Die richtige Wandfarbe und Menge fürs Streichen

Eine teurere Wandfarbe besitzt tatsächlich eine bessere Qualität. Das liegt daran, dass bei einem Qualitätsprodukt ein höherer Anteil an Farbpigmenten enthalten ist, damit ist eine gute Deckkraft (ideal: Klasse 1) gewährleistet. 

Achten Sie beim Kauf auf die Angaben zum Verbrauch auf der Produktverpackung. Bedenken Sie dabei: Dieser ist teilweise vom jeweiligen Untergrund abhängig. Deshalb beziehen sich die Angaben auf den Produktverpackungen auf glatte Wände. Die angegebene Reichweite könnte sich somit zum Beispiel bei Raufaser- oder Strukturtapeten verringern. Das liegt an den Unebenheiten der gröberen Oberflächen. Pauschal können Sie hier ca. 20 Prozent Mehrverbrauch addieren.

Vor dem Streichen den Untergrund prüfen

Ein perfektes Ergebnis beim Streichen kann nur erzielt werden, wenn auch der Untergrund vorher ordentlich geprüft und vorbereitet wurde. Dazu gehört nicht nur das Ausspachteln von Rissen und Löchern, sondern generell die Beschafftenheit des Untergrundes. Egal, ob direkt auf Putz gestrichen oder ein alter Dispersionsfarbenanstrich überstrichen wird - der Untergrund sollte immer fest, trocken, nicht kreidend und vor allem sauber sein. 

Klopfen Sie an einigen Stellen über die Wandoberfläche (Putz). Sollte eine Stelle hohl klingen, klopfen Sie diese am besten vorsichtig auf und spachteln Sie diese neu. 

Um kreidende Oberflächen zu ermitteln, fahren Sie mit Ihrer Hand über die Wandfläche. Bildet sich ein kreidender Abrieb an Ihrer Handinnenfläche, ist der Untergrund für ein direktes Überstreichen nicht geeignet. In diesem Fall sollten Sie die Wandfläche mit einem feuchten Schwamm komplett und leicht abreiben. Nach der Trocknung verwenden Sie SCHÖNER WOHNEN Acryl-Tiefgrund. Dieser wird mit einem Quast aufgetragen und sorgt dafür, dass der spätere Anstrich auf dem Untergrund gut hält.

Mit Kurzflorrolle oder Langflorrolle streichen?

Sowohl der Untergrund wie auch die Qualität der Wandfarbe bestimmen, welches Werkzeug am besten verwendet werden sollte.

Cremige Wand- und Deckenfarben, wie beispielsweise die Trendfarben von SCHÖNER WOHNEN-FARBE, tragen Sie am besten mit einem Kurzflorroller auf. 

Mit Langflorrollen streichen Sie am besten auf groben Wandstrukturen, da diese sich am besten in die Unebenheiten schmiegen. Nachteil von langflorigen Rollen ist, dass sie viel Farbe aufnehmen und schnell schwer und unhandlich werden. Achten Sie auch darauf, dass Sie nicht zuviel Farbe beim Abrollen verspritzen.

Vor dem Streichen gut abdecken und abkleben

Bevor Sie mit dem Streichen beginnen, geht es erst einmal ans Abkleben. Decken Sie alle Flächen wie Fußboden, Möbel, Steckdosen, Lichtschalter, Tür- und Fensterrahmen, die nicht gestrichen werden sollen, mit Folie ab. Fixieren Sie die Folie anschließend mit Malerkrepp und drücken es gut fest.

Richtig streichen: mit Ecken beginnen

Bevor es ans Streichen geht, rühren Sie die Farbe gut mit einem Rührstab auf, denn farbige Pigmente setzen sich gerne auf dem Boden ab und bei weißen Farben werden die Bindemittel noch einmal gut vermengt. 

Sie können die Farbrolle oder den Pinsel vor dem ersten Anstrich mit klarem Wasser gut anfeuchten. Die Farbaufnahme einer schon angefeuchteten Rolle bleibt dann stets gleich. Wichtig: Die angefeuchtete Rolle gut auswringen oder über einem Waschbecken ausschlagen, bevor Sie sie in den Farbeimer tunken. Sie können auch ein altes Handtuch verwenden oder ein Stück Zeitungspapier und die feuchte Rolle ausstreichen. Ansonsten läuft die Wandfarbe direkt an der Wand hinunter. 

Bevor Sie die große Wandfläche streichen, sollten Sie die Ecken und Kanten mit einem Flachpinsel oder einem Eckenroller vorstreichen. Hierzu gehören Wandecken, Beschnittkanten zur Decke hin, Flächen um abgeklebte Steckdosen und Lichtschalter, sowie um Heizkörper herum.

Richtig streichen: die Flächen

Um einen gleichmäßigen Farbauftrag zu erreichen und ein eventuelles Kleckern der Farbe zu verhindern, streifen Sie die Rolle nach dem Eintauchen im Farbeimer an dem Abstreifgitter ab. Sollten Sie stellenweise auch mit kleineren Pinseln arbeiten, können Sie auch eine Farbwanne verwenden. 

Führen Sie die Farbrolle nun von unten nach oben in einer Bahn über die Wandfläche. Jeweils die Farbe in 2-3 facher Rollenbreite auftragen. Anschließend führen Sie die Rolle noch einmal im Kreuzgang über die gestrichene Bahn, übergehend zur nächsten senkrechten Bahn. Dann noch einmal ohne Druck senkrecht nachrollen. So verteilen Sie die Wandfarbe gleichmäßig und verhindern eine Streifenbildung. Sofort daneben setzen Sie die nächste Bahn an, dann wieder im Kreuzgang und so weiter. 

Tipp: Beginnen Sie mit dem Streichen immer am Fenster. Man spricht von "mit dem Lichteinfall arbeiten". Sie verhindern damit, dass eventuelle Ansätze nach dem Trocknen sichtbar werden. 

Sorgen Sie dafür, dass eine gleichmäßig und angenehme Raumtemperatur herrscht und schalten Sie im Winter während der Renovierungsarbeiten die Heizung aus. Ansonsten würde die Wandfarbe zu schnell trocknen und für unschöne Streifenbildung sorgen.

Richtig streichen: So geht es leichter

Teleskopstangen erleichtern das Streichen an hohen Wänden und Decken. Damit Sie nicht lange und schwere Arme bekommen oder sich mithilfe von Stühlen und Leiter unnötig in Gefahr begeben, können Sie Aluminium-Teleskopstangen für Ihre Renovierungsarbeiten einsetzen. Diese lassen sich bis zu 3 Meter ausfahren und erleichtern enorm das Arbeiten an hohen Wänden und Decken. Die besondere Vorrichtung ermöglicht es, dass die Farbrollen einfach auf die Teleskopstange geschoben werden können.

Wohin mit den Farbresten?

Grundsätzlich können Sie Farbreste für etwaige spätere Verbesserungen aufbewahren. Je nachdem wie viel Farbe übrig ist, könnten Sie diese zum Beispiel in alte saubere Einmachgläser umfüllen, gut verschließen, beschriften und im Keller aufbewahren. Doch auch bei Wandfarben ist die Haltbarkeit begrenzt. Durch das Eintauchen von Farbrolle oder Pinsel gelangen diverse Sporen in die Wandfarbe und könnten die Wandfarbe früher oder später verderben lassen. Informieren Sie sich über die allgemeine Haltbarkeit der Wandfarbe auf der Produktverpackung. 

Sollte die Wand- oder Abtönfarbe tatsächlich schlecht geworden sein, können Sie diese bei der Sondermüll-Sammelstelle in Ihrer Nähe abgeben. Informieren Sie sich hier über anfallende Entsorgungskosten. Komplett durchgetrocknete Farbreste können im Restmüll entsorgt werden. Hierzu finden Sie auf allen Produktverpackungen entsprechende Entsorgungshinweise.

Das benötigen Sie für das Streichen

- Hochwertige Wandfarbe in entsprechender Menge 
- Abdeckmaterial wie Abdeckfolie und Kreppband 
- Farbroller, je nach Untergrund und gewählter Wandfarbe für die großen Flächen 
- Flachpinsel für Ecken und Kanten 
- Rührstab aus Holz, um die Wandfarbe aufrühren zu können 
- Abstreifgitter für den Farbeimer oder je nach Bedarf Farbwanne 
- Teleskopstange für hohe Wände und Decken 

Zusätzlich aus dem eigenen Haushalt:
- feuchtes Tuch, um anfallende Farbspritzer direkt abwischen zu können 
- Plastiktüte, um die Farbrolle luftdicht einpacken zu können, damit sie bei Arbeitsunterbrechungen nicht austrocknet 
- alte und saubere Einmachgläser oder ähnliche kleine Dosen für Farbreste 
- Schwamm oder Bürste, um groben Dreck an Wänden entfernen zu können