Die Eulen-Queen: das Label Tante Tin

Mit einem Eulenkissen fing alles an. Heute kann Tante Tin von ihren handgemachten Tieren und Taschen leben.
Tina Kallbach von Tante Tin

Fragt man Tina Kallbach nach ihrem schönsten Geburtstagsgeschenk, staunt man nicht schlecht über die Antwort: Eine Kiste, randvoll mit bunten Stoffen – gut erhalten und original aus den Seventies – trieb ihr vor drei Jahren Glückstränen in die Augen. „Nichts freut mich so sehr wie Stoffe – nicht mal shoppen“, sagt die Grafikdesignerin aus Hamburg, die 2009 ihr eigenes Handmade-Label gründete: Tante Tin.

Der Label-Name ist eine Wortschöpfung ihres Neffen, der den Vornamen seiner Tante anfangs nicht aussprechen konnte. Tinas Handmade-Karriere begann dann mit einem selbst genähten Stoffwal für das Baby ihrer besten Freundin. Tinas Stil ist bunt, verspielt und kindlich – ihre Produkte jedoch werden von Erwachsenen geknuddelt. „Mir macht es Freude, dass meine Kissentiere inzwischen auf so vielen deutschen Sofas sitzen und die Leute Fotos davon in Blogs posten.“ Ihr absoluter Bestseller und gleichzeitig das „Urtier“ des Labels ist die Eule. Warum gerade dieser ulkige Vogel? Schon als Kind war sie ganz vernarrt in die Eulensammlung ihrer Tante Grüßchen, und als eine Freundin ihr ein Eulenkissen aus London mitbrachte, nähte sie kurzerhand ein eigenes Modell. „Ich bin also nicht der wahre Erfinder des Eulenkissens“, gesteht sie lachend.

Produkte von Tante Tin

Mit ihrem Diplom in der Tasche kam die Grafikdesignerin 2003 nach Hamburg und arbeitete in einer Agentur für digitale Bildbearbeitung. 2006 machte sie sich selbstständig und fand immer mehr zu Papier und Bleistift zurück. So entwirft sie die Motive für Buttons, Postkarten, Poster, Taschen und natürlich ihre Kissentiere, die sie selbst an der Nähmaschine näht. Schiff, Vogel, Fuchs, Baum, Rotkäppchen und Eule sind derzeit im Programm, sollen aber bald Zuwachs bekommen. „Die Figuren sind ein großer Teil meines Lebens“, erzählt Tina, „das Entwerfen macht mir so viel Spaß, mir fällt immer etwas ein.“

Schon heute könnte Tina von ihren Produkten leben, aber das ist nicht ihr Masterplan. Lieber trifft sich die Kreative mit befreundeten Handmade-Frauen, mit denen sie in Hamburg den offenen Workshop craft:raum organisiert. Da wird gehäkelt, gedruckt, geklebt und gelacht: „Das ist immer ein Riesenspaß!“ Solange ihr der Stoff nicht ausgeht …

Mehr zu den Arbeiten von Tante Tin:

Tante Tin Homepage

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