfelles zu gewährleisten, sollte dieses deshalb vorwiegend zur Dekoration dienen. Zum anderen unterscheidet sich das Rentierfell vom Schaffell durch seine größere Vielfalt. So gibt es das Fell von Rentieren in verschiedenen Größen und Farben – von Weiß bis Dunkelbraun.

Nordische Schönheit: das Rentierfell ist der Exot unter den Fellen. Foto: www.style-heaven.com
Nordische Schönheit: das Rentierfell ist der Exot unter den Fellen. Foto: www.style-heaven.com

Die Fell-Alternative: Fellimitat

Nicht für jeden ist echtes Fell eine Option, sei es wegen einer Tierhaar-Allergie oder der grundsätzlichen Ablehnung von Tierfelle. Eine durchaus gute Alternative sind Fellimitate – gern auch als Kunstfell, Webpelz oder Fell aus Stoff bezeichnet. Das Fellimitat steht dem echten Fell in fast nichts nach. So gibt es inzwischen zahlreiche Textilien aus Fellimitat, die täuschend echt aussehen. Zudem sind Textilien aus Fellimitat teilweise deutlich günstiger. Einziger Nachteil des Fellimitates ist seine statische Aufladung, die bei echtem Fell nicht vorkommt.

Fellimitat sieht dem Original zum Verwechseln ähnlich. Foto: www.butlers.de
Fellimitat sieht dem Original zum Verwechseln ähnlich. Foto: www.butlers.de

Einrichten mit Fell

Fell ist ein Multitalent. So verbreitet es großzügig eingesetzt, rustikalen Hüttenstil oder setzt als Einzelakteur gemütliche Akzente in eher puristischen Umgebungen. Im ersten Fall sind natürliche Materialien wie Holz, Leinen und Baumwolle die idealen Partner. Dabei kann das Fell als Teppich vor dem Kamin oder Bett liegen oder als Fellkissen auf dem Sofa. Auch Schaukelstühle oder Sessel, die mit einem Schaffell dekoriert werden, sorgen für den gemütlichen Hüttenstil.

Sollen nur Akzente mit Fell gesetzt werden, dann ist das Spiel mit Kontrasten spannend. Zum Beispiel ein Materialmix aus kaltem Beton, Stein oder Chrom mit Fell. Im Trend liegt gefärbtes Fell, das in herbstlichen Brombeer-Tönen oder klassischem Schwarz und Grau für tolle Akzente sorgt. Fell muss natürlich nicht das ganze Jahr die Hauptrolle bei der Einrichtung spielen. So kann es auch nur zur kalten Jahreszeit zum Einsatz kommen und für die richtige Wohlfühlatmosphäre sorgen.

Natürliches Wohnen: Suf der Holzbank liegt ein weiches Rentierfell. Foto: www.car-moebel.de
Natürliches Wohnen: Suf der Holzbank liegt ein weiches Rentierfell. Foto: www.car-moebel.de

Fell: Pflege und Reinigung

Das Schaffell reinigt sich wie Wolle generell von selbst, doch trotzdem lohnt sich die Pflege, denn so bleibt einem das Fell länger erhalten. Aber: Leider lässt sich das Schaffell nicht einfach in die Waschmaschine stecken. Ist das Fell verschmutzt, sollte es achtsam mit etwas warmen Wasser und Waschmittel für Wolle oder Schaffell gereinigt werden. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn das Leder verträgt ein Wasserbad nur schlecht und wird schnel hart. Deshalb sollte möglichst nur das Fell gereinigt werden. Falls das Leder des Felles doch nass geworden ist, sollte es fest durchgeknetet  und danach über eine Tischkante gezogen werden.

Bürsten ist eine weitere Variante, um die Lebensdauer des Fells zu verlängern. So sollte es nach dem Waschen kräftig gebürstet werden und nochmals, wenn das Fell getrocknet ist. Zum Trocknen an einen warmen und vor Sonnenlicht und künstlicher Hitze geschützten Ort aufhängen.

Tolle Kombination: Ledersofa, Baumwoll- und Leinenstoffe und Fellkissen. Foto: www.zalando.de
Tolle Kombination: Ledersofa, Baumwoll- und Leinenstoffe und Fellkissen. Foto: www.zalando.de

Kauftipps

Da Fell ein reines Naturprodukt ist, ist jedes einzelne ein Unikat. Beim Kauf sollte auf Bioqualität, also auf nachhaltige Tierhaltung geachtet werden. Siegel von Demeter oder Bioland geben Sicherheit. Trotzdem ist nicht überall, wo Bio drauf steht, auch Bio drin. So spielt die Gerbung des Felles eine große Rolle. Leider gibt es bei der Verarbeitung von Fell und Leder keinerlei Richtlinien oder Zertifizierungen.

Auch die Kennzeichnung des Herkunftslandes ist keine Pflicht. Deshalb gilt: immer nachfragen. In Sachen Gerbung ist es ideal, wenn es sich um ein biologisches Gerbverfahren mit Alaunsalzen handelt. Die sogenannte Alaungerbung ist eine mineralische Gerbung, die besonders schonend ist und die Fellseite schützt.